Was Besucherinnen erlebten

Kuriose Eindrücke vom Biergarten-Comeback in München: „War jetzt fast ein bisschen stressig“

Seit Montag sind die ersten Biergärten in München geöffnet -  wenn auch unter strengen Auflagen. Kommt so überhaupt Biergarten-Feeling auf? Zwei Besucherinnen berichten.

München - Ein Prosit auf ein Paradox: Hinterm Bauzaun eingepfercht, kann man endlich wieder ein Stückchen Freiheit genießen... Seit Montag haben wieder viele Biergärten geöffnet – auf dem Weg zur ersten Mass müssen Besucher aber erst am Infektionsschutz vorbei.

So wie Anja Schneider und Carolin Juretschka – ihre Vorfreude ist trotz maskierter Gesichter spürbar. Die beiden Musiklehrerinnen stehen vorm Biergarten am Viktualienmarkt an. Ein Bauzaun grenzt die Bierbänke vom Rest des Marktes ab, am Eingang wacht ein Mitarbeiter und weist den Besuchern Tische zu. Normalerweise haben hier 800 Gäste Platz. Mit Abstandsregelungen sind es nun aber nur mehr 230.

Trotz des Ansturms der Münchner – der Einlass geht flott, die Wartezeit hält sich in Grenzen: Schneider und Juretschka haben in der Schlange gerade so Zeit, ihren Mundschutz aufzuziehen und sich die Hände zu desinfizieren. Dann kommt schon ein Kellner und murmelt hinter seiner Maske: „Bitte hier entlang, die Damen”.

Coronavirus in München: So lief der erste Biergarten-Tag! Der lange Weg zur Mass

Am Tisch angekommen, will Jurtschka schon Platz nehmen, als der Kellner ruft: „Halt! Wir müssen noch desinfizieren.“ Auf den frisch abgewischten Tisch legt er neben die Karte noch eine Liste, in der Gäste Namen und Telefonnummer eintragen müssen – die Kontakte aller Gäste sind frei einsehbar. Die Liste soll helfen, im Corona-Fall die Infektionsketten nachzuvollziehen. 

Juretschka meint scherzhaft: „Wenn mir hier einer am anderen Tisch gut gefällt, kann ich mir gleich die Handynummer rausschreiben.“ Schneider nimmt ihren Mundschutz ab, atmet einmal tief ein und sagt: „So, das war jetzt fast ein bisschen stressig.”

Mit dem Zuprosten beginnt der gemütliche Teil des Mittags. Juretschkas Fazit: „Das Reinkommen und die Zäune sind gewöhnungsbedürftig – aber jetzt bin ich wieder im Biergartenfeeling angekommen!”. Schneider stimmt ihr zu: „Das Gesellige, das gehört zum Menschsein dazu, und das hat die letzten Monate echt gefehlt.“ Während die beiden ihre Halbe trinken, vergessen sie für kurze Zeit ihre Sorgen. Fast so wie vor Corona.

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Coronavirus in München: So lief der erste Biergarten-Tag! Auch hier war‘s schön

Selten hat man sich so über einen Platz an der Sonne gefreut wie gestern. Nach zwei Monaten Zwangspause dürfen wir wieder auf Restaurant-Terrassen genießen – das schöne Wetter ebenso wie feine Speisen und Getränke, zum Beispiel einen caffè auf der Terrasse vom Tambosi am Odeonsplatz. 

Doch nicht nur dort findet sich ein Platzerl: Allein in München gibt es 2.500 Betriebe mit Freischankflächen – vom Straßencafé ums Eck bis zum Biergarten. Für alle gilt: Gäste müssen platziert werden und mindestens 1,5 Meter Abstand einhalten, um 20 Uhr ist Schluss und abseits des Tisches muss Mundschutz getragen werden. Wer dann aber einmal sitzt, der kann einfach genießen. 

Stéphanie Mercier

Bei strahlendem Sonnenschein durften Corona-geplagte Menschen ihr Biergarten-Comeback feiern. Ein Foto aus München lässt auf einen fulminanten Auftakt schließen.

In der Münchner Altstadt kam es zu einem Akt des Vandalismus: Unbekannte warfen den Brunnen mit der Statue der Volksschauspielerin Ida Schumacher um.

Rubriklistenbild: © Schlaf

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