Dicht an dicht

Lockdown in München: Fotos zeigen Corona-Wahnsinn in der U-Bahn auf - Merkel mit eindeutiger Aussage

In München gilt seit Montag, 2. November, der „Lockdown-Light“. Fotos einer U-Bahn im Innenstadtbereich zeigen jetzt Szenen auf, wie Menschen dicht an dicht in einem Waggon stehen.

  • In München gelten seit Montag, 2. November, verschärfte Corona-Regeln.
  • Die Neu-Infektionen mit Covid-19 steigen in der Isar-Metropole weiter rasch an.
  • Ein Foto aus einer Münchner U-Bahn zeigt jetzt rappelvolle Waggons im Innenstadtbereich.

Update vom 17. November, 09.05 Uhr: Vor wenigen Wochen berichteten wir (siehe Erstmeldung unten) von einer überfüllten U-Bahn in München. Zu Beginn des „Lockdown-Light“ war dieser Anblick damals zumindest bemerkenswert. Die Politik, sowohl auf lokaler als auch auf bundesweiter Ebene, hatte sich bisher auch nicht zur epidemiologischen Gefahr für den ÖPNV geäußert, bis jetzt.

Corona-Lockdown München: Volle U-Bahnen - Merkel wechselt Kurs

Nachdem sich Kanzlerin Merkel (CDU) mit den Minister*Innen am gestrigen Montag (16. November) getroffen hatte, um über den aktuellen Stand der Pandemie in Deutschland zu sprechen, sind aus einer Beschlussvorlage des Bundes jetzt andere Töne zu entnehmen. Dort heißt es: „(...) auf nicht notwendige Aufenthalte in geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr oder nicht notwendige Fahrten mit öffentlichen Beförderungsmitteln verzichten.“ Damit sprechen sich Merkel und Co. erstmals gegen das Benutzen des ÖPNV aus, solange dies nicht zwingend notwendig ist. Bleibt abzuwarten, ob man damit Szenen wie am Goetheplatz in München (siehe unten) auf Dauer vermeiden kann.

Update vom 4. November, 7.74 Uhr: Die MVG hat sich in einem Statement gegenüber tz.de zu der überfüllten U-Bahn am Goetheplatz geäußert und den Grund für das große Aufkommen erklärt:

Lockdown in München: MVG erklärt Corona-Wahnsinn in der Stadt

Auf der U3/U6 gab es Montagnachmittag von ca. 17.45 Uhr bis ca. 19 Uhr eine größere Stellwerksstörung – und entsprechende Nachwehen. Unsere Leitstelle arbeitet in so einem Fall mit Hochdruck daran, den regulären Betrieb mit regelmäßigen Zugabständen so rasch wie möglich wieder herzustellen, damit sich das Fahrgastaufkommen wieder gleichmäßiger verteilt. Außerdem werden die Fahrgäste über die Störung informiert. Wenn ein Zug bereits voll ist, empfehlen wir, auf den nächsten Zug auszuweichen oder eine alternative Verbindung zu nutzen. Leider lassen sich Störungen nicht vollständig ausschließen. Wie bedauern die entstandenen Unannehmlichkeiten. Grundsätzlich liegt die Nachfrage derzeit immer noch deutlich unter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit (ca. 70 Prozent). Das Fahrplanangebot wird jedoch in nahezu vollem Umfang aufrechterhalten, auch im derzeitigen Lockdown.“

Erstmeldung vom 3. November 2020

München - Die wichtige 7-Tage-Inzidenz in München liegt nun bei 150,1 - Tendenz steigend. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte auf einer Pressekonferenz am Montag, 2. November, das Ziel ausgerufen, was man im November erreichen wolle: Eine Inzidenz von etwa 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohnern. Nur drastische Kontaktbeschränkungen seien eine wirksame „Medizin“ gegen die Pandemie, so die Kanzlerin. Die neuen, scharfen Regeln, die für den November bundesweit gelten, sollen das möglich machen. Fotos aus einer U-Bahn in der Münchner Innenstadt zeigen jetzt, wie am ersten Tag des „Lockdown-Light“ Menschen dicht an dicht in einem Waggon stehen.

München: Lockdown in der Stadt? Krasse Bilder aus der U-Bahn zeigen bittere Realität

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ob der vollen öffentlichen Verkehrsmittel in München Unmut breit macht. Besonders am Streik-Tag vor einigen Wochen machten viele Bilder darauf aufmerksam, wie schwer die Corona-Regeln im Alltag einzuhalten sind. Neue Fotos, die tz.de zugespielt wurden, zeigen jetzt auf, wie die Lage im ÖPNV an Tag eins des „Lockdown-Light“ in der Stadt ist. Die Bilder stammen aus der U-Bahn-Station am Goetheplatz in der Münchner Innenstadt. Gegen 19.30 Uhr am Abend wurde die Szene geknipst. Zu sehen: Ein bis auf den letzten Winkel überfüllter U-Bahn-Waggon.

Eine überfüllte U-Bahn in München.

Lockdown in München: Überfüllte U-Bahn in der Innenstadt - Abstandhalten unmöglich

Die Menschen im Waggon, die auf dem Bild zu sehen sind, tragen den Mund-Nasen-Schutz. Abstand-Halten ist jedoch ob des Gedrängels nicht möglich. In München gelten seit Montag, 2. November, strenge Kontaktbeschränkungen. Maximal zehn Personen aus zwei Haushalten dürfen sich im November treffen - unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Das Bild aus der U-Bahn am Goetheplatz zeigt jetzt, wie schwer es sein kann, die geltenden Maßnahmen konsequent einzuhalten. Eine Stellungnahme bei der MVV ist seitens unserer Redaktion angefragt.

Rubriklistenbild: © Tobias Hase/dpa/picturealliance

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