Pandemie hat schwere Auswirkungen

Corona erfasst Münchner Arbeitsmarkt mit Wucht: Zahl der Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger steigt massiv

Corona hat auch den Arbeitsmarkt drastisch verändert. München ist keine Ausnahme: In der Stadt stieg die Arbeitslosigkeit dramatisch an.

  • In der Corona-Krise verschärft sich die Lage in München* weiter.
  • Die Pandemie hat auch große Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt - die Zahl der Erwerbslosen steigt beträchtlich 20 Prozent mehr Menschen beziehen Hartz-IV.
  • Alle Entwicklungen in der Corona-Krise lesen Sie im aktuellen Ticker für München*.

München - Die Zahl der Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger in München ist während der Corona-Pandemie deutlich angestiegen. Aktuell sind in der Landeshauptstadt 17 496 Menschen ohne Job. Das sind 18 Prozent mehr als im Februar 2020 – einen Monat vor dem ersten Lockdown. Auch die Vergleichszahl aus dem Vorjahr ist aussagekräftig. Im November 2019 waren in München 14 388 Menschen erwerbslos. Im Juni 2020 war der in der Corona-Krise bisher höchste Punkt mit gut 19 000 Arbeitslosen erreicht.

Hartz-IV-Leistungen erhalten in München zum statistisch aktuellsten Wert von August 54 387 Erwerbsfähige. Das sind 20 Prozent mehr als im Februar 2020. Die Bundesagentur für Arbeit geht in ihrer Prognose von einer leicht sinkenden Tendenz für die Monate September, Oktober und November aus. Allerdings war zum Zeitpunkt der Vorhersage der neuerliche Lockdown noch nicht absehbar.

Die Zahl der Arbeitslosen wird von der Corona-Pandemie stark beeinflusst.

Viele Arbeitsplätze gingen in der Gastronomie, in Reinigungsberufen oder im Einzelhandel verloren

„Dies könnte den zarten, positiven Trend infrage stellen“, sagt die Geschäftsführerin des Jobcenters München, Anette Farrenkopf. Laut Jobcenter leben in München rund 20 000 Kinder und Jugendliche in einem Haushalt, der Grundsicherung bezieht. Diese setzt sich im Wesentlichen aus einem Regelsatz von monatlich 432 Euro (in München stockt die Stadt um 21 Euro auf) sowie der Kostenübernahme für Wohnung und Heizung zusammen.

Nach Auskunft der Arbeitsamtschefin gingen in den vergangenen Monaten besonders viele Arbeitsplätze in der Gastronomie, in Reinigungsberufen oder im Einzelhandel verloren. München sei eine Dienstleistungsstadt. Doch ohne kulturelle Veranstaltungen oder Messen kämen keine Touristen und nur wenige Geschäftsreisende. Existenzielle Sorgen würden auch Fitnesstrainer, Kunstschaffende, Mediendesigner, Bühnenbildner oder Taxifahrer plagen. „Alle können jetzt in eine finanzielle Schieflage geraten und nutzen das Sozialschutzpaket zur Überbrückung ihrer Situation“, so Farrenkopf. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt / dpa

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