Was das für Bürger bedeutet

Druck für Ungeimpfte in München steigt: Corona-Schnelltests schon bald nicht mehr kostenlos

Auf der Theresienwiese wurde ein Testzelt abgebaut.
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Auf der Theresienwiese wurde ein Testzelt abgebaut.

Die Politik erhöht den Druck auf Ungeimpfte. Corona-Schnelltests müssen ab 11. Oktober meist selbst bezahlt werden. Was das für München bedeutet...   

München - Es tut sich was in Sachen Corona-Tests - und nicht bloß auf der Theresienwiese*… Wer aufmerksam hingeschaut hat, dem ist aufgefallen, dass in den letzten Tagen eines von zwei großen Zelten des städtischen Schnelltestzentrums abgebaut wurde. Hintergrund ist eine Umorganisation. „Die Testkapazitäten bleiben davon unberührt“, teilt die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mit - Schnelltests wurden in das bestehende PCR-Zentrum integriert. Maximal möglich sind hier 2000 PCR-Tests und 1000 Schnelltests pro Tag.

München: Gratis bleiben Corona-Schnelltests nur bestimmte Personengruppen

Wie viel man bald überhaupt noch brauchen wird? Gut möglich, dass sich die Anzahl der Testwilligen demnächst deutlich verringern wird. Denn: Ab dem 11. Oktober sollen Schnelltests gemäß dem Willen der Gesundheitsminister nicht mehr für jeden kostenlos sein.

Da inzwischen Gratis-Impfungen für fast alle möglich sind, sei eine dauerhafte Übernahme der Test-Kosten durch die Steuerzahler nicht länger nötig, hieß es zur Begründung. Gratis bleiben die Tests für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, zum Beispiel Kinder unter zwölf. Jugendliche von zwölf bis 17 sowie Schwangere können noch bis 31. Dezember mindestens einen kostenlosen Test pro Woche machen. Für sie gibt es erst seit kürzerer Zeit eine allgemeine Impfempfehlung. Auch Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne einen Test brauchen, müssen nichts zahlen.

Corona-Schnelltest: Kosten schätzungsweise zwischen 12 und 20 Euro

Und wie teuer wird’s für die, die zahlen müssen? Eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeirums sagt: „Das Bundesgesundheitsministerium überlässt die Preisgestaltung für Antigen-Schnelltests und PCR-Tests marktwirtschaftlichen Mechanismen.“ Aktuell erstattet der Bund 11,50 Euro für Schnelltests und 51,56 Euro für PCR-Tests. „Das heißt: Mit Preisen in dieser Größenordnung kann mindestens gerechnet werden“, so die Sprecherin.

Stefan Ulmann vom SBJ-Testzentrum in München* geht von 15 Euro pro Schnelltest aus. Baytest an der Universität will wegen der neuen Lage ab Oktober dagegen schließen. „Bei schätzungsweise 20 Euro brutto pro Test wird sich das nicht mehr rentieren“, so ein Sprecher. Er geht auch davon aus, dass die Nachfrage deutlich sinken wird.

Corona-Schnelltestzentren bleiben weiter geöffnet

Clubbetreiber Alexander Spierer stellt sich auf die neue Situation ein. Er betreibt drei Schnellteststationen: im Pacha, in der Freiheizhalle - und im Hofbräukeller, wo es neuerdings auch PCR-Tests gibt. Viele Schnelltestzentren sollen trotz sinkender Nachfrage offen bleiben, so auch die Johanniter-Teststationen in Giesing, Sendling, Solln und dem Olympiapark - „solange die Tests für uns als Hilfsorganisation finanzierbar bleiben“, sagt Sprecher Gerhard Bieber.

Auf der Theresienwiese gilt der Betrieb der Testangebote (PCR und Schnelltests) bis 31. Dezember als gesichert. Die Kapazitäten sollen auch ab 11. Oktober „der Nachfragesituation angepasst“ sein. Für Details in Sachen Kosten verwies ein Sprecher aufs Gesundheitsministerium (siehe oben). *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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