Nächtliche Ausgangssperre

Unerwarteter Bußgeld-Hammer beschlossen: Müssen viele Bayern ausgerechnet an Weihnachten blechen?

Markus Söder hat für ganz Bayern eine nächtliche Ausgangssperre durchgesetzt, die auch an Weihnachten gelten soll. Bei Corona-Verstößen drohen Bußgelder.

  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärt den gesamten Freistaat zum „Corona-Hotspot“.
  • Damit tritt eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft, die auch an den Weihnachtsfeiertagen gilt.
  • Verstöße sollen mit empfindlichen Bußgelder geahnt werden.

Update 14. Dezember, 13.50 Uhr: Wer ab Mittwochabend ab 21 Uhr ohne triftigen Grund auf Bayerns Straßen unterwegs ist, muss mindestens ein Bußgeld von 500 Euro zahlen. Das Kabinett hat am Montag in seiner Sitzung in München eine entsprechende Erweiterung des Bußgeldkatalogs beschlossen. Damit tritt die Ausgangssperre für den gesamten Freistaat in Kraft.

„Das gilt tatsächlich für jeden Tag“, unterstrich Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) nach einer Landtagssitzung in München. Eine Ausnahme für Weihnachten sei nicht vorgesehen.

Corona-Lockdown: Nächtliche Ausgangssperre auch an Weihnachten? Lockerung bei Kontaktbeschränkung

Ursprungsmeldung:

München - Für Interpretationen ließ Markus Söder keinerlei Spielraum. In ganz Bayern soll am Mittwoch (16. Dezember) eine nächtliche Ausgangssperre (zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens) in Kraft treten, wie er nach dem von Kanzlerin Angela Merkel geleiteten Lockdown-Gipfel sagte. Kurzerhand will der Ministerpräsident den gesamten Freistaat faktisch zum „Corona-Hotspot“ erklären. Der Landtag muss diese Maßnahme in einer Sitzung am Montag (14. Dezember) offiziell absegnen.

Was bedeutet diese Einschätzung für die Bewohner des Freistaats? Wer nach 21 Uhr sein Haus noch verlässt, muss triftige Gründe vorbringen. Dazu gehören etwa der Weg zur Arbeit, die Teilnahme an Gottesdiensten und die „Begleitung Sterbender“, wie es in der entsprechenden Verordnung heißt. Nun treibt eine Frage viele Bayern um: Gilt das auch an Weihnachten?

Der „harte Lockdown“ sieht vor, dass aktuell maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten zusammenkommen dürfen. Am 24. Dezember und den anschließenden Feiertagen werden im Freistaat Lockerungen in Sachen Kontaktbeschränkung gewährt: Ein Haushalt darf die Bescherung mit vier weiteren Personen begehen, Kinder unter 14 Jahren werden jeweils nicht mitgezählt.

Lockdown: Söder kennt bei Corona-Regel keine Gnade - viele Bayern-Verstöße an Weihnachten?

Was einigen die Feierlaune gründlich verhageln könnte: Ministerpräsident Söder will in Sachen Ausgangssperre keine Ausnahme machen. „Corona macht an Weihnachten nicht Halt oder Pause. Und deswegen gelten die Regeln auch für die Feiertage. Das heißt: Jawohl, da gilt dann auch die Ausgangssperre“, bekräftige Bayerns Ministerpräsident in der „RadioWelt“ von Bayern2.

Um die Ausgangssperre einzuhalten, könnten die Verwandten beispielsweise über Nacht bleiben, „wenn die Räumlichkeiten da sind“. Ansonsten müsse Söder zufolge Weihnachten eben in etwas anderer Form gefeiert werden: „Möglicherweise früher. Bei vielen ist es übrigens so, dass sie ohnehin früher anfangen, gerade wenn kleine Kinder da sind.“

Söder: Nächtliche Ausgangssperre auch an Weihnachten - „hohe Bußgelder“ bei Verstößen angekündigt

Der CSU-Politiker kündigte während des Radio-Interviews empfindliche Straßen für „Verweigerer“ an: „Es wird auch hohe Bußgelder geben, wenn jetzt gegen diese Auflagen verstoßen wird“.

Bei der Münchner Polizei ist noch unklar, welche Devise für die Kontrolltätigkeit der Beamten an den Feiertagen gelten soll. Man müsse die neuen Verordnungen des Freistaats Bayern und der Stadt München abwarten, erklärte ein Sprecher auf Anfrage.(lks) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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