Übersterblichkeit im November

Corona-Lockdown vor Verlängerung - Todeszahlen werden noch steigen - Aiwanger will dennoch Skigebiete öffnen

Kurz vor dem Jahreswechsel sind die Corona-Toten pro Tag über 1000 gestiegen. Eine Verlängerung des Lockdowns wird wohl unausweichlich sein.

  • Am 5. Januar 2021 werden die Kanzlerin und die Landeschefs über eine Lockdown-Verlängerung beraten.
  • Wirtschaftsminister Aiwanger fordert trotzdem Lockerungen für bestimmte Wirtschaftszweige.
  • Corona*-Todes- und Infektionszahlen werden aber wohl weiter steigen.

München - Der Lockdown wird so gut wie sicher über den 10. Januar hinaus verlängert – und ein Ende ist nicht abzusehen, zumal Mediziner und Virologen damit rechnen, dass ab Mitte Januar wegen der vermehrten Kontakte an den Feiertagen die Corona-Todeszahlen auf neue Rekordhöhen steigen werden.

Corona-Todeszahlen werden noch einmal ansteigen

Am Mittwoch (30. Dezember) meldete das Robert Koch-Institut, dass erstmals in Deutschland binnen 24 Stunden mehr als 1000 Corona*-Tote zu beklagen sind. „1129 Familien werden diesen Jahreswechsel in Trauer erleben“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Angesichts dieser hohen Corona-Todes- und Infektionszahlen sieht der CDU-Politiker keine Möglichkeit, den aktuellen Lockdown zu beenden.

Bundesländer und Kanzleramt sind sich laut Bild einig, dass der Lockdown um zwei oder auch drei Wochen verlängert werden soll. Ob Deutschland nun bis 24. Januar oder bis 31. Januar dicht bleibt, entscheidet sich beim Gipfel am 5. Januar. Einzelhandel, Frisöre und andere Betriebe im Bereich der Körperpflege müssen dann geschlossen bleiben, ebenso Gaststätten und Hotels. Auch für die Schulen wird sich die Rückkehr zum Präsenzunterricht wohl verzögern. Was das nun für die Betriebe bedeutet, die wegen der Schließung existenziell bedroht sind, haben Kanzlerin und Ministerpräsidenten ebenfalls diskutiert. Hier äußerten die Bundesländer heftige Kritik an der Verzögerung der Auszahlungen auf Anfang beziehungsweise Mitte Januar.

Aiwanger: Teilweise Öffnung verschiedener Wirtschaftszweige nach dem Corona-Lockdown

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will sich dagegen für „differenzierte und intelligente Lösungen, um schrittweise wieder zur Normalität zurückzukommen“, einsetzen. So etwa dafür, dem Einzelhandel auch in Bayern zu erlauben, dass Kunden Online-Bestellungen abholen dürfen. Zudem will Aiwanger Skigebiete begrenzt öffnen. „Wir sollten den Bewegungsdrang der Menschen in geordnete Bahnen lenken. Das heißt für mich: Skigebiete mit sauberen Hygienekonzepten öffnen.“ Als Lösung schlug Aiwanger vor, Skifahrern FFP2-Masken und Online-Anmeldungen vorzugeben – „damit nicht zu viele kommen.“

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger schlägt vor, die Skigebiete unter Auflagen zu öffnen.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts für den gesamten Monat November zeigen: Mit 84.480 Toten starben elf Prozent bzw. 8186 Menschen mehr als im Durchschnitt der November in den letzten vier Jahren. Mehr als 8000 Sterbefälle in einem November gab es zuletzt 1974. „Besonders auffällig“ sei die Steigerung in Sachsen: 46 Prozent mehr Sterbefälle als im Vorjahresmonat. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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