Neue „Hotspot-Strategie“ im Freistaat

Bedenkliche Statistik zu Corona-Toten in Bayern - Söder-Vertrauter betroffen: „Darf niemanden kalt lassen“

Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann auf einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung in München.
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Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann auf einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung in München.

In München hat sich das Kabinett erneut zur Corona-Krise beraten. Auch ein wenig ermutigender Wert kam im Anschluss zur Sprache.

  • Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) haben sich in München zur Corona-Lage im Freistaat geäußert.
  • Die Lage sei weiterhin bedenklich, hieß es - auch deshalb sei in Bayern die neue „Hotspot-Strategie“ etabliert worden.
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München - Am Dienstag (1. Dezember) ist die mittlerweile neunte Auflage der bayerischen Infektionsschutzverordnung in Kraft getreten. Unter anderem mit lokal begrenzten Ausgangsbeschränkungen in besonders betroffenen Gebieten (deren Inzidenzwert über 300 liegt) sollen außer Kontrolle geratene Corona-Infektionszahlen eingedämmt werden.

In München wurde nun die nächste Analyse zur aktuellen Corona-Lage im Freistaat abgehalten. Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) klärten in einem Pressestatement über die Beratungen auf. Das Kabinett war zuvor zu einer Sitzung zusammengekommen.

Corona: Söder-Minister nennt bedenkliche Statistik zu Todeszahlen in Bayern

„Die Lage ist nach wie vor besorgniserregend. Wir müssen bei den Zahlen runter“, fasste Herrmann gleich zu Beginn zusammen. Die Zahl der jüngst vermeldeten Todesfälle dürfte „niemanden kalt lassen“. Laut Statistik stirbt in Bayern derzeit jede halbe Stunde ein Mensch an den Folge einer Corona-Infektion (aktuell 75 Todesfälle pro Tag).

„Verlängern, vertiefen und versorgen“ sei das, worauf sich das Konzept der neu geltenden Infektionsschutzverordnung fokussieren lasse. Herrmann nannte noch einmal die klaren Maßnahmen für Hotspots wie Nürnberg: „Dort muss man sich jetzt einfach auf das Notwendigste beschränken und die Dynamik in den Griff bekommen“. Ziel bleibe, den Inzidenzwert im Freistaat wieder auf 50 zu drücken.

Statement in München: Söder-Minister wehrt Kritik ab - „Die Kritiker der Elche ...“

Hat der Freistaat die zweite Corona-Welle verpennt? Herrmann wehrt entsprechende Kritik mit einem Augenzwinkern ab: „Bei gewissen Wortmeldungen muss ich an folgendes Sprichwort denken: Die Kritiker der Elche waren früher selber welche“. Es sei schon erstaunlich, wie schnell sich Meinungen während einer Pandemie ändern könnten.

„Wir dürfen uns nicht ausruhen. Winterzeit ist Infektionszeit“, erklärte Melanie Huml zur angespannten Lage in den Krankenhäusern. Bei den geplanten Impfzentren seien jetzt noch logistische Fragen zu klären, „jeder Impfstoff muss etwa anders gelagert werden“. Das Vertrauen in die Impfung sei besonders bedeutend: „Wir müssen beim Zulassungsverfahren transparent sein“.

Corona-Impfung: Ministerin erklärt geplante Reihenfolge

Personen der Risikogruppe, medizinisches Personal und Mitarbeiter systemrelevanter Berufe, wie Polizisten, sollen zuerst an der Reihe sein. Eine Impfpflicht werde es aber nicht geben, unterstrich die Gesundheitsministerin.

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