Bund und Länder konferieren am Mittwoch

Schon zwei Tage vor Merkel-Gipfel: Maßgebliche Lockdown-Entscheidung wohl fix - mit starkem Kurswechsel

Schon zwei Tage vor dem Corona-Gipfel in Berlin hat Markus Söder in München neue Pandemie-Pläne vorgestellt. Der bundesweite Lockdown wird offenbar verlängert.

  • Kanzlerin Merkel trifft sich am 3. März wieder mit den Ministerpräsidenten der Länder zum Corona-Gipfel. Schon vorab hat sich Bayerns Ministerpräsident Söder klar positioniert (siehe Updates vom 1. März, 10.02 - 10.41 Uhr).
  • Aus Regierungskreisen heißt es, dass der bundesweite Lockdown bis Ende März verlängert werden soll (siehe Update vom 1. März, 13.35 Uhr).
  • Die Gesundheitsminister der Länder wollen die Besuchseinschränkungen in Seniorenheimen lockern (siehe Update vom 1. März, 19.38 Uhr).
  • Dieser Ticker wird fortlaufend aktualisiert.

+++ Vor dem Merkel-Gipfel zum Lockdown ist ein neues Positionspapier aus Bayern publik geworden. Es nennt klare Kriterien für weitere Öffnungsschritte. Über die folgende Entwicklung halten wir Sie in unserem neuen News-Ticker auf dem Laufenden. +++

Update vom 1. März, 19.38 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder wollen die Besuchseinschränkungen in Senioren- und Pflegeheimen lockern. Den Menschen dort sollten nach den Corona-Impfungen wieder mehr Freiheiten eingeräumt werden, wie Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Montag nach Beratung mit seinen Amtskollegen mitteilte. Der Vorschlag geht nun an die Ministerpräsidentenkonferenz. Diese will an diesem Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die weiteren Schritte in der Corona-Krise beraten.

Derzeit gelten in Alten- und Pflegeheimen bundesweit Einschränkungen mit regionalen Unterschieden. In Bayern etwa darf jeder Bewohner pro Tag nur einen Besucher empfangen. Nun wollen die Gesundheitsminister die Besuchsmöglichkeiten zwei Wochen nach Zweitimpfung und bei einer hohen Durchimpfungsrate der Bewohnerinnen und Bewohner erweitern.

Sobald Corona-Infektionen gemeldet werden, soll es jedoch wie bisher bei Besuchsverboten bleiben. „Wichtig ist dabei, dass kein konkretes Ausbruchsgeschehen vorliegt und weiterhin Hygiene- und Testkonzepte konsequent umgesetzt werden“, sagte Holetschek. „Die Menschen in den Pflegeheimen mussten in den vergangenen Monaten viel zurückstecken. Mir ist es wichtig, dass niemand in den Einrichtungen vereinsamt.“

Update vom 1. März, 15.01 Uhr: Corona-Kontrollen in München laufen für die eingesetzten Polizeibeamten nicht mehr angenehm. Manche greifen auf ein Hilfsmittel zurück, wie ein Bild aus dem Englischen Garten zeigt.

Update vom 1. März, 13.35 Uhr: Der bundesweite Lockdown soll „im Grundsatz“ bis Ende März verlängert werden. Laut Business Insider steht diese Übereinkunft bereits zwei Tage vor dem Merkel-Gipfel. Zugleich sollen jedoch weitere Öffnungsperspektiven präsentiert werden, wie es unter Berufung auf Regierungskreise heißt.

Corona-Lockdown soll bei Merkel-Gipfel verlängert werden - mit Perspektive für Öffnungen

Die anstehenden Beschlüsse sollen laut des Berichts nicht mehr starr an feste Inzidenzziele gebunden sein. Derzeit scheint es in Deutschland utopisch, die Marke 35 zu erreichen. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 65,8. Erste Öffnungsschritte sollen demnach bereits ab einer Inzidenz von 70 möglich sein, die begünstigten Branchen bundesweit vereinheitlicht werden. So sollen Alleingänge einzelner Länder vermieden werden.

Öffnungsperspektiven soll es beispielsweise für die Außengastronomie und den Einzelhandel (Kundenbesuche mit Termin) geben.

Update vom 1. März, 11.03 Uhr: Die wichtigsten Erkenntnisse der Gespräche noch einmal im Überblick: Bayern und Sachsen fordern aus Berlin und Brüssel Sonderhilfen für Corona-Hotspots. „Wir wünschen vom Bund und von der EU zusätzliche Impfstofflieferungen“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Dies sei wichtig, damit perspektivisch auch hier durch sinkende Inzidenzen Öffnungen wieder vertretbar würden. Bayern werde seine Hotspots ebenfalls „bewusst stärken“ und mehr Impfstoff in die Landkreise in den Grenzregionen geben.

Beide Länder wollten zudem Tschechien besser helfen, nicht nur mit der Aufnahme von Corona-Patienten in Krankenhäusern. „Wir müssen das Herz Europas unterstützen, das leidet besonders unter Corona. Dieses Herz braucht besondere Unterstützung, man müsse dessen Pumpleistung erhöhen“, betonte Söder. Um die schwierige Lage in Tschechien zu verbessern, würden Bayern und Sachsen zudem Schnelltests und Impfstoff an das Nachbarland liefern.

Mit den jetzigen Werkzeugen könne die Corona-Situation in den Grenzregionen nicht gelöst werden, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Hier brauche es ein besonderes Impfregime für die Hotspots. Er schlug für die betroffenen Regionen etwa Impfangebote für alle Erwachsenen über 18 Jahren vor. Das sei eine Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Gefälschte Corona-Tests im Umlauf? Söder reagiert auf Gerüchte aus Tschechien

Update vom 1. März, 10.41 Uhr: Vor allem für Kinder brauche es jetzt schnell Impfstoff, „die Lockdown-Auswirkungen für diese Altersgruppe sind gravierend“, sagt Söder. Danach ist die Befragung der Unionspolitiker abgeschlossen.

Update vom 1. März, 10.32 Uhr: Die Tests tschechischer Arbeitspendler sollen verstärkt auf deutscher Seite stattfinden. Zuletzt gab es Gerüchte, dass man in Tschechien „gefälschte, negative Corona-Tests für billiges Geld erstehen“ könne. Söder erklärt, dass die Bundespolizei dieser Frage nachgehen werde.

Konkret geht es bei erwähnter Hilfsmaßnahme um 5000 Dosen Impfstoff für Tschechien, der in den Grenzregionen verimpft werden soll. Er wird heute von Tschechien in Leipzig abgeholt. Bayern, Thüringen und Sachsen treten diese 5000 Dosen gemeinsam ab.

Söder gibt noch einen Ausblick auf die Corona-Gipfel mit Merkel am Mittwoch. „Bis 16, 17 Uhr werden wir da noch nicht fertig sein.“ Die Diskussionen am Mittwoch werden am Mittwoch lange dauern und hart, sagt der Bayer.

Corona-Lockdown: Söder wiederholt Impfstoff-Forderung - „AstraZeneca freigeben“

Update vom 1. März, 10.21 Uhr: Inzwischen ist die Pressekonferenz beider Minister beendet. Nun dürfen die anwesenden Journalisten Nachfragen stellen. „In München wird auf jeden Fall was gehen müssen“, sagt Söder in Bezug auf Lockerungsschritte in Gebieten, die derzeit vergleichsweise stabile Inzidenzwerte aufweisen.

Danach wiederholt der CSU-Chef seine Forderung, den AstraZeneca-Impfstoff für alle Teile der Bevölkerung freizugeben.

Update vom 1. März, 10.11 Uhr: „Es ist notwendig, dass das Impfkonzept überarbeitet wird, sonst bleibt das eine Mangelverwaltung“, kritisiert Söder. Aus „Priorisierungen“ könnten „Empfehlungen“ werden, erklärt der Ministerpräsident. Sachsen-Kollege Kretschmer bedankt sich für den fruchtbaren Austausch.

Zum gemeinsamen Vorgehen gehöre auch „die Feststellung, dass man der Situation mit den bisherigen Werkzeugen nicht Herr wird“. Kretschmer streicht in diesem Zusammenhang noch einmal das Thema Impfen heraus. „Jeder Öffnungsschritt muss mit Schnelltests abgesichert werden“, wiederholt der CDU-Politiker. „Das brauchen wir für ganz Deutschland“.

Update vom 1. März, 10.06 Uhr: „Sachsen und Bayern stellen fest, dass die Hotspots eine große Herausforderung sind“, erklärt Söder die gemeinsamen Sorgen. Deshalb habe man sich zu einer engen Abstimmung entschlossen. „Sequenzierungen müssen überall stattfinden, wir brauchen ein exaktes Bild“, mahnt der Ministerpräsident. Mehr Impfstoff soll in die Hotspot-Landkreise gelangen und auch mehr Schnelltests. „Man kann in Hotspots später oder gar nicht öffnen, man muss dort schneller immunisieren“, positioniert sich Söder.

Dem „Partner“ in Tschechien soll mit Krankenhausbetten, Schnelltests und Impfstoff geholfen werden. Dort sollen Pendler und verstärkt in Hochrisikogebieten geimpft werden.

Video: Lockerungen ab 1. März - was öffnet in Bayern?

Corona: Söder-PK im Live-Ticker - „Wird eine entscheidende Woche“

Update vom 1. März, 10.02 Uhr: Nun sind die Protagonisten einsatzbereit, Markus Söder ergreift das Wort. Der Ministerpräsident spricht von einer „sehr schwierigen Situation der Nachbarländer Bayern und Sachsen“ und verweist auf die angespannte Infektionslage in Tschechien (das als „Mutationsgebiet“ ausgewiesen wurde).

„Wir wollen einen Schritt weitergehen, diese Woche wird die entscheidende im Kampf gegen Corona“, sagt Söder. „Die Mutation übernimmt, das Ergebnis ist jetzt, dass wir aufpassen müssen, eine dritte Welle zu vermeiden“. Beim anstehenden Gipfel sei es wichtig, die Balance zu wahren. Er sei „nicht gegen Öffnungen, aber ohne Sicherheitssystem wird es schwierig“. Die maßgeblichen Inzidenzwerte müssten stimmig und belastbar sein, mahnt der CSU-Chef, der zudem fordert, verstärkt Schnelltests zu etablieren.

Update vom 1. März, 10.00 Uhr: Die Pressekonferenz zur „Covid-19-Allianz“ beider Länder soll in Kürze beginnen. Wie umgehen mit Pendlern, Grenzkontrollen, Tests und Impfungen? Das dürfte die Ministerpräsidenten bei ihrem Austausch umgetrieben haben.

Update vom 1. März, 9.31 Uhr: Bayern und Sachsen wollen im Kampf gegen Corona noch enger zusammenarbeiten. Um 10 Uhr wollen die beiden Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Michael Kretschmer (CDU) einen Zehn-Punkte-Plan für das gemeinsame Vorgehen gegen die Pandemie vorstellen. Wir berichten im Live-Ticker.

Corona-Lockdown: RKI mit schlechten Nachrichten für München - Inzidenz steigt weiter

Update vom 1. März, 9.10 Uhr: Zum Start in die neue Woche hat das RKI für München wiederholt keine guten Nachrichten. Die wichtige 7-Tage-Inzidenz steigt weiter an und liegt aktuell bei 39,8 (Stand: 1. März). Damit entfernt sich München weiter von der wichtigen Grenze der 35, die man seit Mitte Februar zumindest bis gestern erreicht hatte.

Die Marke ist, wie die Regierenden auf ihrem letzten Corona-Gipfel sagten, entscheidend für weitere Lockerungen. Es mehren sich jedoch die Stimmen, die eine schrittweise Öffnung auch bei höheren Inzidenzwerten in Zukunft für möglich halten.

Update vom 28. Februar, 21.05 Uhr: War es Wut über Ausflügler, die das schöne Wetter genießen wollten? Elf Fahrzeuge sind in der Zeit von 8 bis 14 Uhr an den gebührenfreien Parkplätzen entlang der Wankbahnstraße in Garmisch-Partenkirchen zerkratzt worden.

Es habe sich dabei ausschließlich um Autos mit Münchner Kennzeichen gehandelt, berichtet der Bayerische Rundfunk. Die Polizei in Garmisch-Partenkirchen erklärt auf Nachfrage des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts, dass sie das nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren könne.

Corona in Bayern: Autos mit Münchner Kennzeichen demoliert - Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe

Nach ersten Erkenntnissen der örtlichen Polizei zerkratzten der oder die Täter vermutlich mit einem spitzen Gegenstand die Wagenfronten oder Heckteile, und zwar derart, dass erhebliche Beschädigungen entstanden. Der Gesamtschaden wird auf rund 8200 Euro geschätzt. Über einen Zeugenaufruf der Beamten berichtet Merkur.de*.

Corona-Lockdown: Söder will Zehn-Punkte-Plan präsentieren

Update vom 28. Februar, 17.53 Uhr: Bayern und Sachsen wollen im Kampf gegen Corona noch enger zusammenarbeiten. Am Montag (10.00 Uhr) wollen die beiden Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Michael Kretschmer (CDU) einen Zehn-Punkte-Plan für das gemeinsame Vorgehen gegen die Pandemie vorstellen. Söder hatte eine engere Kooperation zuletzt schon angekündigt, etwa was Test- und Quarantänekonzepte angeht - Ziel sei insgesamt ein möglichst einheitliches Vorgehen.

Bayern und Sachsen sind durch ihre Grenzen zu Tschechien derzeit besonders herausgefordert: Landkreise in Grenznähe zählen seit einiger Zeit zu den auffälligsten Corona-Hotspots in Deutschland. Deshalb laufen inzwischen auch verschärfte Kontrollen an den Grenzen zum Nachbarland Tschechien.

Update vom 28. Februar, 15.07 Uhr: AstraZeneca für alle? Mit seinem Vorstoß hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für gehörig Furore gesorgt. Auch eine Reaktion des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ließ nicht lange auf sich warten.

„Söders Vorschlag, „Astra für alle“ ist falsch. Wenn wir ihn für Ältere einsetzen bleibt kein Impfstoff liegen und zahlreiche Todesfälle werden verhindert“, erklärte der Corona-Fachmann auf Twitter. Für Jüngere sei das Vakzin derzeit „weniger dringlich“. Lauterbach drängte zudem darauf, Antigentests in Schulen und Betrieben zu etablieren.

Corona-Lockdown: München wieder über Inzidenzwert 35

Unterdessen hat München in Sachen Inzidenzwert die Zielmarke 35 (die als maßgeblich für weitere Lockerungen gilt) wieder überschritten. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) beläuft er sich heute auf 36,5.

Update vom 28. Februar, 10.31 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel spricht von „Öffnungsschritten“, Markus Söder hat sich eine „Öffnungsmatrix“ erfunden. Werden die beiden Obermahner der Republik plötzlich zu Lockerungs-Orgiasten? Gewisse Anzeichen sprechen dafür. Vor allem Söder musste CSU-intern heftige Kritik an seinem harten Corona-Kurs einstecken. Vom Koalitionspartner Freie Wähler um seinen Vize Hubert Aiwanger ganz zu schweigen. Und der Druck wirkt offenbar. Ab morgen (1. März) öffnen in Bayern Friseure, Nagelstudios, Gartencenter, Musikschulen. Auch Baumärkte dürfen wieder öffnen - sehr zum Ärger von Nachbar Baden-Württemberg.

Mit Blick auf den bevorstehenden Corona-Gipfel mit Merkel und allen Ministerpräsidenten am 3. März aber können alle Lockerungs-Optimisten in Bayern wohl getrost einen Gang zurückschalten. Die Angst vor der britischen Mutante, so hört man aus Merkels Umfeld, ist nach wie vor groß. Experten rechnen bereits eine bevorstehende dritte Welle vor. Und auch Bayern bekleckert sich mit Inzidenz-Spitzenwerten in diversen Landkreisen nicht gerade mit Ruhm - und das, obwohl im Freistaat immer noch mit Abstand die strengsten Regeln gelten. Der Weg wird wohl deshalb wieder ins Kleinteilige gehen. Je niedriger die Inzidenz in einer Region, desto mehr darf gewagt werden. So klingt aktuell wieder der Tenor. Einige Lockerungen im privaten Raum scheinen dennoch plötzlich möglich. Die bayerische Kontaktregel von einem Haushalt plus einer Person zum Beispiel versteht nicht mal mehr Söders Parteifreundin Ilse Aigner.

Corona-Lockdown in Bayern: Söder will AstraZenecea-Impfstoff freigeben

Update vom 28. Februar, 08.44 Uhr: Impfen für alle, völlig unabhängig von Alter und Vorerkrankung? Das fordert Markus Söder für den unbeliebten AstraZeneca-Impfstoff in der Bild am Sonntag. Die rechnete vor, dass von 1,45 Millionen Impfdosen, die in Deutschland bereits vorliegen, erst 345.000 verimpft worden sind - einfach, weil er verschmäht wird. Söder forderte nun in der BamS, den Spieß umzudrehen und einfach den Zugang freizugeben. „Bevor er liegenbleibt, impfen, wer will.“ Dafür solle bundesweit die starre Priorisierung ausgehebelt werden und Astrazeneca auch von Hausärzten verimpft werden dürfen. Sein Amtskollege aus Sachsen, Michael Kretschmer, unterstützt den Vorschlag.

Update vom 27. Februar, 18.06 Uhr: Bayern überschritt am Samstag die Eine-Million-Marke bei den Corona-Impfungen. Das gab Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) bekannt. Ein Drittel der Impfdosen entfielen dabei auf die Zweitimpfungen. Der Minister dazu: „Wir haben in den vergangenen Wochen massiv aufs Tempo gedrückt. [...] Diese Entwicklung freut mich sehr, und ich verspreche Ihnen: Unser Impfturbo kommt jetzt so richtig auf Touren.“

Lange Zeit ging es jedoch sehr schleppend mit der Impfung im Freistaat voran. Und das, obwohl der Impfstoff der Firma AstraZeneca anscheinend in großen Mengen auf Halde liegt. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden etwa 1,4 Millionen Dosen des Mittels geliefert. Verimpft wurden bisher jedoch nur 239.000 Dosen. Mögliche Ursachen könnten dabei teils unbegründete Vorbehalte in der Bevölkerung sein. Aber auch die beschränkte Zulassung für Menschen unter 65 Jahren könnte eine Rolle gespielt haben.

Corona in München: AstraZeneca-Impfung läuft an

Außerdem war es lange Zeit in München gar nicht möglich, den AstraZeneca-Impfstoff zu verabreichen. Wie die Abendzeitung schreibt, musste dafür erst einmal das Impfzentrum in Riem umgebaut werden. Für jeden Impfstoff gibt es dort nun eine separate „Impfstraße“. Auch das Anmeldesystem musste angepasst werden. Denn AstraZeneca-Impflinge erhalten einen anderen Aufklärungsbogen, sagt Gerhard Bieber, Pressesprecher bei den Johannitern.

Zusätzlich gab es das Problem, dass der Impfstoff von AstraZeneca ungleich verteilt wurde. München erhielt bisher rund 100.000 Impfdosen, davon waren etwa 80 Prozent von der Firma Biontech. Nur etwa 12.700 Einheiten kamen von AstraZeneca. Jetzt soll es aber losgehen. Laut Gesundheitsreferat beginnt die Stadt Ende dieser Woche damit, den zu Unrecht in Verruf geratenen Impfstoff zu verabreichen.

Update vom 27. Februar, 14.03 Uhr: Am kommenden Mittwoch (3. März) bespricht sich Markus Söder mit Kanzlerin Angela Merkel und den anderen Ministerpräsidenten über den weiteren Pandemie-Kurs. Doch bereits vor dem Corona-Gipfel macht Söder den Bayern - insbesondere den Münchnern - Hoffnung auf weitere Lockerungen.

Corona in München: Söder mit aufmunternder Botschaft für Münchner - bald weitere Lockerungen?

„Wo der Inzidenzwert niedrig ist, sind mehr Kontakte verantwortbar - zum Beispiel, dass sich bei einem Wert unter 35 wieder zwei Haushalte treffen können“, so der CSU-Chef im Interview mit der Abendzeitung.

Die Landeshauptstadt hat in den deutschen Millionenstädten weiter den niedrigsten Corona-Wert auf. Für die von Oberbürgermeister Dieter Reiter geforderten Lockerungen gab es bisher keine Genehmigung. Denn Söder mahnt weiter zur Vorsicht. Doch er verspricht auch: „Für München wird es aufgrund der stabilen Werte sicher Verbesserungen geben können.“

Keine endgültige Aussage gibt es vom CSU-Chef zur Wiesn 2021. „Die Gefahr, dass ein solches Fest ein Superspreader-Event wird, ist zumindest theoretisch möglich. Trotzdem: Ich will heute weder was versprechen noch ausschließen, weil ich beides für nicht seriös halte. Wir werden sehen.“

Corona in München: 7-Tage-Inzidenz wieder gestiegen

Update vom 27. Februar, 7.09 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz in München liegt nach jüngsten RKI-Zahlen bei 34,8. Binnen 24 Stunden kamen 106 neue Corona-Infektionsfälle hinzu - sowie zwei weitere Tote mit oder an Covid-19.

Corona-Lockdown: „Historisch einmalige“ Statistik zeigt, wie hart die Pandemie München wirklich trifft

Update vom 26. Februar, 18.34 Uhr: München haben 2020 nur noch rund 3 Millionen Gäste besucht – das sind 66 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen sank um 62 Prozent auf 7 Millionen. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamtes mit.

„Das Gastgewerbe erlebt eine historisch einmalige Krise, die auch die Beschäftigten mit voller Wucht trifft. Jetzt müssen Bund und Länder endlich einen Plan vorlegen, wie es im März weitergehen soll“, so Tim Lünnemann, Geschäftsführer der NGG-Region München. Am 3. März verhandeln Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über Lockerungen der aktuellen Corona-Maßnahmen.

Erstmeldung vom 26. Februar 2021

München - Die künftige Corona-Strategie von Bund und Ländern muss nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auch einen Sicherheitspuffer für Virusvarianten beinhalten. „Wir dürfen nicht die Nerven verlieren. Wir brauchen ein nachvollziehbares Konzept, das sowohl bei besser werdenden Inzidenzen Öffnungen vorsieht, aber auch die Möglichkeit der Sicherheit bietet, wenn es schlechter wird“, sagte der CSU-Chef am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Am Morgen war die Landeshauptstadt noch von einer Datenpanne des RKI betroffen gewesen.

Am nächsten Mittwoch (3. März) will die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. „Die Beschlüsse der MPK dürfen keine Einbahnstraße nur für Öffnungen sein, sondern sie müssen auch einen Sicherheitspuffer für den Fall haben, dass es durch die Mutationen schlechter werden wird“, betonte Söder. Deswegen dürfe es keine überstürzte Hektik beim Tempo der Öffnungen geben, diese müssten „in vernünftigen und belastbaren Schritten“ erfolgen.

Corona-Lockdown bei Merkel-Gipfel: Söder warnt vor Experimenten: „Kann sehr schnell gehen“

„Wir dürfen jetzt keine unüberlegten Experimente machen, sondern brauchen kluge Schritte. Natürlich sind regionale Öffnungsmodelle sinnvoll. Aber ich bin sehr zurückhaltend und skeptisch, jetzt einfach alles den Ländern freizugeben“, sagte Söder. Bund und Länder müssten weiter an einer gemeinsamen Grundphilosophie festhalten. „Denn eines ist klar, es kann schnell gehen. Heute alles gut, morgen ist man Hotspot.“

Corona bleibe weiter gefährlich, daher dürfe niemand in eine Öffnungshektik verfallen. „Wir müssen weiter Schritt für Schritt vernünftig agieren. Öffnen ja, aber mit Vernunft.“

Corona in München und Bayern: Söder fordert Schnelltest-App

Zudem forderte Söder auch für Deutschland ein Schnelltestkonzept, „das langfristig trägt und in der Praxis umsetzbar ist. Dabei ist entscheidend zu klären, wie viele Schnelltests in kürzester Zeit für Deutschland mobilisierbar sind“, sagte er.

Ferner brauche es zeitnah eine Schnelltest-App, mit der geklärt werden könne, wie ein selbst durchgeführter Schnelltest für das Gesundheitsamt eine nachprüfbare Grundlage sein könne.

Rubriklistenbild: © Markus Schreiber/dpa

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