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Corona-Zahlen in München steigen: Trotzdem treffen sich zahlreiche Menschen zum Feiern am Gärtnerplatz

Die Türme der Frauenkirche und das Rathaus am Marienplatz spiegeln sich in einer Schaufensterscheibe
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München muss sich für die Zukunft rüsten: Die Zahl der Einwohner in der Landeshauptstadt soll deutlich zunehmen.

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen wieder an. Auch die bayerische Landeshauptstadt liegt wieder nahe an kritischer Marke.

  • In Deutschland und München steigen die Corona-Zahlen wieder an (Update vom 22. Februar, 7.36 Uhr).
  • Auf dem Münchner Gärtnerplatz versammelten sich erneut über 100 Menschen und machten Party (Update vom 21. Februar, 20.34 Uhr).
  • Dieser Ticker ist beendet.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Über alle weiteren Informationen rund um die Corona-Pandemie in München, Bayern und Deutschland informieren wir Sie hier in unserem neuen Corona-Ticker. +++

Corona: Zahlen in München steigen weiter an - Inzidenz in Deutschland wieder höher

Update vom 22. Februar, 7.36 Uhr: Das RKI vermeldet am Montagvormittag weiter steigende Zahlen. In München liegt dem aktuellsten Datensatz (Stand 22. Februar) nach die wichtige 7-Tage-Inzidenz bei nun 32,5. Das sind 0,3 Punkte mehr als noch am Vortag. Damit steigt die Inzidenz in der Isar-Metropole seit mehreren Tagen - wenn auch nur leicht - kontinuierlich an. Der starke Trend nach unten der vergangenen Woche ist damit vorerst beendet. Für Deutschland beziffert das RKI die Inzidenz bei 61. Auch hier bedeutet dies eine Steigerung gegenüber dem Vortag.

Update vom 21. Februar, 20.34 Uhr: Das warme Frühlingswetter am Wochenende hat viele Münchner ins Freie gelockt. Neben den Parks und der Isar war besonders ein Ort wieder gut besucht - der Gärtnerplatz. Schon im vergangenen Jahr war der Platz im Glockenbachviertel Anziehungspunkt für Nachtschwärmer und Feierwütige. Da Clubs und Bars aufgrund der Corona-Bestimmungen früh schließen mussten, trafen sich zahlreiche Münchner dort zum Feiern - trotz Alkoholverbot. Dieser Trend scheint sich fortzusetzen.

Wie die Abendzeitung berichtet, feierten am Samstag über 100 Menschen auf dem Gärtnerplatz eine Open-Air-Party. Dabei funktionierten sie Autodächer als Tresen um und machten es sich auf Treppen, Bänken und Hauseingängen gemütlich. Dazu beschallten sie die Umgebung mit Musik aus mitgebrachten Boxen oder aus ihren Handys. Die Polizei war schon am Nachmittag vor Ort, konnte aber wie auch am Abend keine Verstöße gegen die Corona-Auflagen feststellen. Gegen 21 Uhr seien die Versammlungen aber aufgelöst worden, wird der Polizeisprecher zitiert.

Corona: Schulleitungsverband schreibt Brandbrief an Kultusminister Michael Piazolo

Update vom 21. Februar, 14.16 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen wieder auch in München. Trotzdem öffnen die Grundschulen ab Montag wieder für viele Kinder in Bayern. Die Schulleitungen verzweifeln dabei oft an „unrealistischen“ Corona-Vorgaben des Kultusministeriums. Die immer neuen Hygienepläne in kürzester Zeit und ohne Vorlauf umzusetzen, sei nahezu unmöglich, schrieb der bayerische Schulleitungsverband für Grund-, Mittel- und Förderschulen in einem „Brandbrief“ an Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Wochenende.

„In Woche 14 des Lockdowns ist die Grenze der Belastbarkeit und vor allem auch der Realisierbarkeit bei den Schulleitungen erreicht“, heißt es darin. Schulleitungen seien „einmal mehr an vorderster Front ins Dauerfeuer geschickt worden“. „Das verfügbare Löschwasser geht zuneige.“

Update vom 21. Februar, 8.30 Uhr: Der R-Wert in Deutschland ist den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erneut angestiegen und liegt nun bei 1,07 (Vortag, 1,01). Ob wirklich die ansteckenderen Virusmutationen der Grund dafür sind, ist bislang unklar, liegt jedoch nahe.

Corona: Zahlen in Bayern steigen - München wieder nahe an kritischer Marke

Binnen eines Tages wurden von den Gesundheitsämtern 7676 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Davon 1116 in Bayern. Für die Stadt München wurden seit Samstag 65 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt steigt somit weiter an und liegt nun bei 32,1 (Quelle: RKI; Stand: 21. Februar, 3.10 Uhr). Somit liegt die Landeshauptstadt wieder nahe an dem Wert von 35, der laut Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten in Absprache mit Experten eine Mindestvoraussetzung für mögliche Lockerungen darstellt.

Die plötzlich wieder steigenden Fallzahlen könnten auch Einfluss nehmen auf weitere Lockerungsdiskussionen die seit der Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März beinahe täglich im Fokus der Berichterstattung stehen.

Corona in München: Zahlen sinken nicht mehr - Sorge vor Mutationen

Update vom 20. Februar, 8.20 Uhr: Möglicherweise ist jetzt eine Auswirkung der Verbreitung der Corona-Mutationen zu sehen. Der R-Wert ist in Deutschland wieder über 1 gestiegen. Er lag laut Robert-Koch-Institut am Freitag (19. Februar) bei 1,01. Das heißt, dass 100 Menschen 101 weitere Personen infizieren. Bei einem dauerhaften Wert über 1 könnte das Infektionsgeschehen in Deutschland wieder Fahrt aufnehmen.

Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 9164 Corona-Neuinfektionen. Das sind 9,7 Prozent mehr als im Vergleich zum Samstag vergangener Woche (8354). Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 3.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. Außerdem wurden 490 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet.

In München sind die Zahlen jedoch konstant. Die 7-Tage-Inzidenz hat sich seit Tagen unter der wichtigen Marke von 35 eingependelt. Am Freitag lag sie bei 29,3. Und auch die Reproduktionszahl liegt in der bayerischen Landeshauptstadt mit 0,85 noch weit unter 1. Am Freitag meldete die Stadt 111 Neuinfektionen und einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19.

Update vom 19. Februar, 14.55 Uhr: Im Anschluss an die Video-Schalte mit Kanzlerin Merkel (CDU) und CSU-Chef Markus Söder hat sich jetzt Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zu den Besprechungen geäußert. Zunächst zeigte er sich erfreut über die pandemische Lage in der Landeshauptstadt: „Wir sind in München seit einigen Tagen bei einer 7-Tages-Inzidenz von unter 35. Die Kontaktnachverfolgung von möglicherweise infizierten Personen ist gesichert, unser Impfzentrum läuft. Die Impfungen in unseren Alten- und Pflegeheimen sind nahezu abgeschlossen,“ so Reiter.

Corona-Lockdown: Merkel und Söder mit Schalte - Münchens OB stellt Lockerungen in Sicht

Ferner sprach der Oberbürgermeister dann über weitere Lockerungs-Schritte, die er sich für München vorstellen könnte: „Wenn die Inzidenz weiter unter 35 bleibt, könnte ich mir beispielsweise vorstellen, die Grundschulen nicht nur im Wechsel- sondern ganz im Präsenzunterricht zu öffnen, mit einer Maskenpflicht. Die Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen dagegen ist nach Einschätzung meiner Fachleute bei einer derart niedrigen Inzidenz infektiologisch nicht unbedingt notwendig und könnte entfallen.“ Ebenso sei es „denkbar“ die Kontaktbeschränkungen auf zwei Haushalte zu erweitern, bisher ist lediglich das Treffen mit einer haushaltsfremden Person erlaubt. Große Lockerungen in Gastronomie, Kultur und Einzelhandel hält Reiter dagegen nur in einem gesamtbayerischen Konzept für denkbar: „Andere denkbare Erleichterungen, wie zum Beispiel im Handel, in Kultur, Gastronomie oder Amateursport machen meines Erachtens nur im Rahmen einer gesamtbayerischen Regelung Sinn.“

Update vom 19. Februar, 13.34 Uhr: „Das Impfen wird auf Dauer eine hohe Relevanz haben, weil wir damit die Mortalität senken können. Damit sind Öffnungs-Schritte weitaus belastbar“, so Söder. Mit mehr Impfen könnte man viel mehr Freiheit garantieren, so Söder. Innerhalb des Freistaats seien weiter die Landkreise im Osten die Sorgenkinder. „Es hat auch was mit geografischen Einflüssen zu tun“, erklärt der CSU-Chef die teils hohen Inzidenzen. Man werde hier mobile Test-Strecken anwenden und finanzielle Hilfen anbieten, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

Corona: Lockerungen in Bayern? Söder berichtet LIVE von Merkel-Schalte

Als „bemerkenswert konstruktiv“ fasst Söder dann die Video-Schalte zusammen. Die kommenden zehn Tage werde man vorarbeiten, um bei der kommenden Ministerpräsidentenkonferenz kluge Entscheidungen treffen zu können. „Fakt ist immer: Ab einer bestimmten Inzidenz, beginnt es, aus dem Ruder zu laufen“, warnt der CSU-Chef. Bei Corona gebe es keine Punktlandung. „Wenn der Sprung-Punkt verpasst ist, dauert es sehr lange, zu korrigieren.“ Dann bedankt sich der Ministerpräsident für die gute Zusammenarbeit mit Kanzlerin Merkel, für die es jetzt weiter in Richtung Sicherheitskonferenz in München geht. Damit ist das Statement beendet. Nun haben Journalisten die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen.

Update vom 19. Februar, 13.27 Uhr: „Wir wollen nichts überstürzen“, beginnt Markus Söder sein Statement. Man spüre, dass man sich in einer hoch sensiblen Phase befinde. „Es gibt Hoffnung in Bayern, es bleiben jedoch große Sorgen“, so der CSU-Chef weiter. Zusammenfassend könnte man sagen, dass die Zahlen - wenn auch nur leicht - weiter sinken, die Mutationen jedoch steigen. Eines habe man gemerkt: „Es kann ganz schnell gehen“. Dies habe man in Flensburg gesehen, wo die Inzidenz in kürzester Zeit sehr schnell angestiegen ist. Jetzt gehe es darum, einen Plan bis Ostern zu vereinbaren, der dann auch gelte.

Corona-Lockerungen in Bayern? Video-Schalte mit Merkel und Söder - Statement JETZT live

Ministerpräsident Söder verweist dann auf die Ministerpräsidentenkonferenz am 3. März. Man brauche eine „Öffnungs-Matrix“, die ein breites Instrumentarium biete, um stets reagieren zu können. Die Priorität liege weiter bei Schulen und Kitas. Hier werde man versuchen, in den Präsenzunterricht zurückzukehren - die kommenden zehn Tage werden zeigen, ob dies möglich sei, so Söder. Auch bei Einzelhandel und der Gastronomie sei es wichtig, klug zu handeln. Bei Inzidenzen von 35 werde man dann entsprechend auch öffnen. Jedoch stets mit „klugen Konzepten“, überstürzte Handlungen seien immer gefährlich.

Update vom 19. Februar, 13.22 Uhr: CSU-Chef Söder hat das Podium betreten. Jetzt geht es los.

Update vom 19. Februar, 13.04 Uhr: Noch lässt Ministerpräsident Söder auf sich warten. Es dürfte dennoch jeden Augenblick losgehen.

Update vom 19. Februar, 12.54 Uhr: CSU-Chef Söder informiert in einem Statement in wenigen Minuten über die Video-Schalte mit Kanzlerin Merkel. Geplanter Beginn ist um 13 Uhr.

Corona-Lockdown: Merkel und Söder treffen sich in Video-Schalte - Lockerungen in Bayern zu erwarten?

Update vom 19. Februar, 11.17 Uhr: Kanzlerin Merkel (CDU) und CSU-Chef Söder treffen sich heute im Rahmen einer Video-Schalte mit den BürgermeisterInnen und LandrätInnen Bayerns. Thema: Die Corona-Lage im Freistaat. In Anbetracht der Infektions-Lage werden die Rufe nach Lockerungen immer lauter. Besonders dort, wo die Inzidenzen, wie in München, stark sinken (siehe Erstmeldung weiter unten im Text). Ministerpräsident Markus Söder informiert in einem Statement ab 13 Uhr über die Ergebnisse der Schalte. Wir übertragen das Presse-Statement ab 13 Uhr live hier im Ticker und Stream.

Erstmeldung vom 19. Februar 2021

München - Die Corona-Zahlen in München und Bayern gehen steil nach unten - wenn auch mit großen regionalen Abweichungen. So liegt die Landeshauptstadt etwa bei einer Inzidenz von 29,3. Sorgenkind bleibt weiter der Landkreis Tirschenreuth an der tschechischen Grenze, hier liegt die wichtige 7-Tage-Inzidenz bei 317,9 (Daten: RKI, Stand 19. Februar). Der bayernweite Trend geht dennoch in eine positive Richtung, insgesamt liegt man im Freistaat bei 56,51. Zur Folge hat die Entwicklung, dass die Rufe nach Lockerungen immer lauter werden. Auch Münchens OB Dieter Reiter (SPD) formulierte zuletzt gehäuft Wünsche nach einer klaren Prognose. Jetzt soll Kanzlerin Merkel (CDU) einen Eindruck der Lage im Freistaat erhalten.

Corona: Merkel und Söder in bayerischer Schalte - Rufe nach Lockerungen werden lauter

Der Kurs der Kanzlerin ist seit Beginn der Corona-Pandemie stets der gleiche gewesen. Genauso wie CSU-Chef Söder bevorzugte sie stets den Weg der Vorsicht und Umsicht. Auch jetzt, besonders in Anbetracht der Virus-Mutanten, bekräftigen beide diesen Weg. Am heutigen Freitag treffen sich Kanzlerin, Ministerpräsident und die BürgermeisterInnen/Landräte Bayerns zu einer Video-Schalte. Thema: Die Öffnungs-Perspektive in den kommenden Wochen. Münchens OB Reiter hält etwa eine Öffnung von Gastronomie, Kultur und Einzelhandel - sollten die Zahlen weiter stabil nach unten gehen - für die logische Konsequenz. Auch der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger macht schon seit geraumer Zeit kein Geheimnis aus seinen Lockerungs-Vorstellungen.

Corona-Lockdown: Söder lädt Merkel zur Bayern-Schalte - kippt Stimmung im Freistaat?

Für die Kanzlerin geht es bei der Schalte vor allem um eins: Alle mit ins Boot zu nehmen. Wie der Münchner Merkur weiß, drängen sich jedoch mehr und mehr die Widerstände. Etwa in Nordbayern haben mehrere Landräte und Bürgermeister angekündigt, mit einer Liste an drängenden Themen in den Termin am Freitag zu gehen. Sie fordern unter anderem einen „Marshall-Plan“ für die deutschen Innenstädte. Ein anderer Lokalpolitiker wünscht sich eine „weniger apokalyptische“ Sprache beim Thema Corona von den Oberen in Berlin und auch von Markus Söder, so der Münchner Merkur. Auch die CSU München, die ihren Präsenzparteitag jetzt doch abgesagt hat, fordert mehr Perspektive.

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