News-Ticker zur Pandemie

Als erste deutsche Millionen-Stadt: München unter magischer Corona-Marke - klare Aussage zu Lockerungen folgt

Die aktuellen Corona-Zahlen für München zeigen eine klare Tendenz und sinken erstmals seit Oktober unter eine magische Marke. Alle News im Ticker.

  • Noch bis zum 14. Februar gilt deutschlandweit ein strenger Corona-Lockdown.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz in München liegt erstmals seit Oktober unter 50 (Update vom 4. Februar, 7.50 Uhr). An Lockerungen denkt OB Reiter vorerst dennoch nicht (Update vom 3. Februar, 21.05 Uhr).
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Update vom 3. Februar, 9.37 Uhr: Es rentiert sich nicht mehr: Vier Filialen der Parfümeriekette Douglas machen in München zu. Eine Sprecherin des Unternehmens will bei der Analyse nichts beschönigen.

Update vom 3. Februar 2021, 7.50 Uhr: München hat es geschafft. Die magische Marke der 50 neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen wurde unterschritten, damit ist München die erste Metropole in Deutschland, der das gelingt. Donnerstagmorgen lag die Inzidenz nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 48,0. So niedrig war die Zahl seit Mitte Oktober nicht mehr, als die Marke von 50 erstmals überschritten wurde. Bayernweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 83,1, in Deutschland bei 80,7.

„Tiroler Subtyp“: Corona-Alarm wegen Mutation in Österreich - München kratzt an magischem Grenzwert

Update vom 3. Februar, 21.05 Uhr: Der Inzidenzwert sinkt in München kontinuierlich. Am Mittwoch lag der Sieben-Tage-Wert der neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner bei 51,7. So niedrig war die Inzidenz zuletzt Mitte Oktober.

Womöglich unterschreitet die Landeshauptstadt noch in dieser Woche die kritische Schwelle von 50. OB Dieter Reiter (SPD) zeigt sich erfreut, „dass die unterschiedlichen Maßnahmen offenbar wirken, vor allem, weil sich die allermeisten Menschen auch daran halten“. München mache damit einen Schritt in Richtung mehr Normalität.

Für etwaige Lockerungen ist es nach Meinung des OB aber jetzt noch zu früh: „Erst wenn wir diesen Wert auch in den nächsten sieben Tagen halten, können wir darüber nachdenken.“ Er werde sich dazu eng mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) austauschen.

Nach wie vor gilt in Bayern eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr, in München ein Alkoholverbot in der Fußgängerzone und am Viktualienmarkt. Auch Gastronomie und Einzelhandel sind weiter geschlossen. „Ich würde mir wünschen, dass die Staatsregierung einen langfristigen Plan erarbeitet, der Öffnungen anhand der Inzidenz vorsieht“, sagt Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne). Sie sei den Münchnern dankbar, „dass sie solidarisch sind und sich an die Regeln halten“. Die konsequente Reduzierung der Kontakte sei entscheidend.

Auch in den Münchner Krankenhäusern entspannt sich die Lage langsam. Aktuell müssen 246 Corona-Patienten stationär versorgt werden, davon 98 auf der Intensivstation. Diese Zahl ist vergleichbar mit dem Niveau von Mitte November. Mit dem Coronavirus infizierte Personen gab es Stand Mittwoch noch insgesamt rund 1900. Zum Vergleich: Kurz vor Weihnachten waren es 8000 Infizierte.

von Klaus Vick

„Tiroler Subtyp“: Corona-Alarm wegen Mutation in Österreich 

Update vom 3. Februar, 20.41 Uhr: Die verschiedenen Corona-Mutationen bereiten weiterhin große Sorgen. In einem Klinikum in Bayreuth sind nun neun Fälle der Variante Aus Großbritannien bestätigt worden. Dagegen sorgt die Mutation aus Südafrika gerade in Österreich für Probleme. Diese breitet sich nach Ansicht einer Virologin aktuell in Tirol, also in einer Grenzregion zu Bayern aus.

Dort dürften derzeit in etwa die Hälfte der durch eine Mutation verursachten Infektionen auf diese Variante zurückgehen, sagte die Virologin Dorothee von Laer von der Medizinischen Universität Innsbruck der Zeitung Der Standard. 80 Prozent der Neuinfektionen würden vom ursprüngliche Virus verursacht, jeweils zehn Prozent von der britischen oder der südafrikanischen Variante. 

„Wir haben mittlerweile 80 Fälle und sicher eine große Dunkelziffer. Das ist nicht mehr ein kleines Cluster“, sagte die Expertin der Deutschen Presse-Agentur über die Verbreitung der Südafrika-Variante. Sie habe zwar keinen Überblick über das gesamte Bundesland, allerdings sei nach ihren Untersuchungen die Region zwischen Innsbruck und der deutschen Grenze bei Kufstein betroffen. Die Virologin forderte, dass die Mobilität eingeschränkt werde und die die geplanten Lockerungen in Österreich zumindest in Tirol verschoben werden.

Dies sei angezeigt, da die südafrikanische Variante selbst schon wieder zumindest zwei zusätzliche Mutationen aufweise. Sie seien ein „Tiroler Subtyp“ der südafrikanischen Variante, so von Laer. Bedenklich sei die Entwicklung, weil neueste Studien den Schluss nahelegten, dass die Impfungen weniger gegen die Mutation wirkten und auch der natürliche Schutz durch Antikörper nach einer Erkrankung weit weniger gegen diese Variante helfe.

Update vom 3. Februar, 19.58 Uhr: Kann man sich mehr als einmal mit dem Coronavirus infizieren, weil die Antikörper nach kurzer Zeit wieder verschwinden? Diese erschreckende Frage konnte bislang noch nicht abschließend geklärt werden. Eine britische Studie macht nun allerdings Hoffnung:

Fast 90 Prozent der Corona-Infizierten haben sechs Monate nach ihrer Infektion Antikörper gegen das Coronavirus im Körper. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie der UK Biobank, der größten britischen biomedizinischen Datenbank, die am Mittwoch in London veröffentlicht wurde. Bei 88 Prozent der untersuchten Studienteilnehmer hätten nach den vollen sechs Monaten der Untersuchung Antikörper nachgewiesen werden können, nach drei Monaten war dies sogar bei 99 Prozent der Patienten der Fall.

„Obwohl wir nicht sicher sein können, inwieweit dies mit einer Immunität einhergeht, legen die Befunde nahe, dass Menschen für mindestens sechs Monate vor einer erneuten Ansteckung geschützt sein könnten“, sagte Chef-Forscherin Naomi Allen.

Corona-Zahlen: München könnte magischen Grenzwert schon morgen knacken 

Update vom 3. Februar, 17.42 Uhr: In München wurden für Dienstag (2. Februar) 107 neue Corona-Fälle sowie elf weitere Todesfälle gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts aktuell bei 51,7. Zum Vergleich: Für Montag (1. Februar) wurden 81 neue Corona-Fälle gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 58,1. Damit nähert sich München weiter dem Zielwert von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen, der von der Politik als Grenzwert angegeben worden war. Ob die aktuellen Maßnahmen aber bei einem Unterschreiten gelockert werden, ist nicht sicher. Markus Söder äußerte sich diesbezüglich zuletzt eher gegenteilig.

„Konnten jetzt freigeschaltet werden“: Stadt verkündet Corona-Premiere für 450 Münchner

Update 3. Februar, 13.36 Uhr: Für das Impfzentrum in der Messe München konnten inzwischen die ersten 450 Impftermine (von heute bis Freitag) freigeschaltet werden, wie die Stadt bekannt gab.

Am Wochenende sollen dann die Erst- und Zweitimpfungen von medizinischem Personal fortgesetzt werden. „Wie viele Impftermine in der kommenden Woche vergeben werden können, hängt von der Anzahl der verfügbaren Impfdosen ab“, erklärte die Stadt. Geimpft werden ausschließlich Personen, die über das Impfportal einen Termin vereinbart haben.

In Bezug auf die Auswahl der Geimpften hieß es zur Erinnerung: „Da nicht genügend Impfstoff für alle zur Verfügung steht, werden zunächst nur Personen der höchsten Prioritätsstufe geimpft, das sind unter anderem über-80-Jährige und auch medizinisches und pflegerisches Personal, das durch die Arbeit besonders stark gefährdet ist“.

Update 3. Februar, 12.36 Uhr: Offenbar ist der Glaube an eine Durchführung unerschütterlich. Die Stadt München hat bereits jetzt das offizielle Plakat für das Oktoberfest 2021, das vielleicht auch in ungewohnter Manier stattfinden könnte, präsentiert.

Der Entwurf der Münchnerin Maria Elisabeth Dick überzeugte die Jury um Wiesn-Boss Clemens Baumgärtner: „Das Motiv besticht durch handwerkliche Perfektion, Dynamik und frische Farben. Es zeigt viel Herz für die Wiesn und einige unverzichtbare Zutaten für einen gelungenen Wiesnbesuch“.

Oktoberfest 2021 trotz Corona? Wiesn-Boss glaubt an Durchführung

Baumgärtner hatte im Januar noch einmal klargestellt: „Wir gehen davon aus, dass es dieses Jahr eine Wiesn geben wird“. Unter anderem die Zulassung mehrere Impfstoffe stimme ihn optimistisch.

164 Künstler hatten sich an der Ausschreibung der Stadt beteiligt. Wenn es die Corona-Pandemie zulässt, soll das Oktoberfest 2021 vom 18. September bis zum 3. Oktober durchgeführt werden.

Update 3. Februar, 11.04 Uhr: Das tiefe Schnaufen der Fahrradfahrer im Westpark sei zu Corona-Zeiten ein Problem für die Spaziergänger, meint die CSU. Sie will das Radfahren im Park verbieten. Der entsprechende Antrag sorgt für reichlich Unverständnis.

Update 3. Februar, 9.13 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte keinen Zweifel daran gelassen: Der Inzidenzwert 50 ziehe nicht grundsätzlich Lockerungen nach sich: „Das ist nicht automatisch die Zahl, bei der man alles wieder so machen kann wie zuvor“, hatte der CSU-Chef vor der jüngsten Sitzung des CSU-Vorstands gesagt. Unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den Wert immer wieder als Vorgabe für die etablierten Lockdown-Beschränkungen genannt.

Corona-Zahlen in München sinken: Söder sieht dennoch keine Lockerungen kommen

„Wenn man jetzt zu schnell lockert und die Mutation kommt dazu, dann kann es eine gefährliche Kombination sein“, unterstrich Söder seine defensive Position im ZDF-Talk bei Markus Lanz.

Nichtsdestotrotz dürfte man es in der Landeshauptstadt München als Teilerfolg feiern, wenn das Etappenziel in Kürze - vielleicht schon morgen - erreicht wird. Aktuell vermeldet das Robert-Koch-Institut (RKI) für die Isar-Metropole eine 7-Tage-Inzidenz von 51,7. Am Vortag hatte diese noch bei 58,1 gelegen.

Fast 1000 Corona-Tote hat die Stadt München inzwischen zu beklagen. Für den jüngsten Anstieg der Zahlen gibt es jedoch eine eindeutige Erklärung

Corona-Pandemie in Bayern: „Viel zu wenig Menschen in der Stadt unterwegs“

Ursprungsmeldung:

München - Keine Dekoration zum Valentinstag, nicht einmal Frühjahrsboten: In der Corona-Pandemie bleiben viele Schaufenster in Bayern ungeschmückt. „Eigentlich müssten gerade überall Herzen sein, danach Osterhasen und Blumen“, meint Klaus Stieringer vom Bundesverband City- und Stadtmarketing Bayern. Aber wir haben jetzt keine Liebe in den Schaufenstern, auch keinen Frühling.“

Gerade kleine Läden geben sich normalerweise Mühe, ihre Auslagen je nach Jahreszeit zu gestalten. Doch seit die meisten Geschäfte geschlossen seien, würden Kunden nicht einfach so durch die Stadt schlendern und sich in Schaufenstern verlieren. „Die Dekoration lohnt sich nicht. Es sind viel zu wenig Menschen in der Stadt unterwegs.“

Corona-Lockdown in Bayern: „Verständnis für Maßnahmen wicht immer mehr der Resignation“

Click & Collect - also das Bestellen und Abholen der Waren - sei in der Regel nur eine „Beschäftigungstherapie“, meint der Vorsitzende des Bundesverbands City- und Stadtmarketing Bayern. Daran würde auch die Dekoration nichts ändern. So seien die Fenster oft nur noch mit Plakaten geschmückt, die auf die Corona-Krise verweisen.

Wenn die Inhaber nicht bald eine Perspektive bekämen, bleiben viele Schaufenster wohl für immer leer, befürchtet der Verband. „Das Verständnis für die Maßnahmen in der Krise weicht immer mehr der Resignation“, sagte Stieringer. „Und diese Resignation manifestiert sich in vielem - eben auch in der Dekoration.“ (lks/dpa)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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