Alter und Wohnort

Corona in München: Diese Gruppen stecken sich an - extrem unterschiedliche Verteilung

Corona in München: Jüngere ­liegen in der Statistik an der ­Spitze -auch wegen mehr Tests.
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Corona in München: Jüngere ­liegen in der Statistik an der ­Spitze -auch wegen mehr Tests.

Wer steckt sich in München mit Corona an? Die Häufigkeit von Corona-Infektionen ist in den Altersgruppen mittlerweile extrem unterschiedlich verteilt. Die Analyse nach Alter und Wohnort.

München - Die 5- bis 14-Jährigen sind inzwischen die am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffene Altersgruppe in München. Aktuelle Daten für Bayern gab gestern Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) bekannt. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in dieser Altersgruppe liegt in der Landeshautstadt derzeit bei 280, bei den 15- bis 34-Jährigen bei 195.

Altersgruppe7-Tage-Inzidenz Stadt München
0 bis 4 JahreInzidenz: 94
5 bis 14 JahreInzidenz: 280
15 bis 34 JahreInzidenz: 195
35 bis 59 JahreInzidenz: 166
60 bis 79 JahreInzidenz: 95
80+ JahreInzidenz: 21

Corona-Fallzahlen in München - Jüngere ­liegen in der Statistik an der ­Spitze

Prof. Dr. Johannes Hübner, Leiter der Abteilung für pädiatrische Infektiologie am Haunerschen Kinderspital München, geht davon aus, dass die Inzidenzwerte bei den Jüngeren durch die Schnelltests an den Schulen gestiegen sind.

„Wo viel getestet wird, wird auch viel gefunden“

Prof. Dr. Johannes Hübner

„Wo viel getestet wird, wird auch viel gefunden“, sagt er. Es gebe jedoch nach wie vor keine Hinweise darauf, dass Kinder Treiber der Pandemie seien oder das Ansteckungsrisiko in Schulen besonders hoch ist. Debatten darüber, ob Eltern früher geimpft werden sollten, hält Hübner deshalb für falsch. „Nichts deutet darauf hin, dass Kinder ansteckender sind“, betont er. Daran habe sich auch durch die Mutationen nichts geändert.

Prof. Johannes Hübner, Leiter der Abteilung für pädiatrische Infektiologie am Haunerschen Kinderspital München.

Mediziner hofft auf Corona-Impfstoff für Kinder

Allerdings hofft Hübner darauf, dass bald auch ein Impfstoff für Kinder freigegeben wird. Gerade für Kinder mit chronischen Erkrankungen wäre jedes Virus ein Risiko, sagt er. Die britische Mutation habe bisher aber keinen Einfluss auf die Zahl seiner jungen Corona-Patienten im Klinikum, berichtet er. „Wir haben nach wie vor im Schnitt zwei Fälle pro Monat. Die Infektion verläuft bei den meisten Kindern und Jugendlichen mit milden Symptomen.“

In unserem Corona-News-Ticker halten wir Sie auf dem Laufenden.

München - Pflegekräfte und Kita-Beschäftigte fallen wegen Corona-Erkrankungen aus

Bei den erwachsenen Arbeitnehmern fallen besonders häufig Pflegekräfte und Kita-Beschäftigte wegen Corona-Erkrankungen aus. Nach Berechnungen der Techniker Krankenkasse lag die Zahl in diesen Berufen im Jahr 2020 doppelt so hoch wie der Durchschnitt.

Corona in München - Hier gibt es einen Hotspot

Auch der Wohnort scheint einen Einfluss zu haben: In München war nach Erhebungen der AOK im letzten Jahr der Brennpunkt im Westen: 0,75 Prozent der Versicherten in Aubing-Lochhausen-Langwied erhielten zwischen März und Mai eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wegen Corona, in Moosach waren es dagegen nur knapp 0,3 Prozent. (Katrin Woitsch)

Video: Experten warnen, dass Schnelltests besonders häufig bei Kindern eine Corona-Infektion nicht anzeigen

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