Empfehlung der Stiko gefolgt

Impfstopp für Astrazeneca in München - Reiter: „Bedeutet faktischen Stillstand der Corona-Impfungen“

In München werden nur noch Menschen über 60 Jahre mit Astrazeneca geimpft. Mit großen Folgen. OB Dieter Reiter ist wütend und will endlich Klarheit.

München - Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland nur noch an Menschen über 60 zu verimpfen. Die Impfung mit dem britisch-schwedischen Vakzin* wurde bereits zuvor in München für unter 60-Jährige* gestoppt.

Auslöser der Entscheidung war der Tod einer 47-Jährigen in Nordrhein-Westfalen, die eine Thromobose im Gehirn entwickelt hatte.

Bis die Frage möglicher Impfkomplikationen geklärt ist, werden auch bereits geplante Impfungen für Jüngere mit Astrazeneca im Impfzentrum und im Isar Klinikum ausgesetzt. Die Impfungen in den Alten- und Service-Zentren für Ältere können fortgesetzt werden.

Zumindest vorerst in Deutschland nur noch für Senioren geeignet: Der Astrazeneca-Impfstoff schreibt ein weiteres Kapitel seiner besonderen Geschichte.

Impfstopp in München: OB Reiter fordert „bezüglich Astrazeneca endlich Klarheit“

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter* (SPD) nannte die Entwicklung „enttäuschend, ja geradezu niederschmetternd“: Für München* bedeute diese „erneut völlig veränderte Einschätzung den faktischen Stillstand der Corona-Impfungen“. Die fest eingeplanten Impfungen des gesamten Erziehungs- und Lehrpersonals müssten jetzt sofort gestoppt werden. Der OB forderte „umgehend dafür zu sorgen, dass bezüglich Astrazeneca* endlich Klarheit geschaffen wird“.

Der NRW-Kreis Euskirchen hatte bereits am Montag die Corona-Schutzimpfung von Frauen unter 55 mit Astrazeneca vorläufig gestoppt. Nachdem eine geimpfte Frau (47) vergangene Woche gestorben war, sei dem Kreis nun der Verdacht auf „eine schwerwiegende Erkrankung“ einer 28-Jährigen nach der Impfung mit Astrazeneca gemeldet worden, hieß es. Beide hatten eine Sinusvenenthrombose erlitten. In Deutschland sind bislang 31 Fälle solcher Blutpfropfen im Gehirn nach Impfung mit Astrazeneca bekannt, so das Paul-Ehrlich-Institut. In neun Fällen war der Ausgang tödlich.

Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Laut Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts* wurden bis einschließlich Montag 2,7 Millionen Erstdosen und 767 Zweitdosen von Astra­zeneca verimpft. *tz.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Loic Venance/afp

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