Bald wieder geöffnet?

Konkrete Konzepte für den Corona-Neustart: Münchner Wirte planen Biergarten-Revolution

Viele Wirte setzen darauf, bald mit den Biergärten zu starten. Manche in München feilen schon an konkreten Plänen für die Zeit nach dem Corona-Lockdown. 

  • Die Wirte der Münchner Biergärten hoffen auf die Möglichkeit bald wieder öffnen zu können.
  • Die Wirte fordern sinnvolle Vorgaben von der Politik und arbeiten an Konzepten
  • In unserem Corona-News-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen in München auf dem Laufenden.

München - Viele Münchner, die dicht gedrängt an der Isar flanieren oder mit einem Bier in der Hand im Gras sitzen: Wer bei sonnigem Wetter den Kiosk an der Wittelsbacherbrücke besucht, kann Corona schnell vergessen. Und sich die Frage stellen: Wenn solche Menschenansammlungen normal sind, warum bleiben dann die Biergärten geschlossen? Schließlich könnte man dort viel geordneter zusammenkommen. Eine Frage, die sich derzeit immer mehr Gastronomen stellen. 

„Wir brauchen ganz dringend ein Signal“, sagt Gregor Lemke. Der Chef der Innenstadtwirte meint damit ein Datum, wann es Lockerungen gibt. Genauso wichtig sei es dann aber auch, dass die Bedingungen stimmen. „Es muss funktionieren“, wenn wieder aufgesperrt werden soll. Wie ein Start, den Ministerpräsident Markus Söder für Ende Mai in Aussicht gestellt hat, aussehen könnte, darüber grübelt die Gastronomie in der Stadt.

Corona in München: Nockherberg überlegt, 5000 Plätze auf 700 zu reduzieren

Ganz konkret wird Florian Lechner, der mit Christian Schottenhamel den Nockherberg betreibt. Biergarten mit 5000 Plätzen inklusive. „Wir sitzen gerade zusammen und arbeiten an einem Konzept“, sagt er beim Merkur-Anruf. Ziel: Gut vorbereitet zu sein. Denkbar wäre, die 5.000 Plätze auf 700 zu reduzieren. Mit Abstand zwischen und an den Bänken. 

Alkoholfreie Getränke könnten gesondert in Kühlschränken bereitgestellt werden, genauso wie kalte, verpackte Speisen. An der Ausgabe wie an der Kasse gibt es Plexiglasscheiben. Die Mitarbeiter, die in Kurzarbeit sind, könnten zurückgeholt werden, um die Abläufe im Blick zu haben. An den Eingängen sorgt die Security für Ordnung. Lechner will die Zeit jetzt nutzen, um den Biergarten entsprechend umzubauen. „Wir wollen gut aufgestellt sein.“

Mitnehm-Alternative: Immer mehr Biergärten, wie der am Chinesischen Turm, die Waldwirtschaft und der Hofbräukeller, haben ein Take-away-Angebot

Biergarten trotz Corona geöffnet? „Ab 500 Besucher geht die Rechnung auf“

So weit geht sein Kollege vom Hofbräukeller am Wiener Platz nicht: Friedrich Steinberg spielt aber natürlich auch durch, wie er seinen internen Betrieb für den Neustart umstrukturieren könnte. „Wir sind für alles zu haben.“ Wenn es wirtschaftlich Sinn macht. Für 30 Gäste braucht er seinen Biergarten nicht aufzusperren, ab 500 Besucher geht die Rechnung auf. Daher betont auch er: „Die Vorgaben müssen vernünftig sein.“

Miriam Ebner hat keine Vorerkrankungen und ist topfit – nach einer Infektion mit dem Coronavirus findet sich die 27-Jährige aus München dann auf der Intensivstation wieder.

Mit Spannung warten auch die Kollegen der Haberl-Gastronomie (unter anderem Biergarten am Chinesischen Turm und Taxisgarten) oder Christian Vogler vom Augustiner-Keller auf Zeichen der Politik. Erst am Montag gab es eine Videokonferenz mit Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann, an der auch Christian Schottenhamel als Kreisvorsitzender vom Hotel- und Gaststättenverband teilgenommen hat. Sein Eindruck: „Das Verständnis war schon da.“ Jetzt müssten Taten folgen.

Mit nur 55 Jahren ist der Münchner Gastronom Martin Kolonko gestorben. Unter anderem auf der Wiesn hatte er sich einen Namen gemacht.

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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