Gesundheitsamt schließt Filialen

An Corona-Teststation in München: Rentner bekommt Negativ-Bescheid, obwohl er nie einen Test gemacht hatte

Corona-Test: So weit kam der Rentner in München nie - trotzdem bekam er einen Negativ-Bescheid.
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Corona-Test: So weit kam der Rentner in München nie - trotzdem bekam er einen Negativ-Bescheid.

Seit Freitag sind vier Corona-Teststationen eines Betreibers aus Starnberg in München geschlossen. Die Vorwürfe wiegen schwer. Der Betreiber verteidigt sich.

München - Ein Münchner Rentner schickte eine aufsehenerregende Beschwerde an das bayerische Gesundheitsministerium. Er habe sich bei einem Corona*-Schnelltest-Anbieter in München* registriert, dann aber nie einen Test durchführen lassen, weil er nicht so lange anstehen wollte. Trotzdem habe der Münchner von jener Teststation einen negativen Corona-Test-Bescheid bekommen. Mit diesem hätte er einkaufen gehen oder sich in jedes Restaurant setzen können. Laut dem Münchner handelte es sich um die Teststation Seehaus im Englischen Garten. Betrieben wird sie neben drei anderen Schnelltest-Stellen in München von der Firma Probitatis mit Sitz in Starnberg.

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Das Münchner Gesundheitsreferat ging der Sache laut einer Recherche der Süddeutschen Zeitung nach. Inzwischen sind alle Teststellen geschlossen. Auf der Internetseite der Firma, covid-test-muenchen.de, kann man sich nicht mehr für einen Test registrieren. „Vorübergehend geschlossen“, ist dort zu lesen.

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Die Vorwürfe sind allerdings noch nicht belegt. Die SZ konfrontierte Dominic Post, Inhaber der Firma Probitatis, mit diesen. Er bestätigte die Kontrolle und Schließung der vier Testzentren in München. Neben der Station Seehaus im Englischen Garten hat es auch noch eine Station an der Hackerbrücke gegeben. Laut Post habe man an jeder Station um die 1000 Tests pro Tag durchgeführt. Er hat auch eine Theorie, wie es zu dem Vorfall gekommen sein könnte. „Möglicherweise war es so, dass Herr H. mit dem Teströhrchen unbemerkt gegangen ist. Dass jemand vor dem Test aus der Teststation verschwinden könnte und dabei das Röhrchen mitnimmt, das hatten wir nicht auf dem Schirm“, sagt er der Süddeutschen Zeitung.

Aktuell häufen sich Vorwürfe gegen private Testbetreiber in ganz Deutschland. Auch in Bayern laufen mehrere Untersuchungen.

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