News-Ticker

Vor wegweisendem Corona-Termin: Söder in einem Punkt schonungslos - „Würde mir keine großen Hoffnungen machen“

Ministerpräsident Markus Söder.
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Markus Söder wagt eine erste Lockdown-Prognose.

Seit vielen Wochen steigt die Zahl der Corona-Infektionen in München stark an. Ministerpräsident Söder gibt vor der Ministerpräsidentenkonferenz eine Einschätzung ab.

  • Die Stadt München vermeldete in den vergangenen Wochen stets eine hohe Zahl an Corona-Neu-Infektionen.
  • Seit Montag (2. November) gilt in der Isar-Metropole ein „Lockdown Light“. Ministerpräsident Söder dämpft vor der Ministerpräsidentenkonferenz vorschnelle Hoffnungen (Update 9. November, 11.08 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird fortlaufend aktualisiert.

Update, 14.29 Uhr: In München wurden für Sonntag, 8. November, 292 neue Corona-Fälle gemeldet. Insgesamt sind in der Landeshauptstadt bislang 20.606 Infektionen bestätigt. In dieser Zahl enthalten sind 15.119 Personen, die bereits genesen sind, sowie 254 Todesfälle.

Damit liegt die 7-Tage-Inzidenz wie bereits berichtet (siehe Update von 07.49 Uhr) bei 204. Die Reproduktionszahl für München liegt bei 1,21 (Stand 8.11.) 

Update, 11.08 Uhr: Bei einem Pressestatement vor der virtuellen Parteivorstandssitzung der CSU äußerte sich Markus Söder zur aktuellen Corona-Situation: „Es gibt überhaupt keine Entwarnung. Ganz im Gegenteil. Die Zahlen steigen weiter in Deutschland, aber auch in Bayern.“ Für den CSU-Chef ist deshalb klar, „dass die Maßnahmen, die getroffen wurden richtig waren. Der Kurs ist absolut richtig gewesen. Wir müssen jetzt sehen, ob es wirkt und wie intensiv es wirkt“, erklärte er. Die Lage sei dramatisch. „Gesundheitliche Sorgen werden am Ende auch wirtschaftliche werden“, warnte er.

Corona-Lockdown: Söder gibt Wasserstandsmeldung ab - „Keine zu großen Hoffnungen“

Nächste Woche habe man noch eine Ministerpräsidentenkonferenz: „Vielleicht gibt es bis nächste Woche ein Anzeichen dafür, dass sich die Kurven abflachen. Aber ich würde mir da keine zu großen Hoffnungen machen“, stellte Söder klar. „Das Ganze dauert.“ Man müsse einen langen Atem haben, ein Hin und Her sei nicht gut.

Update vom 9. November, 07:49 Uhr: Bittere Nachricht zum Wochenbeginn für München. Die Zahlen rund um die Corona-Krise in der Bayerischen Landeshauptstadt steigen weiter rasant an. Laut RKI übertrifft der wichtige Inzidenzwert am Montag die Marke von 200 und liegt bei 204,0. Die Inzidenz war zuletzt sprunghaft angestiegen. (Stand Sonntag, 8. November: 189,3, siehe Update vom 8. November, 14.54 Uhr).

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte rund um den Lockdown-Light angekündigt, dass es das große Ziel sei, auf eine 7-Tage-Inzidenz von 50 zurückzukehren, da eine Kontaktverfolgung nur bis zu diesem Bereich möglich sei. Die aktuelle Entwicklung in München rückt dieses Ziel im Moment in weite Ferne.

Update vom 8. November, 14.54 Uhr: Die Entwicklung verschärft sich weiter: In München wurden gestern satte 380 neue Coronavirus-Fälle offiziell registriert. Eine derart hohe Zahl war an einem Samstag während der Corona-Pandemie zuvor noch nicht bilanziert worden. Die Stadt teilt mit, dass die 7-Tage-Inzidenz auf einen Wert von 189,3 gestiegen ist. Am Vortag hatte diese noch bei 174,6 gelegen.

Bitterer München-Rekord: Corona-Zahlen „explodieren“

Update vom 7. November, 13.56 Uhr: Trauriger Spitzenwert: Für den gestrigen Freitag wurden in München 603 neue Coronavirus-Fälle registriert. Die bisherige Rekordzahl binnen eines Tages lag zuvor bei 496 (3. November). Damit steigt die für weitere Maßnahmen maßgebliche 7-Tage-Inzidenz auf einen Wert von 174,6 (zuvor 152,9).

Update vom 7. November, 11.46 Uhr: Der Viktualienmarkt ist das Aushängeschild Münchens - doch Corona zwingt Standbesitzer in die Knie. „Der Markt, mit dem München in der ganzen Welt geworben hat, liegt im Sterben“, sagte Elke Fett, Sprecherin der Marktverkäufer, der Abendzeitung (Samstag). Obwohl die Stände in diesem Teil-Lockdown öffnen dürften, kämen kaum Besucher. „Öffentlich mag keiner mehr hierher zu uns fahren, die Leute haben Angst vor Ansteckung. Mit dem Auto bist du nicht mehr erwünscht, man kann ja nirgends mehr parken. Dazu sind jetzt auch noch die Büros im Umkreis alle leer.“

Corona München: Viktualienmarkt leidet - Sprecherin schlägt Alarm

Vor Corona habe sie einen Tagesumsatz von 2000 bis 3000 Euro gehabt, erzählte Fett, mittlerweile seien es zwischen 150 und 180 Euro. Bald könne sie die Miete nicht mehr bezahlen. Auf dem Lebensmittelmarkt in der Nähe des Marienplatzes gilt wegen Corona derzeit eine generelle Maskenpflicht.

Viktualienmarkt-Sprecherin Elke Fett treibt die Corona-Krise gehörig um.

Ihre Hoffnungen ruhen nun auf Weihnachten. „Wir sind im Dezember der einzige Markt in München, der überhaupt offen haben kann. Christkindlmärkte gibt es ja nicht“, sagte sie. „Also machen wir Händler den schönsten weihnachtlichen Viktualienmarkt, den es je gegeben hat.“ Eine Art Ersatz-Christkindlmarkt. „Jeder von uns schmückt seinen Stand so schön, wie es noch nie war. Damit die Leute Freude daran haben, zu uns zu kommen. (...) Der Viktualienmarkt hat zwei Weltkriege überlebt, er wird Corona auch überleben.“

München-News: Söder äußert sich zu Corona-Frage bemerkenswert ehrlich

Update vom 7. November, 10.32 Uhr: Bayern geht bei Corona-Tests bundesweit einen Sonderweg - doch angesichts von Laboren an der Belastungsgrenze erwägt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun eine Anpassung. „Wir müssen jetzt sehen, ob bei steigendem Testaufkommen die Kapazitäten weiter ausreichen“, sagte er in dem Spiegel. In Bayern kann sich derzeit jeder ohne Anlass kostenlos testen lassen - allerdings meldeten Labore und Ärzte Engpässe.

Bayern sei ein Transitland, daher sei die offensive Teststrategie nützlich gewesen, sagte Söder. „Der Staat mutet den Bürgern viel zu, daher ist der kostenlose Test ein Service für die Bürger. Besorgte Menschen in Bayern haben das Angebot gern angenommen. Aber wir werden sehen, wie sich die Kapazitäten in den kommenden Wochen entwickeln“, so Söder. „Jetzt müssen wir sehen, wie wir die nationale Teststrategie weiterentwickeln.“ Wichtig sei, dass Deutschland gemeinsam handle. Wie das konkret aussehen soll, sagte Söder nicht.

Corona-News: Söder wagt Lockdown-Prognose - und hat Warnung parat

Update vom 7. November, 8.21 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die derzeitigen coronabedingten Einschränkungen Wirkung zeigen. „Der Lockdown light wird wirken. Die Medizin ist bitter, aber notwendig. Ich hoffe, die Dosis reicht“, sagte der CSU-Chef der „Rheinischen Post“ (Samstag).

Er rief die Bürger zugleich auf, „Geduld zu bewahren. Wir brauchen mindestens zwei Wochen, um den Erfolg der Maßnahmen bewerten zu können. Es wäre falsch, die Therapie frühzeitig abzubrechen.“ Der Ministerpräsident betonte zugleich, Deutschland habe den „mildesten Lockdown, den es derzeit in Europa gibt“.

Corona München: Verwaltungsgericht verbietet „Querdenker“-Demos

Update vom 6. November, 17.05 Uhr: Nachdem das Kreisverwaltungsreferat (KVR) der „Querdenken 089“-Demo am kommenden Sonntagnachmittag eine Absage erteilt hat, zog jetzt auch das Münchner Verwaltungsgericht nach. Von einer solchen Versammlung gingen „voraussichtlich infektionsschutzrechtlich nicht vertretbare Gefahren“ aus, teilte das Gericht am Freitag mit. Den Veranstaltern bleibt jetzt nur noch die Möglichkeit Beschwerde vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einzulegen.

Angesichts der Erfahrungen vergangener Versammlungen von Querdenker-Gruppen, der hohen Teilnehmerzahl und der ausdrücklichen Forderung „Keine Abstände, keine Masken“ wäre mit Corona-Infektionen zu rechnen, erklärten die Richter. Über den Eilantrag täglich von Montag bis Sonntag in der kommenden Woche demonstrieren zu dürfen, muss das Gericht noch entscheiden. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte zuvor noch einmal: Die Einhaltung der Infektionsschutz-Verordnung habe „oberste Priorität und wird durch die Polizei zusammen mit den weiteren zuständigen Behörden konsequent überwacht“.

Corona in München: 7-Tage-Inzidenz leicht gesunken

Update vom 6. November, 14.24 Uhr: In München wurden für Donnerstag, 5. November, 343 neue Corona-Fälle gemeldet. Insgesamt sind in der Landeshauptstadt bislang 19.065 Infektionen bestätigt. In dieser Zahl enthalten sind 14.394 Personen, die bereits genesen sind, sowie 253 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt laut Robert Koch-Institut (RKI) 152,9. Die Reproduktionszahl für München liegt bei 1,00 (Stand 5.11.)

Update vom 6. November, 13.12 Uhr: Die Initiative „Querdenken 089“ will ab Sonntag eine Woche lang in München gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren. Die Anträge wurden bisher von der Stadt abgelehnt. Nun geht es vor Gericht.

Zum Auftakt auf der Theresienwiese hatten die Organisatoren bis zu 120.000 Leute für eine Kundgebung am Sonntag angemeldet. „Da schon im Antrag von den Querdenkern erklärt wurde, auf Masken und Abstand zu verzichten und gar zu Umarmungen aufgerufen wurde, haben wir einen negativen Bescheid erteilt“, sagte ein Sprecher des zuständigen Kreisverwaltungsreferats (KVR) am Freitag. 

Corona: „Querdenker“ kündigen Protest in München an - und müssen vor Gericht ziehen

Gegen den Bescheid vom Mittwoch zog die Querdenker-Initiative vor das Verwaltungsgericht. Dieses wollte nach Angaben eines Sprechers die Entscheidung noch vor dem Wochenende verkünden. 

Neben der Großdemo am Sonntag meldeten die Querdenker weitere Kundgebungen an: Nächste Woche wollen sie von Montag bis Freitag laut KVR täglich mit bis zu 10.000 Teilnehmern protestieren. Für das darauffolgende Wochenende versuchten sie, eine Genehmigung für eine Demo mit bis zu 50.000 Teilnehmern zu erhalten.

München: Corona-Protest vom KVR untersagt - „Alleine schon wegen der angekündigten Missachtung“

Auch hierzu sagte das KVR am Freitag „Nein“. Der Sprecher: „Die behördliche Untersagung wurde alleine schon wegen der erneut angekündigten Missachtung der Hygienevorschriften ausgesprochen“. Er erwarte, dass auch gegen diese Entscheidung Protest bei Gericht eingelegt werde.

Update vom 6. November, 9.11 Uhr: Die Stadt München meldete am gestrigen Donnerstag (5. November) 285 Neu-Infektionen und eine 7-Tage-Inzidenz von 159,5 (siehe Update vom 5. November, 14.56 Uhr). Das RKI meldet für den heutigen 6. November eine Inzidenz von 152, 9, also fast sieben Punkte weniger als noch am Vortag von der Stadt gemeldet.

Corona: Schlappe für die Gastro - Lockdown wird nicht gelockert

Update vom 5. November, 15.26 Uhr: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat einen Eilantrag gegen die Schließung von Gaststätten und das Beherbergungsverbot für Touristen in der Corona-Krise abgelehnt. Die Regelungen seien „nicht offensichtlich rechtswidrig“, erklärte das Gericht am Donnerstag. Eine Hotelkette hatte gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen geklagt.

Die Entscheidung bedeutet allerdings nicht, dass das Gericht den Maßnahmen insgesamt zustimmt. Vielmehr wiederholte der Senat auch Zweifel an der Grundlage für die jetzt beschlossenen Maßnahmen. Bei einem Eilverfahren müsse aber eine Folgenabwägung getroffen werden und dabei überwiege „im Hinblick auf die enorm steigenden Infektionszahlen das Schutzgut Leben und Gesundheit einer Vielzahl von Menschen die betroffene freie wirtschaftliche Betätigung.“

Die Maßnahmen seien nicht offensichtlich unverhältnismäßig - auch deswegen, weil für die betroffenen Betriebe Entschädigungen angekündigt worden seien.

Corona-News München: Inzidenzwert auf unverändert hohem Niveau

Update vom 5. November, 14.56 Uhr: In München wurden für Mittwoch, 4. November, 285 neue Corona-Fälle gemeldet. Insgesamt sind in der Landeshauptstadt bislang 18.668 Infektionen bestätigt. In dieser Zahl enthalten sind 14.076 Personen, die bereits genesen sind, sowie 251 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt laut Robert Koch-Institut (RKI) 159,5. Die Reproduktionszahl für München liegt bei 0,99 (Stand 4.11.)

Erstmeldung vom 5. November 2020

München - Seit Montag, 2. November, gilt in München ein „Lockdown-Light“. Die bundesweite Regelung hat vor allem eines im Ziel: Eine drastische Reduzierung der Kontakte. Besonders die Schließung von Gastronomie und Kultur soll dabei helfen, ist aber gleichzeitig vielen Menschen ein Dorn im Auge. Viele Wirte äußerten ihren Unmut über die Entscheidung, auch die Kultur zeigt sich betroffen. Die Stadt hat jetzt im Kampf gegen das Coronavirus eine Mitteilung an die Münchner*Innen herausgegeben, die es in dieser Form bisher nicht gab.

Corona-Lockdown: Stadt München mit Aufruf an Bürger - Überlastung der Ämter?

Für die Bayerische Landeshauptstadt wurden am Mittwoch (4. November) 354 Neu-Infektionen gemeldet, die wichtige 7-Tage-Inzidenz stieg dadurch auf 146,3 - ein bisheriger Rekordwert. Insgesamt verbreitet sich das Virus in der Stadt derzeit rasant, die Stadt hat deshalb jetzt reagiert und sich an die Bürger*Innen gerichtet: „Aufgrund der hohen Anzahl an täglichen Neuinfektionen kann es aktuell zu Verzögerungen bei der Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt kommen. Bitte informieren Sie deshalb Ihre Kontaktpersonen über Ihre Covid-19-Infektion. Das Gesundheitsamt wird sich so bald wie möglich bei Ihnen melden.“

Lockdown: Münchner sollen Kontaktpersonen jetzt selbst informieren

Konkret heißt das: Wer positiv auf das Coronavirus getestet ist, soll sich von nun an neben der Meldung beim Gesundheitsamt auch selbst um die Kommunikation zu Kontaktpersonen kümmern. Die meisten Menschen können ihre Kontaktpersonen relativ einfach feststellen. Doch für einige könnte dies ein Ding der Unmöglichkeit werden, beispielsweise wenn Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln stattgefunden haben, wie ein Bild aus einer Münchner U-Bahn zeigt.

Ziel der Bundesregierung ist es, nach dem laufendem November auf eine durchschnittliche Inzidenz von 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohnern zu kommen.

Alle News und Infos rund um München finden Sie immer aktuell in unserem tz-München-Ressort.

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