Ungewohnter Auftritt

Corona-Spezial in der ARD: Merkel spricht überraschend zur Prime Time - und rechtfertigt sich bei auffälligem Datum

Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“.

Der Termin für den nächsten Corona-Lockdown-Gipfel steht. Die Zahlen sinken, auch in München. Kanzlerin Merkel (CDU) spricht überraschend am Abend in der ARD über die aktuelle Lage.

Update vom 2. Februar, 20.36 Uhr: ARD-Chefredakteur Rainald Becker sprach die Bundeskanzlerin am Abend in der Sendung „Farbe bekennen“ auch auf eine Aussage an, wonach sie wiederholt versichert habe, dass jedem Bürger Deutschlands ein Impfangebot bis zum Ende des Sommers gemacht werden könne. Als Datum sei hier der 21. September genannt worden, wenige Tage vor der Bundestagswahl. Becker fragte Merkel deshalb direkt, ob dieses Datum mit Absicht so gesetzt worden sei.

Die Bundeskanzlerin rechtfertigte sich damit, dass der 21. September nunmal der letzte Tag des Sommers sei, dann beginne meteorologisch der Herbst. Mit der Bundestagswahl habe der Termin nichts zu tun, so die Kanzlerin. Zudem ergänzte sie, dass eine solche Zusage nur dann gelte, wenn die Mutation nicht die Wirksamkeit der Impfstoffe beeinträchtige. Denn dann könne ein seriöses Datum nicht genannt werden, so die Kanzlerin.

Corona-Spezial in der ARD: Angela Merkel zeigt sich offen für russischen Impfstoff Sputnik V

Update vom 2. Februar, 20.24 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“ grundsätzlich offen für die Anwendung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V auch in Deutschland gezeigt. Jeder Impfstoff sei in der EU willkommen, aber zugelassen werde er nur, wenn er der zuständigen EU-Behörde EMA die notwendigen Daten vorlege, sagte Merkel am Dienstag in der ARD.

Russland strebt eine Registrierung des Impfstoffs in der EU an. Merkel sagte, jeder, der sich mit den Daten um eine Zulassung bemühe, sei „herzlich willkommen“. Merkel: „Ich habe mit dem russischen Präsidenten genau darüber gesprochen.“

Nach Kritik an fehlenden belastbaren Studien hatten russische Forscher weitere Details zu dem Corona-Impfstoff Sputnik V veröffentlicht. „Wir haben heute gute Daten gelesen auch von dem russischen Impfstoff“, sagte Merkel. Nach den neuen Daten hat das Vakzin eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent. Die Ergebnisse wurden am Dienstag im medizinischen Fachblatt The Lancet publiziert.

Angela Merkel in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“: „Wir sind auf das Vertrauen angewiesen“

Update vom 2. Februar, 19.42 Uhr: Merkel sprach in der ARD außerdem darüber, was passieren würde, wenn weitere Impfstoffe zugelassen werden. Dann könnte sich ein mögliches Impfangebot an alle sogar nach vorne verschieben, so die Kanzlerin. Es gebe aber auch Risken: Wenn eine Virus-Mutation ein Impfstoff unwirksam machen würde, „würde die Sache anders ausschauen“, so Merkel.

Merkel erläuterte zudem, warum in den USA, Israel und Großbritannien die Impfstoffe schon bei größeren Anteilen der jeweiligen Bevölkerung angekommen seien. So habe es in Großbritannien für den Impfstoff von Astrazeneca eine Notzulassung gegeben. In Europa sei der Impfstoff mit der Gründlichkeit der normalen Zulassung geprüft worden. „Das war kein Fehler, wir sind auf das Vertrauen angewiesen.“ Amerika exportiere so gut wie keinen Impfstoff, sondern verwende das dort produzierte Serum nahezu komplett selbst. Deshalb seien die Europäer auf ihre eigene Produktion angewiesen.

Die Hersteller hätten auf dem Impf-Gipfel auch zur Frage Stellung bezogen, ob es mehr Impfstoffe geben würde, wenn mehr bezahlt worden wäre. „Die Antwort war Nein“, stellte Merkel fest. Die EU habe zudem nicht die gesamte Haftung übernehmen wollen für den Fall, das etwas passiere mit so einem Impfstoff.

Corona-Spezial in der ARD: Merkel in der Sendung „Farbe bekennen“ - „Im Großen und Ganzen nichts schief gelaufen“

Update vom 2. Februar, 19.21 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für Verständnis für den Ablauf der Corona-Impfungen in Deutschland geworben. „Wir können keinen starren Impfplan machen“, sagte Merkel am Dienstag in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“. Die Hersteller hätten den Regierungschefs von Bund und Ländern bei dem Spitzengespräch zum Thema am Vortag erläutert, dass die Impfstoffe unter Hochdruck produziert würden und exakte Voraussagen über die genauen Mengen nicht lange im Voraus getroffen werden könnten. „Wir müssen das modellieren, wir müssen das dynamisch anpassen.“

Bis zum Ende des Sommers solle jede und jeder ein Impfangebot erhalten, bekräftigte Merkel. Jeder solle dann zumindest die erste der zwei nötigen Impfungen bekommen können. Bisher sei im Großen und Ganzen nichts schief gelaufen bei der Impfkampagne.

Update vom 2. Februar, 18.42 Uhr: Am Abend überträgt die ARD das bereits geführte Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Schon vor der Ausstrahlung wurden erste Aussagen der Kanzlerin bekannt. Man habe in Europa den Impfstoff mit der Gründlichkeit der normalen Zulassung geprüft. „Das war kein Fehler, wir sind auf das Vertrauen angewiesen“, sagte Merkel in der Sendung „Farbe bekennen“. Ein Problem sei, dass die USA fast keinen Impfstoff exportieren würden, so die Kanzlerin. Die Europäer seien daher auf die eigene Produktion angewiesen.

Angela Merkel im Interview mit der ARD: Hauptthema Planungssicherheit für die Impfungen

Update vom 2. Februar, 18.05 Uhr: Wie die ARD bekanntgab, tritt Angela Merkel heute Abend in der Sendung „Farbe bekennen“ auf. Das Erste strahlt die 15-minütige Sondersendung um 20.15 Uhr direkt nach der Tagesschau aus. Tina Hassel und der ARD-Chefredakteur Rainald Becker werden dann der deutschen Bundeskanzlerin ihre Fragen stellen.

Thema der Sendung soll laut ARD die „so dringend benötigte Planungssicherheit für die Impfungen“ sein. Aber auch, wie die Kanzlerin die Bevölkerung weiterhin für die anhaltenden Maßnahmen motivieren will.

„Farbe bekennen“ in der ARD: Corona-Spezial mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

Erstmeldung vom 2. Februar: München/Berlin - Am 10. Februar ist es soweit: Der nächste Corona-Gipfel findet statt. Dann treffen sich einmal mehr Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsident*Innen der Länder, um über weitere Maßnahmen zu entscheiden. CSU-Chef Markus Söder warnte bereits im Rahmen des Impf-Gipfels vor zu schnellen Lockerungen. Er befürchte einen „Jojo-Effekt“ - auch bedingt durch die gefährlichen Virus-Mutationen. Die ARD überrasche indes heute mit einer Ankündigung. Kanzlerin Merkel wird im Rahmen einer Sondersendung um 20.15 Uhr zur aktuellen Lage sprechen.

Corona-Spezial in der ARD: Große Überraschung - Merkel spricht heute live zur Prime Time

Der aktuell laufende Lockdown ist auf den 14. Februar datiert. Die Maßnahmen zeigen bereits jetzt ihre Wirkung. In München etwa liegt die aktuelle 7-Tage-Inzidenz bei 58.1. Deutschlandweit liegt die Inzidenz bei 90.0 (Daten des RKI, Stand 2. Februar, 0.00 Uhr). Die von Bund und Ländern ausgegebene Ziel-Inzidenz von 50 ist also bundesweit betrachtet noch in weiter Ferne, an einzelnen Städten und Landkreisen jedoch bereits greifbar. Dennoch bereitet Politik und Wissenschaft die Virus-Mutation Sorgen. Stets plädieren die Entscheider dafür, Geduld zu bewahren. Man müsse die Infektionslage genau beobachten, um die Verbreitung der neuen Varianten einordnen zu können.

Video: Merkel soll Lockerungen in geheimer Runde vorbereiten

ARD-Hammer: Merkel live in Corona-Spezial-Sendung - verkündet die Kanzlerin weitere Maßnahmen?

Kanzlerin Merkel verkündete am gestrigen Montag, 1. Februar, gemeinsam mit Berlins Bürgermeister und CSU-Chef Söder die Impf-Kampagne für Deutschland. Dort hielt die Kanzlerin an ihrem Versprechen fest, jedem im Lande ein Impfangebot bis zum Sommer machen zu können. Ministerpräsident Söder erklärte wiederholt, dass lediglich Impfungen die einzige „Langzeit-Strategie“ sein könnten. Inwiefern trotzdem leichte Öffnungen zur Mitte des Monats zu erwarten sind, wird Kanzlerin Merkel im ARD-Spezial heute Abend wohl erläutern. So oder so wird die Sendung mit Spannung erwartet. Die Kanzlerin zeigt sich ja eher selten zum Live-Interview im TV.

Der Corona-Lockdown hat weiter alles fest im Griff. In Bayern gelten dabei die mit stärksten Regeln - wie etwa die FFP2-Maskenpflicht. Ein Getränkemarkt aus München hat sich jetzt etwas einfallen lassen.

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