Pandemie-News im Ticker

Söder spricht Machtwort zu Corona-„Notbremse“ - Spahn verkündet wichtige Nachricht zu AstraZeneca

Die Europäische Arzneimittel-Agentur empfiehlt, den Impfstoff von AstraZeneca weiter zu verwenden. Jetzt soll auch in Bayern bald weiter damit geimpft werden. Alle Lockdown-News im Ticker.

  • Markus Söder drängt vehement auf die Durchsetzung einer „harten Notbremse“ (siehe Update vom 18. März, 15.28 Uhr).
  • Die EMA empfiehlt eine Fortsetzung der Impfung mit AstraZeneca (siehe Update vom 18. März, 17.50 Uhr).
  • Am Freitag soll mit AstraZeneca wieder geimpft werden (siehe Update vom 19. März, 6.41 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet.

+++ An dieser Stelle beenden wir unsere Berichterstattung. Über die weiteren Entwicklungen in Sachen Corona-Pandemie halten wir Sie ab 19. März in unserem neuen News-Ticker auf dem Laufenden. +++

Update vom 19. März, 6.41 Uhr: Nach der Freigabe durch den Bund können in Bayern am Freitag die Corona-Schutzimpfungen mit AstraZeneca fortgesetzt werden. Noch am Donnerstagabend sollten die Impfzentren schriftlich darüber informiert werden, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in München sagte.

Er betonte, dass die Impfzentren individuell regeln müssten, wie sie mit den bestehenden Terminen und auch mit möglichen Nachholterminen umgehen würden. Aus seiner Sicht sollten aber diejenigen, deren Termine wegen der zwischenzeitlichen Aussetzung von AstraZeneca ausgefallen sind, bei neuen Planungen bevorzugt behandelt werden.

Corona in Bayern: AstraZeneca-Impfstoff hochwirksam 

Es müsse außerdem abgewartet werden, wie jetzt die Nachfrage nach dem Impfstoff sei. Es bleibe ein hoch wirksamer Impfstoff, der vor schweren Verläufen und sogar vor dem Tod schützen kann, wie Holetschek weiter sagte. Dies sei nun wiederholt festgestellt worden.

Vor Impfgipfel: Holetschek fordert schnelle Einbindung von Hausärzten

Vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern am heutigen Freitag fordert Bayerns Gesundheitsminister außerdem eine schnelle bundesweite Regelung für Corona-Impfungen durch Hausärzte. „Die Einbindung der Ärzteschaft in die Regelversorgung wäre ein starkes Signal“, so Holetschek. Er hoffe sehr, dass sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten an diesem Punkt bei ihrer Telefonkonferenz am Freitag einigen könnten.

In den kommenden Wochen bleibe die Knappheit an Impfstoffen aber weiterhin ein Problem, sagte er. Er hoffe sehr, dass es hier bald größere Mengen und mehr Verlässlichkeit gebe. „Wir müssen jetzt schauen, dass der Impfstoff auch da ist.“

Um den Impfablauf nicht noch weiter zu bremsen, müssten auch die Abläufe darauf abgestimmt werden. „Pandemie und Bürokratie verstehen sich nicht“, sagte Holetschek. Es sei daher wichtig, genau zu schauen, an welchen Stellen noch Hemmnisse beseitigt werden könnten.

Corona: Spahn verkündet wichtige Nachricht zu AstraZeneca

Update vom 18. März, 20.10 Uhr: Jetzt geht es Knall auf Fall. Kurz nach Holetscheks Forderung, bald wieder den Impfstoff der Firma AstraZeneca zu verimpfen, meldete sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu Wort. Er sieht die Einschätzung der EMA als ein „gutes Zeichen“. Deshalb soll das Vakzin bereits am Freitag wieder verabreicht werden.

Spahn verteidigte noch einmal das Vorgehen der Bundesregierung, das Impfen mit dem Mittel vorübergehend auszusetzen. Denn „Ärztinnen und Ärzte ohne diese Einschätzung der Impfung weiter impfen zu lassen, wäre unverantwortlich gewesen“, sagte der Gesundheitsminister.

Corona: Holetschek ist für eine schnelle Rückkehr zur Impfung mit AstraZeneca

Update vom 18. März, 19.56 Uhr: Kurz nachdem sich die EMA dafür ausgesprochen hat, den Impfstoff von AstraZeneca weiter zu verimpfen, hat sich auch Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) dazu geäußert. Er begrüßte die Entscheidung der Europäischen Arzneimittel-Agentur. „Wichtig ist, dass nun auch der Bund umgehend grünes Licht gibt und wir wieder Impftermine mit AstraZeneca vergeben können. Wir wollen den Hebel in Bayern schnell wieder umlegen und AstraZeneca so rasch wie möglich wieder einsetzen“, sagte er der Deutschen Presseagentur.

Die Entscheidung der EMA zeige, dass der Impfstoff von AstraZeneca wirksam und sicher sei. „Die anhaltende Knappheit von Impfstoffen in dieser Phase der Pandemie führt uns klar vor Augen: Wir müssen froh sein, dass wir diesen Impfstoff haben.“ Holetschek bekräftigte den Plan, dass der Impfstoff ab April verstärkt auch in den Arztpraxen eingesetzt werden soll.

Corona: EMA empfiehlt den AstraZeneca-Impfstoff weiter zu verwenden

Update vom 18. März, 17.33 Uhr: Große Neuigkeiten aus Amsterdam. Die Europäische Arzneimittel-Behörde (EMA) hat vor wenigen Minuten bekannt gegeben, dass sie die Verimpfung des Vakzins von AstraZeneca weiterhin empfiehlt. Laut der EMA-Expertin Dr. Sabine Straus konnte „kein eindeutiger Zusammenhang“ zwischen dem Impfstoff und der in Einzelfällen aufgetretenen Hirnvenen-Thrombose festgestellt werden. Im Augenblick hat die EMA nicht genügend Informationen, „um eine Warnung auszusprechen“. Es bräuchte „weiterführende Untersuchungen“. Es soll aber im Beipackzettel einen Hinweis geben. Außerdem sollen Ärzte sowie Krankenpfleger bei der Impfung noch einmal darauf hinweisen.

Noch vor der Pressekonferenz der EMA äußerte sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zum Thema Impfen. Er drängt, ähnlich wie sein Amtskollege aus Berlin, Michael Müller (SPD), auf die Zulassung des russischen Vakzins Sputnik V. Söder verwies darauf, dass Sputnik V nach allen Gutachten ein guter Impfstoff sei. „Zum Teil ein besserer als bereits zugelassene“, fügte er hinzu. Daher sei es nun nicht angezeigt, bei der Prüfung des Vakzins „im klassischen bürokratischen Klein-Klein-Verfahren alles abzuarbeiten“. Die zuständigen Behörden sollten den Stoff aus seiner Sicht vielmehr „schnell, effizient und zügig“ zulassen.

Corona: Söder empfiehlt die Durchsetzung einer „harten Notbremse“

Update vom 18. März, 15.28 Uhr: Angesichts wieder rasch steigender Corona-Zahlen fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen am Montag eine einheitliche Durchsetzung einer „harten Notbremse“. „Ich möchte aus einer im Moment sehr flexiblen Notbremse eine harte Notbremse machen“, sagte Söder am Donnerstag nach einer digitalen Länderkonferenz in München.

„Notbremse“ meint, dass beim Überschreiten einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 automatisch wieder härtere Anti-Corona-Maßnahmen gelten sollen. Darauf hatten sich Bund und Länder bei ihren vergangenen Beratungen verständigt. Söder beklagte aber, dass dies von den Ländern derzeit etwas unterschiedlich gehandhabt werde.

Corona-Lockdown: Söder fordert „harte Notbremse“ - und warnt dann eindringlich

Zu einer möglichen Rücknahme von je nach Inzidenz denkbaren Öffnungsschritten sagte Söder, ob man etwas zurückdrehe, müsse man sehen. Die Mehrheit der Länder sei da eher zurückhaltend.

Man stehe eindeutig vor einer anwachsenden dritten Welle, sagte Söder. „Jetzt müssen wir aufpassen, dass aus der dritten Welle keine Dauerwelle wird.“ Man könne sich um diese Realität nicht herummogeln. Deshalb sei es wichtig, am Montag klug und einheitlich zu handeln. „Notbremsen müssen verlässlich sein, und keine Alibi-Bremsen.“

Update vom 18. März, 12.25 Uhr: Das RKI meldet wiederholt einen Anstieg der Inzidenz in München. Lag diese am gestrigen Mittwoch, 17. März, noch bei 68,8, wird sie heute auf 69 beziffert. Damit setzt sich, wenn auch nur leicht, der Negativ-Trend der Stadt weiter fort.

Merkel-Gipfel: Lauterbach skizziert, was Deutschland jetzt bevorsteht - Szenario jetzt unvermeidbar

Update vom 18. März, 9.10 Uhr: Kommenden Montag ist es wieder soweit: Der nächste „Tag der Entscheidungen“ steht an. Im Bund-Länder-Gipfel beraten dann einmal mehr Kanzlerin Merkel (CDU) und die Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Für Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) ist schon jetzt klar: Es gibt nur zwei Optionen. Diese erläuterte der Epidemiologe am gestrigen Abend, 17. März, in der ARD-Talksendung Maischberger. „Entweder wir gehen ab Montag in einen harten Lockdown, der dann kürzer anhält, oder wir verzögern diesen um etwa zwei Wochen - dann wird alles jedoch noch viel schlimmer,“ so die Prognose Lauterbachs. Dies würde das Schließen aller Läden sowie Schulen und Kitas bedeuten. Jegliche Lockerungs-Schritte würden zurückgenommen.

Demnach sei besonders die Gruppe der 50-80-Jährigen jetzt massiv gefährdet, so der SPD-Politiker. Dies liege daran, dass sie noch nicht geimpft seien, und durch die britische Mutante besonders in Gefahr seien. Auf die Frage, wie man die Menschen im Land für einen weiteren Lockdown motivieren könne, fand Lauterbach ebenfalls eine klare Antwort: „Mit Ehrlichkeit“. Für ihn gehe jeder dann mit, wenn offen und ehrlich kommuniziert würde.

Update vom 18. März, 7.46 Uhr: Wie wird es weitergehen in der Corona-Krise? Am heutigen Donnerstag beraten die Kultusminister aller Bundesländer in virtueller Form über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Bereits am Freitag findet eine weitere Schaltkonferenz zwischen Bund und Bundesländern speziell zum Thema Corona-Impfungen statt. Am kommenden Montag findet dann die offizielle nächste Bund-Länder-Konferenz statt. Angela Merkel soll sich intern bereits für eine erneute Verlängerung des Lockdowns ausgesprochen und Verschiebungen beim Öffnungsplan angedeutet haben.

Steigende Corona-Zahlen sind vor allem auch im Freistaat zu verzeichnen. Für Betriebe, vor allem im Kulturbereich, die sich auf anstehende Lockerungen vorbereitet hatten, ist das nun eine weitere Bedrohung ihrer Existenz. Das Volkstheater beispielsweise sollte am Donnerstag wieder starten. Es gibt ein Hygienekonzept, Schnelltests, zwei Drittel der Karten sind bereits verkauft. Nun hat Intendant Christian Stückl Angst, seine Leute doch nicht aus der Kurzarbeit holen zu können.

Doch die Prognosen der vergangenen Tage verheißen nichts Gutes. Am Donnerstagmorgen konnte jedoch noch keine Aussage zu weiter steigenden Zahlen getroffen werden. Das Dashboard des RKI wurde bislang noch nicht aktualisiert.

Update vom 17. März, 21.46 Uhr: Wenn es um die Corona-Politik ging, hielt sich Bundesinnenminister Horst Seehofer meistens bedeckt. Lediglich zu den Grenzkontrollen - die in seinen Zuständigkeitsbereich fallen - äußerte sich der CSU-Politiker regelmäßig. Jetzt sprach er sich jedoch in einem Interview mit dem Münchner Merkur für eine Vereinfachung der Corona-Maßnahmen aus. „Die Regelungen sind mittlerweile zum Teil recht kompliziert geworden und nicht immer logisch.“ Und Seehofer weiter: „Die Leute verstehen nicht, wenn der Blumenladen schließen muss, aber der Supermarkt nebenan Blumen verkaufen darf.“

Mit seiner Expertise, die er schon bei der Erarbeitung von Konzepten für Erntehelfer oder für Gottesdienste unter Beweis gestellt hat, will er nun auch den Alltag der Menschen erleichtern. „Wir alle müssen Corona sehr ernst nehmen. Aber dazu brauchen wir einfachere Regeln, die Schutz und Freiheit zusammenbringen und von jedem verstanden werden. Wir können doch jetzt nicht drei Jahre im Lockdown verharren.“ Sein Vorschlag, bezogen auf die Einzelhändler, wäre: Ab einer Inzidenz von 50 darf nur noch ein Kunde pro zehn Quadratmetern Verkaufsfläche in einen Laden – egal, ob Supermarkt oder sonstiger Einzelhandel. „Eine Regel für eine Inzidenz von über 100 bräuchten wir dann nicht mehr.“ 

Ob Seehofer mit seinen Plänen bei den Ministerpräsidenten oder bei Angela Merkel offene Türen einrennt, ist eher zu bezweifeln. Die sind schon vor der nächsten Konferenz am kommenden Montag eher wieder am Zurückrudern. Wie das Portal Business Insider erfahren hat, soll der vierte Öffnungsschritt für Kultur und Außengastronomie bei einer Inzidenz unter 50 verschoben werden. Als Grund für den Schritt nennen Bund und Länder demnach „die Unsicherheit beim AstraZeneca-Impfstoff“ und das „verschlechterte Infektionsgeschehen“.

Corona: Ursula von der Leyen will einen digitalen Impfnachweis einführen

Update vom 17. März, 16.16 Uhr: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will mit einem geplanten digitalen Impfnachweis, dem sogenannten „Grünen Zertifikat“ die Reisebeschränkungen in der Europäischen Union überwinden. „Mit diesem digitalen Zertifikat wollen wir unseren Mitgliedstaaten helfen, verantwortungsvoll und sicher die Freizügigkeit wiederherzustellen“, sagte von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Es soll bereits zum 1. Juni kommen.

Die geplanten Zertifikate sollen nach ihren Worten als Nachweis dienen, ob ein EU-Bürger geimpft oder getestet wurde oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen ist. Alle 27 EU-Staaten sollten diese Bescheinigungen gegenseitig anerkennen, sagte die Kommissionspräsidentin.

Sommerferien trotz Corona? „Grünes Zertifikat“ soll Hoffnung machen

Die Kommission nennt den Nachweis „Digitales Grünes Zertifikat“. Es soll aber auch in Papierform gelten. Jeder soll es kostenlos bekommen, alle EU-Staaten sollen es anerkennen. Zentraler Punkt ist ein QR-Code, der die Sicherheit und Echtheit des Zertifikats garantieren soll. Grundsätzlich soll es den EU-Staaten überlassen bleiben, welche Vorteile sie gewähren. 

Coronavirus in Bayern: Grenzkontrollen werden verlängert

Update vom 17. März, 14.25 Uhr: Das österreichische Bundesland Tirol hat die Verlängerung der deutschen Grenzkontrollen (siehe Update unten) scharf kritisiert. Sie sei durch nichts zu rechtfertigen, sagte Landeschef Günther Platter (ÖVP) am Mittwoch. Der Anteil der Südafrika-Variante an allen Corona-Infektionen in Tirol liege nur noch bei 3,5 Prozent. Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe selbst eingeräumt, dass der Anteil der Südafrika-Mutation im Saarland bereits über 15 Prozent betrage und damit vier Mal so hoch sei wie in Tirol. „Trotzdem wird Tirol bewusst an den Pranger gestellt, während man in Deutschland auch weiterhin auf strenge Kontrollmaßnahmen zur direkt angrenzenden französischen Region Moselle verzichtet“, so Platter. Er setze darauf, dass die Europäische Kommission und die österreichische Bundesregierung ein Ende dieser „ungerechtfertigten Schikane“ gegen Tirol erwirken.

Update vom 17. März, 11.54 Uhr: Aufgrund der sich verschlechternden Corona-Lage setzt die Bundesregierung die Grenzkontrollen zu Tschechien und Österreich fort. Wie der Münchner Merkur exklusiv weiß, wird das zur Stunde vom Bundeskabinett beschlossen. Doch demnach gibt Bundesinnenminister Seehofer Hoffnung für die Grenz-Situation mit Österreich*.

Update vom 17. März, 11.12 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen weiter an. Das RKI beziffert in seinen neuesten Daten eine bundesweite Inzidenz von 86,2. In München liegt der Wert bei 68,8 (beide Stand: 17. März). Damit setzt sich das rasche Wachstum in Deutschland ungebremst fort, vieles deutet auf ein erneutes exponentielles Wachstum hin. Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité hat sich jetzt zur aktuellen Lage in seinem NDR-Podcast geäußert - und einen bitteren Ausblick für die nächsten Wochen gewagt. „Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum“, so Drosten.

Corona-Lockdown: Drosten wagt drastische Oster-Prognose

Die Situation werde sich dann im weiteren Verlauf „drastisch erschweren“ wegen der Mutante, erwartet Drosten. Besonders „brenzlig“ werde es für die weitestgehend noch ungeimpften Jahrgänge ab 50 Jahre. Diese Warnung hatte Drosten auch zuvor schon geäußert. Viele Experten, darunter Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) empfehlen deshalb eine sofortige Rückkehr in den harten Lockdown. Besonders das teilweise Öffnen von Schulen und Kitas müsse demnach umgehend gestoppt werden.

Update vom 17. März, 9.51 Uhr: Knapp zweieinhalb Wochen nach Beginn der Corona-Impfungen bei der bayerischen Polizei konnte bereits 10.809 Einsatzkräften das Vakzin von AstraZeneca verabreicht werden. „Wir hatten eine starke Nachfrage und haben noch Tausende, die gern geimpft werden wollen“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags in München. Die Polizisten hätten die Impfungen gut vertragen, es habe aber eine Reihe von Kollegen gegeben, die danach „etwas lädiert nieder lagen“, einige für ein paar Stunden, andere bis zu eineinhalb Tagen.

Wegen der bundesweiten Aussetzung der Impfungen mit dem Präparat des Herstellers AstraZeneca sei nun auch die Impfung der Polizei abgebrochen, sagte Herrmann. „Ich hoffe aber sehr darauf, dass die Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zu einem positiven Ergebnis kommt und wir mit dem impfen fortfahren können.“

Update vom 17. März, 7.48 Uhr: Trotz des momentanen Impfstoff-Stopps mit dem AstraZeneca-Präparat erwartet das Gesundheitsministerium vorerst weitere Lieferungen. Von Anfang März bis Anfang April waren insgesamt 660 000 Corona-Impfdosen AstraZeneca angekündigt.

Trotz AstraZeneca-Impfstopp: Bayern erwartet weitere Impfstoff-Lieferungen

„Hiervon wurden 309 600 Impfdosen bereits zugeliefert, während die Zulieferung der verbleibenden 350 400 Impfdosen bis zur 13. Kalenderwoche noch bevorsteht“, bestätigt das Ministerium in München auf Anfrage der dpa. Grund für die AstraZeneca-Aussetzungen sind Meldungen über einen möglichen Zusammenhang mit Hirnvenenthrombosen.

Derweil hat sich das Impftempo im Freistaat deutlich erhöht. Laut Gesundheitsministerium wurden in der vergangenen Woche durchschnittlich fast 41 300 Personen täglich geimpft. Das sind knapp 5000 mehr am Tag als noch in der Vorwoche.

AstraZeneca: Bayern droht großes Corona-Impfdebakel

Sollte der Corona-Impfstoff AstraZeneca in der EU jedoch nicht mehr verwendet werden dürfen, droht ein erheblicher Rückschlag für die - im Vergleich zu Großbritannien oder den USA - ohnehin langsame Impfkampagne. Allein von den im Freistaat erwarteten Impfstoff-Lieferungen der 9. bis zur 13. Kalenderwoche sollte das britisch-schwedische Unternehmen mehr als ein Drittel beisteuern.

Update vom 16. März, 20.15 Uhr: Der Stopp für die Impfungen mit AstraZeneca trifft auch die Planungen der Stadt München heftig: Nach tz-Informationen mussten bereits jetzt 1.500 Impftermine abgesagt werden. Zehntausende könnten folgen - ursprünglich hätten rund 30.000 Menschen ab kommenden Montag im Isar-Klinikum an der Sonnenstraße geimpft werden sollen. Doch nun wird der Impf-Start für Grundschul- und Kitapersonal ausgesetzt.

Corona: Eine Woche vor nächstem Merkel-Gipfel - Bund und Länder planen wohl neuen Lockdown-Hammer

Update vom 16. März, 16.44 Uhr: Steigende Infektions-Zahlen, vorübergehender Stop der AstraZeneca-Impfungen. Die Pandemie-Lage in Deutschland hat sich in kurzer Zeit deutlich verschärft. Auch Markus Söder zeigte sich auf der heutigen Pressekonferenz in München besorgt (siehe Updates weiter unten). Knapp eine Woche vor dem nächsten Bund-Länder-Gipfel bahnt sich an, dass große Öffnungs-Schritte wohl eher nicht auf der Agenda stehen werden. Ganz im Gegenteil: Wie der üblich gut informierte Business Insider jetzt berichtet, soll der laufende Lockdown um weitere vier Wochen verlängert werden.

Ab dem 22. März hätten Länder und Regionen mit einer Inzidenz unter 50 eigentlich große Schritte machen können. Restaurants im Außenbereich könnten öffnen, Opern, Kinos, Theater und Konzerte ebenfalls. Auch Kontaktsport sollte im Freien wieder möglich sein, kontaktfrei im Innenbereich. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 waren diese Lockerungen ebenfalls angedacht. Kunden, Gäste und Teilnehmer hätten allerdings einen negativen Schnelltest vorlegen müssen. Diese Beschlüsse, die man auf dem vergangenen Gipfel getroffen hatte, scheinen dem Bericht nach auf Grund der aktuellen Entwicklungen jetzt ernsthaft in Gefahr zu sein.

Update vom 16. März, 14.25 Uhr: Die wichtigsten Aussagen des heutigen Söder-Statements noch einmal im Überblick. Abschlussklassen und auch Viertklässler sollen nach den Osterferien auch in Corona-Hotspots weiter in die Schule gehen dürfen - dann aber voraussichtlich verbunden mit einer Testpflicht. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) solle ein entsprechendes Konzept vorlegen. Man müsse in den Hotspots über dem Inzidenzwert 100 aber aus Testmöglichkeiten dann Testpflichten machen, sagte Söder. 

Corona-Lockdown in Bayern: Söder fordert konsequente Umsetzung der Notbremse

Söder lehnt Abweichungen an der von Bund und Ländern festgelegten „Notbremse“ mit Corona-Auflagen bei einer Inzidenz von mehr als 100 ab. Es mache keinen Sinn, die Notbremse etwa auf 150 hochzusetzen, wie es mancherorts diskutiert werde, sagte der CSU-Chef am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Damit Lockerungen überhaupt möglich seien, brauche es eine effektive und über alle Bundesländer hinweg einheitliche Notbremse.

Es müsse einen Automatismus geben, dass Lockerungen zurückgenommen werden, sobald es mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gebe, sagte Söder. Dies sei umso wichtiger, weil der generelle Trend in Deutschland wieder schwieriger werde. „Wir befinden uns in einem Wettlauf mit der Zeit und gleichzeitig in einem Wettlauf mit der Geduld.“ Die Zahlen zeigten, dass wieder „schwierigere Wochen auf uns zukommen“.

Update vom 16. März, 12.47 Uhr: Wenn AstraZeneca nicht mehr zugelassen wird, müsse Europa schnell neue Impfstoffe wie zum Beispiel den russischen zulassen, sagt Söder.

Update vom 16. März, 12.33 Uhr: Gesundheitsminister Holetschek spricht nun über AstraZeneca: „Es tut schon weh, wenn man hört der zweitwichtigste Impfstoff fällt aus.“ Er hofft auf klare Signale der EMA, nach der Prüfung. Das Gesundheitsministerium wird sich morgen mit den Ärzten zusammenzusetzen. Ziel sei es schnell anzufangen. Wie das ohne AstraZeneca gehe, müsse man sehen, „Eventuell erst in den Hotspots.“

Update vom 16. März, 12.26 Uhr: Nun spricht Kultusminister Michael Piazolo. Die Zahlen seien schlechter, als man erwartet habe. Seit gestern seien aber Schüler wieder an die Schulen zurückgekehrt. Etwa 23 Prozent seien aktuell im vollen Präsenzunterricht mit Mindestabstand. Neben dem Impfen der Lehrer seien die Selbsttests jetzt bei allen Lehrern und Schülern wichtig.

Corona in Bayern: Söder skeptisch was Oster-Urlaub angeht - Hoffnung auf den Sommer

Update vom 16. März, 12.18 Uhr: Jetzt spricht der Ministerpräsident über den Oster-Urlaub. „Große Hotelöffnungen“ sehe er eher nicht. „Es wäre aber sinnvoll, wenn der Bund bei Reiserückkehrern aus Mallorca eine Testpflicht einführt.“ Was Pfingsten und den Sommer angeht, ist Söder aber optimistisch. Dann können Lockerungen auch an Impffortschritte gekoppelt werden. „Wenn wir jetzt zu früh nachlassen, wird es später wieder schwer auf niedrige Zahlen zu kommen. Wir gehen den Weg der Vorsicht weiter, aber nicht stur. Wir sind keine Lockdown-Fetischisten.“

Update vom 16. März, 12.17 Uhr: Auch ein Impfpass soll eingeführt werden. Er sei sehr zurückhaltend, wenn es bei dem Corona-Gipfel nächste Woche um Lockerungen gehe. Schulen sollen erstmal offen bleiben, das Thema sei ein Herzensprojekt. „Unter 100 Wechselunterricht, über 100 Distanzunterricht.“ Bei einer Inzidenz von über 100 solle eine Test-Pflicht bei den Schulen eingeführt werden, derzeit sei es noch freiwillig. Die Zahlen der Tests seien noch zu niedrig. „Das Netz muss engmaschiger werden, um Fälle zu finden.“

Video: Die ganze Pressekonferenz mit Markus Söder zum Nachhören

Söder hält an Notbremse fest und will das Impfen flexibler gestalten

Update vom 16. März, 12.13 Uhr: Söder wolle mit Impfzentren und Hausärzte zweigleisig Impfen. Die Bürokratie sei immer noch ein Problem. Die Zeit bis zur Zweitimpfung müsse ausgedehnt werden. „Impfen für weniger Mortalität und Impfen für mehr Mobilität“, seien die zwei Impf-Gründe. Er wolle das Impfen flexibler gestalten. Also auch in Hotspots abseits der Priorisierung impfen oder z.B. auch in Unternehmen impfen.

Update vom 16. März, 12.11 Uhr: Der Ministerpräsident erklärt, dass die Notbremse bei 100 bleiben wird und in Bayern durchgesetzt werden. „Es wird wichtig, dass die Notbremse bundesweit einheitlich durchgesetzt wird.“ Es gäbe Länder wie Sachsen, bei denen die Regelungen noch unklarer seien. Das Impfen in Bayern gehen zwar, trotz der wenigen Verfügbarkeit, gut, aber nicht schnell genug. „Wichtig wäre folgendes: Der Impfgipfel wird ja verschoben, aber wichtig ist es, dass dann die Lage zu AstraZeneca geklärt ist.“ Auch entscheidend sei, ob der Impfstoff dann wieder wie vorher eingesetzt werden können. Er macht den Vorschlag, dass AstraZeneca dann direkt über die Hausärzte verimpft werde, weil das Vertrauen in den Impfstoff nicht gerade wachsen werde. Die Ärzte könnten ihre Patienten dann auch besser beraten.

Corona-Lage in Bayern: Söder wird ernst: „Es wird in Deutschland wieder schwieriger“

Update vom 16. März, 12.05 Uhr: Auch die Zahl der Hotspots in Bayern steige. Söder sieht auch den R-Wert der mittlerweile um 1,3 steht kritisch. „Es wird in Deutschland wieder schwieriger. Haben die Menschen noch die Geduld sind sie noch dabei? Ich glaub, dass sie die Gesundheit und Sicherheit noch hoch einschätzen. Aber die Stimmung wird doch belastet.“ Auch für die MPK nächste Woche bleibe sein Motto „Sicherheit geht vor“, sagt Söder.

Update vom 16. März, 12.04 Uhr: „Wir befinden uns in einem Wettlauf mit der Zeit und gleichzeitig mit der Geduld der Menschen in Bayern und Deutschland.“ Derzeit sehe es aber wieder schlechter aus. Überall in Europa steigen die Zahlen wieder und in einigen Ländern gebe es wieder Lockdowns. Die Gefährdung der jüngeren Menschen nehme zu und auch die Krankenhäuser würden vor einer schlimmeren Lage in den Stationen ausgehen. Auch die Mutationen würden die Aufenthalte länger gestalten. „Auch bei uns macht die britische Mutation schon 60 Prozent aus.“

Update vom 16. März, 11.59 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Kultusminister Michael Piazolo sind so eben eingetroffen.

Update vom 16. März, 11.55 Uhr: Noch lassen Söder und seine Minister auf sich warten. Vermutlich beginnt die PK doch erst um 12 Uhr.

Corona-Chaos: Zahlen rasen nach oben, Impf-Hammer folgt - Söder gleich live in München

Update vom 16. März, 11.11 Uhr: In der Kabinettssitzung im bayerischen Landtag, die im Moment stattfindet, wird das Thema Impfen ein Hauptthema sein. So fordert Gesundheitsminister Klaus Holetschek ein rasches Handeln bezüglich des AstraZeneca-Impfstoffs. Ab vermutlich 11:50 Uhr werden die Ergebnisse der Beratung in einer Pressekonferenz bekannt gegeben, die Sie hier im Live-Stream verfolgen können. Anwesend sein werden Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Kultusminister Michael Piazolo.

Update vom 16. März, 8.08 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in München beträgt 66,7 (Stand 16. März, 3.42 Uhr). Das geht aus den neuesten Daten des Robert-Koch-Instituts hervor. Am Tag zuvor lag der Wert bei 69,1.

Corona-Chaos: Zahlen rasen nach oben, Impf-Hammer folgt - Söder veranlasst überraschend PK in München

Erstmeldung vom 15. März: München - Es geht wieder Schlag auf Schlag. Eine Woche vor der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz (22. März) überschlagen sich die Meldungen rund um die Corona-Krise in Deutschland. Besonders im Fokus dabei stehen die stark steigenden Zahlen. Doch die Meldung rund um den Impfstop des Herstellers AstraZeneca rückte gar das neue Infektions-Geschehen - zumindest vorübergehend - aus dem Blickfeld. CSU-Chef Markus Söder hatte nur Stunden vorher empfohlen, den Export des Imfpstoffs in Deutschland zu stoppen. Es gibt also Redebedarf.

Corona: Zahlen steigen rasant an, AstraZeneca-Impfstopp folgt - Söder kündigt PK an

Besonders das langsame Impf-Tempo kritisierte der CSU-Chef seit Beginn des Jahres stets stark - dies dürfte sich jetzt nur verschärft haben. Knapp ein Viertel der aktuellen Impfstoffe, die man in Deutschland zur Verfügung hat, mache AstraZeneca aus, erklärte der Münchner Infektiologe Christoph Spinner im BR. Würde dieser auch langfristig wegfallen, sei eine weitere Verzögerung beim Impfen nicht unwahrscheinlich. Dies würde die sich ohnehin zuspitzende Lage weiter verschärfen: In Deutschland steigen die Inzidenz-Zahlen seit Tagen wieder weiter an, den aktuellsten Daten (Stand: 15. März) des Robert-Koch-Instituts nach liegt die bundesweite Inzidenz bei 82,9. In München liegt der Wert für den selben Zeitpunkt bei 69,1.

Corona: CSU-Chef Söder kündigt überraschend Pressekonferenz an - folgt harter Lockdown?

Besonders große Sorge bereitet Experten dabei, dass in vielen Orten Schulöffnungen trotz der Lage vollzogen werden. So plädierte Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) für sofortige Schulschließungen - so könnte man vor den Osterferien wichtige Zeit gewinnen, um Todesfälle zu vermeiden. Auch in Bayern steigt die Zahl der „Hot-Spots“ immer weiter an. In Nürnberg etwa liegt die Inzidenz wieder bei über 100 - Folgen wie eine nächtliche Ausgangssperre und die Rückkehr zum reinen Distanzunterricht sind bereits getroffen. In Anbetracht der Lage informiert CSU-Chef Markus Söder am Dienstag, 16. März, gemeinsam mit dem Bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) über die aktuelle Lage. Die Pressekonferenz aus München ist für 12 Uhr angesetzt. Wir berichten hier live in unserem Ticker und Stream. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

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