Städte haben bereits jetzt Probleme

Söder greift durch: Neue Corona-Regel gilt ab sofort - wer dagegen verstößt, muss bis zu 25.000 Euro hinlegen

Wer aus einem ausländischen Risikogebiet nach Bayern zurückkehrt, muss sich ab sofort auf Corona testen lassen. In einigen Städten geraten die Testzentren jedoch an ihre Grenzen.

  • Ab dem 23. Dezember wird an Bayerns Grenzen ganz genau hingeschaut: Ministerpräsident Markus Söder hat eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten etabliert.
  • Spätestens 72 Stunden nach der Einreise müssen Betroffene ein Testergebnis vorlegen.
  • Welche Ausnahmeregelungen gelten, können Sie in unserem Überblick nachvollziehen.

Update 23. Dezember, 10.55 Uhr: Ab heute müssen sich Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten auf das Coronavirus testen lassen, bevor sie Bayern betreten. Der Test darf allerdings maximal 48 Stunden alt sein. Verstöße gegen die Testpflicht sollen mit einem Bußgeld belegt werden. Dies kann nach dem Infektionsschutzgesetz des Bundes bis zu 25.000 Euro betragen. Bereits jetzt haben vor allem Großstädte Probleme, das erhöhte Aufkommen zu bewältigen (siehe Update 22. Dezember, 10.58 Uhr).

Update 22. Dezember, 19.30 Uhr: Ab Mittwoch (23. Dezember) müssen sich in Bayern alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten testen lassen - das hat das bayerische Kabinett beschlossen (siehe Erstmeldung vom 22. Dezember). Bereits jetzt - kurz vor den Feiertagen - stoßen mehrere Testzentren in Bayern nach Angaben der örtlichen Gesundheitsämter jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen.

Wie nun bekannt wurde, verwiesen die Behörden in München und Augsburg die Einwohner deshalb für Corona-Tests bereits an private Dienstleister und Hausärzte. In der bayerischen Landeshauptstadt waren für das Testzentrum auf der Theresienwiese an diesem Dienstag (22. Dezember) sämtliche Termine bis einschließlich 27. Dezember ausgebucht - obwohl die Kapazitäten seit Montag (21. Dezember) auf 2500 Tests pro Tag ausgeweitet wurden. Gleichzeitig wurden nach Angaben des Gesundheitsreferats in der vergangenen Woche rund 2000 reservierte Testtermine nicht genutzt. Die Behörde rief deshalb dazu auf, in diesem Fall die Termine wieder zu stornieren.

Auch im Testzentrum auf der Augsburger Messe waren schon am Montag bis zum 28. Dezember keine Termine mehr reservierbar - obwohl der Betreiber die Kapazitäten von 1200 auf 1500 Tests pro Tag erhöht hatte. Die Wartezeiten bei der Übermittlung der Testergebnisse würden dadurch aber nicht länger, sagte ein Sprecher der Stadt. 

Söder greift durch: Corona-Testpflicht für Rückkehrer kommt - erste Hintergründe zur neuen Maßnahme

Erstmeldung vom 22. Dezember, 15.45 Uhr:

München - Alle Reiserückkehrer aus ausländischen Risikogebieten unterliegen ab Mittwoch (23. Dezember) in Bayern einer Corona-Testpflicht. Spätestens 72 Stunden nach der Einreise müssen sie beim zuständigen Gesundheitsamt ein Testergebnis vorlegen, dies hat am Dienstag das bayerische Kabinett in München beschlossen. Die Urlaubs- und Familienrückkehrer können aber auch Corona-Tests vorlegen, die im Ausland vorgenommen wurden. Der Test darf aber maximal 48 Stunden alt sein.

Corona: Bayern führt Testpflicht für Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten ein

„Der Urlaub darf nicht zum Risiko werden. Die Sicherheit steht an erster Stelle. Dazu führt Bayern eine Testpflicht für Reiserückkehrer ein“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) laut Mitteilung. Söder befindet sich seit Montag wegen eines nachgewiesenen Corona-Falls in seinem Kabinett selbst in Quarantäne, dürfte diese inzwischen laut eigenen Angaben vom Dienstagnachmittag wieder verlassen.

Reisen in Risikogebiete sollten am besten überhaupt nicht stattfinden. So bleiben alle besser geschützt“, wiederholte der CSU-Politiker in seiner Botschaft.

Söder: Rückkehrer aus deutschen Corona-Hotpots nicht von neuer Regel betroffen

Testzentren an den Flughäfen oder kommunale Einrichtungen stehen für Bayern-Rückkehrer bereit. Inlandsreisende - auch aus Hotspots - fallen NICHT unter die Regelung. „Personen, die der Testpflicht unterliegen, sollten sich frühzeitig um einen Termin bemühen“, hieß es aus der Staatskanzlei. An den Autobahnen sollen zudem neue Hinweisschilder an die Verpflichtung erinnern.

Darüber hinaus gilt für Einreisende aus Risikogebieten weiterhin eine strenge Quarantänepflicht. Sie müssen sich unmittelbar nach der Einreise in die eigene Wohnung oder eine geeignete Unterkunft begeben und sich dort für zehn Tage isolieren. Frühestens nach fünf Tagen kann die Quarantäne durch einen negativen Test beendet werden. Ohnehin stellt sich die bayerische Polizei auf arbeitsintensive Feiertage ein.

Söder führt Corona-Testpflicht für Bayern-Rückkehrer ein: Diese Ausnahmen gelten

Ausnahmeregeln bestehen nach Angaben der Staatskanzlei nur für systemkritische Tätigkeiten bestimmter Berufsgruppen etwa in den Bereichen Pflege und öffentliche Sicherheit. Unabhängig davon sind alle, also auch ausländische Pflegekräfte, verpflichtet, sich zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Auf dem europäischen Festland gibt es aktuell nur noch in Frankreich (Bretagne), Griechenland, Estland, Finnland, Norwegen und Österreich (zwei Gemeinden an der deutschen Grenze) Regionen, die nicht als Risikogebiete eingestuft sind.

Corona-Lage angespannt: Weite Teile Europas gelten als Risikogebiet

Hinzu kommen Regionen in Irland sowie das portugiesische Madeira, das französische Korsika, ein Großteil der griechischen Inseln, die britische Isle of Man und die Kanalinsel Guernsey sowie die dänischen Inseln Grönland und Färöer.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreitet. Ganz Deutschland und die meisten anderen europäischen Länder sind demnach Risikogebiete. (dpa/lks)

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Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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