Fehlanzeige beim Gesundheitsamt

Corona-Krise: Münchner Abgeordneter hat sich infiziert und verzweifelt an Notfall-Nummer - „Skandalös“

„Skandalös“: Auf Facebook hat der FDP-Politiker eine wütende Nachricht hinterlassen.

Der Münchner Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Als er am Wochenende den Notdienst des Gesundheitsamtes erreichen wollte, wurde er enttäuscht.

  • Das Coronavirus* verbreitet sich weiter.
  • In Bayern gibt es bereits hunderte Infizierte - und drei Tote.
  • Der Münchner Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger hat sich infiziert, als er am Wochenende den Notdienst des Gesundheitsamtes gebraucht hätte, wurde er enttäuscht. 

München – Das Münchner Gesundheitsamt hat trotz der Corona-Krise offenbar keinen Wochenend-Notdienst eingerichtet. Der Münchner FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger hat am Samstag von seiner Ärztin erfahren, dass er mit dem Coronavirus infiziert ist. Er ist empört: „Das Gesundheitsamt muss doch in dieser Situation einen Notdienst einrichten.“ Schließlich gehe es darum, all die Personen zu informieren, mit denen er in den letzten Tagen Kontakt hatte. Sattelberger hatte sich „sicherheitshalber“ auf das Virus testen lassen, nachdem sich zwei FDP-Fraktionskollegen infiziert hatten. „Ich hatte zwar keinen direkten Kontakt mit den beiden, aber man weiß ja nie, ob ich zum Beispiel dieselbe Türklinke gedrückt habe. Da bin ich am Freitag zwischen zwei Sitzungen zum Corona-Test gegangen.“

Corona-Krise: Münchner Abgeordneter Sattelberger verzweifelt an Notfall-Nummer

Auf dem Rückflug nach München bekam der 70-Jährige plötzlich einen Schweißausbruch und Schüttelfrost: „Beim Aussteigen konnte ich mich kaum auf den Beinen halten, war fiebrig. Aber nach einer halben Stunde war das dann wieder vorbei. Jetzt habe ich noch leichtes Kopfweh, fühle mich aber sonst ganz passabel.“ Daraufhin begab sich der FDP-Politiker in seinem Haus in Starnberg selbst in Quarantäne – der Anruf der Ärztin am Samstag bestätigte seinen Verdacht: Corona.

Die Ärztin sagte Sattelberger auch, dass sich das Gesundheitsamt erst am Montag mit ihm in Verbindung setzen werde. „Aber die Menschen, die sich bei mir angesteckt haben können, müssen doch schnell ermittelt und informiert werden“, sagt Sattelberger. „Das kann doch nicht bis Montag warten.“

Corona-Krise in München: Beim Bürgertelefon fand der besorgte Politiker einen Ansprechpartner    

So rief der FDP-Politiker beim Corona-Bürgertelefon der Stadt München an. „Dort war ein sehr freundlicher Herr, der mir aber leider nicht weiterhelfen konnte. Er gab mir eine Telefonnummer, die ich stundenlang zu erreichen versuchte, die aber ständig belegt ist. Genauso komme ich bei der Lufthansa nicht durch, die ich ja auch wegen der möglichen Ansteckungsgefahr für die Mitreisenden informieren wollte. Ich kannte meinen Sitznachbarn zufällig, dem habe ich selber Bescheid gegeben. Aber die zu informieren, die hinter und vor mir saßen, das wäre Aufgabe des Gesundheitsamts.“

Sattelberger nennt es „skandalös“, dass eine Stadt wie München in dieser Krisensituation, in der man allen Menschen viel abverlangt, nicht entsprechend reagiert. „Das Virus stellt doch auch am Wochenende nicht die Arbeit ein.“ 

*tz.de und Merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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