Lockdown als mögliches Szenario

Flammender Corona-Appell: In einem Punkt äußert sich Söder vielsagend - „Aus heutiger Sicht völlig offen“

In München steigen die Corona-Fallzahlen weiter rasant an. CSU-Chef Markus Söder informierte am Dienstag (27. Oktober) über die aktuelle Lage - und macht Hoffnung auf einen Impfstoff noch in diesem Jahr.

  • München liegt seit Montag (26. Oktober) im „dunkelroten“ Bereich der Corona-Ampel.
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch (28. Oktober) offenbar einen „Lockdown Light“ beschließen.
  • Auf einer Pressekonferenz hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) über die aktuelle Corona-Lage gesprochen.

Update, 27. Oktober, 17.20 Uhr: München liegt seit dem gestrigen Montag (26. Oktober) im „dunkelroten“ Bereich der Corona-Ampel - es gelten neue Einschränkungen. Doch folgen auch bald bundesweit neue Beschlüsse? Markus Söder äußerte sich vor den Beratungen der Ministerpräsidenten am Mittwoch (28. Oktober) auf einer Pressekonferenz (die Entwicklungen im Live-Ticker können Sie im unteren Teil des Artikels noch einmal nachlesen).

Die wichtigsten Beschlüsse lesen Sie hier noch einmal zusammengefasst:

  • Lockdown oder nicht? „Ob es zu einem Lockdown kommt, in welcher Form, ist aus heutiger Sicht offen“, sagte Söder mit Blick auf die Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Aber man sei dem Schritt näher als viele glaubten. Wenn es in bundesweit immer mehr rote und dunkelrote Gebiete gebe, brauche es mehr einheitliche Maßnahmen, auch unabhängig von regionalen Entwicklungen.
  • Schulen und Kitas: Söder und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) betonten: Sollten Einschränkungen nötig werden, sollen insbesondere Schulen als letzte schließen und nach einem möglichen Lockdown auch als erste wieder aufmachen.
  • Impfung: Noch ist es nicht so weit, doch die Staatsregierung hat schon ein erstes Impf-Konzept erarbeitet. „Es wird eine gewisse Priorisierung geben, zuerst diejenigen zu impfen, die besonders gefährdet sind“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Denn auch wenn die Entwicklung eines Impfstoffes gelingen sollte, stünden nicht gleich die nötigen Mengen für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung. Zuerst sollen ältere oder chronisch kranke Menschen sowie Bewohner von Alten-, Pflege- und Behindertenheime an die Reihe kommen.
  • Hilfen für die Kultur: Die Staatsregierung will die durch die Corona-Krise schwer getroffene Kulturbranche mit einer Summe von 370 Millionen Euro unterstützen. Geplant sei unter anderem ein neues Programm für Solo-Selbstständige zum Ersatz des entfallenden Unternehmerlohns, sagte Söder. Bis zum Jahresende solle es für sie bis zu 1180 Euro monatlich geben - auch rückwirkend für den Oktober.
  • Bonuszahlungen: Alle rund 4000 Schulleiterinnen und Schulleiter an staatlichen Schulen bekommen einen Corona-Bonus in Höhe von 500 Euro. Das sei ein Zeichen der Wertschätzung, sagte Piazolo. Auch 14.000 staatliche Lehrkräfte sollen je 500 Euro erhalten - vor allem jene, die sich in der Digitalisierung oder bei anderen coronaspezifischen Aufgaben engagiert hätten.
  • Grenzen: Söder bekräftigte das klare Ziel, die Grenzen zu den Nachbarländern offen zu halten. Es könne zwar sein, dass man einmal über neue Grenzkontrollen nachdenken müsse - aber der Zeitpunkt sei noch nicht erreicht.

„Haben im Frühjahr gemerkt, was wirkt“: Corona-Statement von Söder lässt auf düsteres Szenario schließen

Update, 14:20 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

Kommt der Lockdown? Söder mit brisantem Statement - „Näher als wir glauben“

Update, 14:10 Uhr: Markus Söder wiederholt seine Worte vom Beginn der Pressekonferenz. „Ob es zu einem Lockdown kommt, ist aus heutiger Sicht offen. Wir sind ihm jedoch näher als wir hoffen,“ so Söder. Man habe im Frühjahr gemerkt, dass derartige Maßnahmen auf nationaler Ebene „gewirkt haben“.

Update, 14:01 Uhr: Söder wird von einer Journalistin nach seiner Einschätzung zur Gastronomie gefragt, da dieser Bereich im „Lockdown-Light“-Plan, den Kanzlerin Merkel angeblich favorisiert, geschlossen werden soll. Dazu erklärt er, dass es kaum einen Bereich gäbe, wo Kontakte so umfänglich seien wie in der Gastronomie. Er höre immer nur, wo sich das Virus nicht ausbreiten würde, beispielsweise in der Gastronomie. Wenn das so wäre, wären die Zahlen nicht wie sie sind, schließt Söder. Zum „Lockdown Light“ äußert er sich vor der Ministerpräsidentenkonferenz, die morgen stattfindet, aber nicht konkreter.

Söder-Statement zur aktuellen Corona-Lage: Lockdown für eine Woche macht keinen Sinn

Update, 13:51 Uhr: Man rücke dem näher, national Entscheidungen treffen zu müssen. Einheitliche Entscheidungen seien besser und auch verständlicher für die Menschen. Trotzdem seien regionale Lockdowns wie in Berchtesgaden und Rottal-Inn richtig, denn: „Wir lassen es halt nicht laufen.“ Von einem einwöchigen Lockdown, wie teilweise vorgeschlagen halte er nichts. „Das ist wie einen Tag Antibiotika nehmen“, so der CSU-Chef.

Update, 13:46 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet. Jetzt haben die anwesenden JournalistInnen die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Update, 13:39 Uhr: Als letztes beginnt jetzt Wissenschaftsminister Bernd Sibler sein Statement. Für Solo-Selbstständige und KünstlerInnen würde man weitreichende Hilfeleistungen zur Verfügung stellen. „Wir rechnen in 2020 mit 37.5 Millionen Euro“. Weitere Hilf-Maßnahmen seien für die gesamte Branche geplant und würden bis zum Ende der Pandemie gelten.

Corona in Bayern: Prämie für Lehrer beschlossen - Präsenz-Unterricht „großer Wunsch“

Update, 13:30: Jetzt ist Kultusminister Michael Piazolo an der Reihe. „Die Bildung unserer Kinder ist von großer Bedeutung“, beginnt der Minister sein Statement. Man habe eine Corona-Prämie für Schulleiter und einen Teil der Lehrkräfte vereinbart. „Der Ministerrat hat heute beschlossen, dass alle 4.000 Schulleiterinnen und Schulleiter eine Prämie von 500 Euro ausgezahlt bekommen,“ so Piazolo. Weitere 14.000 Lehrkräfte sollen den Bonus ebenfalls erhalten. Dies würde besonders diejenigen betreffen, die sich besonders um die Digitalisierung in Pandemie-Zeiten gekümmert hätten. „Die gesamte Schul-Familie wünscht sich Präsenz-Unterricht.“ Man müsse damit rechnen, dass Schließungen immer dort möglich seien, wo die Infektionen stark ansteigen, so der Minister. Wichtig sei es jetzt, geduldig zu sein und die Herausforderung gemeinsam zu stemmen.

Live-Statement zur Corona-Lage: Markus Söder und Melanie Huml sprechen von Impfung

Update, 13:21 Uhr: Nun spricht Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Wichtig sei, regional entschieden zu reagieren, wo Maßnahmen notwendig sind. Man merke, dass nach dem Lockdown im Berchtesgadener Land die Zahlen sinken würden. Man werde beobachten, ob die Tendenz auch wirklich stimme. „Ich bin mir bewusst, dass das einschneidende Beschränkungen für die Bevölkerung sind,“ so Huml. Es sei jedoch wichtig, diese Maßnahmen zu treffen, bevor Lagen eskalierten. Man brauche Geduld, um Effekte der Maßnahmen zu erkennen.

Corona-Statement jetzt LIVE: Impfung schon bald verfügbar? Konkrete Pläne bereits festgelegt

„Ich möchte ausdrücklich sagen, dass es um eine freiwillige Impfung geht,“ betont Huml. Die Impfungen seien, wie es sich im Augenblick darstelle, unterschiedlich. Es sei wichtig zu besprechen, wer zuerst geimpft würde. Dies heiße, dass es eine Priorisierung geben sollte, etwa ältere Menschen oder Personen mit einem Risiko wie etwa in der Gesundheitsbranche. Man müsse sich bereits jetzt überlegen, wie man die Impfungen an die Menschen bringe. Dazu soll es lokale Impfzentren geben. Man solle bei all dem, was die nächsten Tage anstehe, dass es um den Schutz der Menschen gehe. „Ich bin allen dankbar, die mitmachen“.

Update, 13:15 Uhr: „Wir wollen keinen kompletten zweiten Lockdown wie im Frühjahr. Schulen und Kitas sollten nicht betroffen sein“, so Söder. Schulen brauchten jetzt „maximale Flexibilität“. Kinder, Jugendliche und Eltern müssten sich auf eine Strategie verlassen können.

Der Freistaat habe 100 Millionen Euro für eine Impfstrategie bereitgestellt. Es könne sein, dass noch in diesem Jahr eine Impfung bereit sei.

Corona-Statement mit Söder: Impfstoff früher als gedacht? „Schwere Monate“ vor uns

Auch weitere Hilfen sollen bei weiteren Einschränkungen geleistet werden, so Söder. Man habe 370 Millionen Euro für die Kultur bereitgelegt, um der stark belasteten Branche Hilfe leisten zu können. Auch die Gastro- und Eventbranche würde davon profitieren. Sollte es nochmals zu einem Lockdown kommen, müssten weitere Hilfen höchste Priorität genießen. „Es wird nicht einfach, es wird auch nicht schön“, sagt Söder zur Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. Es gäbe nur eine Möglichkeit auf die Pandemie zu reagieren, man müsse „am Ball bleiben“. Man habe immer einen klaren Kurs gehabt, nicht alles sei perfekt, jedoch fahre man immer nach dem Kurs, der am wirksamste sei. Der Wunsch für die Ministerpräsidentenkonferenz sei, sich „zu bewähren“.

Update, 13:06 Uhr: „Es trifft uns alle in gleicher Weise. Es ist davon auszugehen, dass wir die nächsten Sprünge erwarten können,“ so Söder. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis man eine Überlastung in den Krankenhäusern habe. Dies sei bisher noch nicht der Fall gewesen, da man besser vorbereitet sei als im Frühjahr, so der Ministerpräsident. Daher sei die Zeitverzögerung „Gott sei Dank“ verlängert worden. „Je mehr, desto mehr“, fasst Söder zusammen. Man habe mit den Einschätzungen recht behalten und müsse aufpassen, nicht dieselbe Entwicklung in Deutschland zu haben wie in vielen europäischen Ländern. „Der größte Schaden für die Wirtschaft ist eine verschleppte Situation“, so Söder.

Söder LIVE zur aktuellen Corona-Lage: Maßnahmen vom Frühjahr haben sich bewährt

Es sei wichtig, den Risiken jetzt ins Auge zu schauen. „Es kommt in den nächsten Tagen darauf an, das Tuning optimal zu gestalten“, so Söder. Die Lockdowns in den beiden bayerischen Landkreisen sei richtig, die Zahlen im Berchtesgadener Land würden wieder leicht sinken. „Lieber schneller und konsequent als verzögert und verschleppt“, so der Ministerpräsident.

Jetzt spricht der CSU-Chef über die morgige Ministerpräsidentenkonferenz. „Ab einem bestimmten Punkt funktionieren manche Maßnahmen“, so Söder. Doch manchmal bewirkten sie keine Trend-Umkehr. Man müsse jetzt versuchen, so breit gesellschaftlich-verständlich einen Kurs in ganz Deutschland zu vereinbaren. Klares Ziel sei Kontakte massiv zu reduzieren. Man habe im Frühjahr gemerkt, was wirke. Damals hatte man einen flächendeckenden Lockdown beschlossen.

Update, 13:00: Die Pressekonferenz beginnt pünktlich. Markus Söder hat das Wort.

Update vom 27. Oktober, 12.25 Uhr: In knapp 30 Minuten beginnt die Pressekonferenz in München. Neben Ministerpräsident Markus Söder sprechen außerdem Gesundheitsministerin Melanie Huml, Wissenschaftsminister Bernd Siebler und Kultusminister Michael Piazolo. Die mit Spannung erwarteten Statements begleiten wir ab 13 Uhr hier in unserem Live-Ticker.

Folgt nächster Söder-Paukenschlag? Corona-Statement könnte spürbare Folgen haben

Erstmeldung vom 27. Oktober 2020

München - Beinahe überall steigen die Fallzahlen des Coronavirus steil an - seit vergangener Woche gilt im Landkreis Berchtesgadener Land ein Lockdown, am Montag (26. Oktober) traf es dann auch den Landkreis Rottal-Inn. In der bayerischen Landeshauptstadt München gelten seit dem Erreichen der „dunkelroten“ Warnstufe jetzt auch schärfere Regeln, wie etwa die Sperrstunde der Gastronomie ab 21 Uhr. CSU-Chef Markus Söder bespricht im Rahmen einer Kabinettssitzung am Dienstag (26. Oktober) die aktuelle Pandemie-Lage im Freistaat. Im Anschluss informiert der Ministerpräsident im Rahmen einer Pressekonferenz.

Corona in Bayern: Söder spricht auf Pressekonferenz - kommt der Lockdown für München?

Im Zentrum dabei dürfte stehen, wie der Anstieg der Corona-Zahlen gestoppt werden kann. Erklärtes Ziel der Staatsregierung ist es, durch frühzeitiges regionales Handeln einen landesweiten Lockdown zu verhindern. Zudem sollen in der Kabinettssitzung die von Söder im bayerischen Landtag angekündigten neuen Finanzhilfen für Künstler besprochen werden.

Corona-Lage in Bayern: Beschließt Söder den Lockdown? Merkel soll Beschluss geplant haben

Indes sollen bereits erste Beschlüsse aus Berlin durchgesickert sein, die wohl im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch (28. Oktober) beschlossen werden könnten. Kanzlerin Angela Merkel würde Medienberichten nach einen „Lockdown-Light“ als einzige Möglichkeit sehen, um den aktuellen Verlauf anzuhalten. Die Maßnahme würde demnach etwa das Schließen von Gastronomie und Hotellerie vorsehen, sowie eine drastische Kontaktbeschränkung, was folglich auch München betreffen würde.

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa/dpa-Bildfunk

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