Der Engel, der selbst Covid hatte

Alena (20) überstand eine Corona-Infektion: Jetzt arbeitet sie ehrenamtlich im Krankenhaus - „Möchte etwas zurückgeben“

Corona München: Drei Wochen lang lag Alena (20) auf der Schwabinger Covid-Station, jetzt hilft sie dort selbst mit
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Drei Wochen lang lag Alena (20) auf der Schwabinger Covid-Station, jetzt hilft sie dort selbst mit .

Wer mal wegen Corona im Krankenhaus lag, der will hinterher in der Regel lieber nichts mehr mit dem Virus zu tun haben. Nicht so Alena Bauer (20): Die Münchnerin sagt dem Virus den Kampf an!

  • In den Kliniken in München sind Pflegekräfte durch die Corona-Pandemie stark belastet. Alle News hier im Ticker*.
  • Freiwillige Helfer auf den Covid-19-Stationen sind ein Segen.
  • Münchnerin Alena (20) hat sich dafür entschieden - aus einem besonderen Grund.

München - Eine Woche lang lag Alena auf der Covid-19-Station der München Klinik Schwabing. Sie hat die Krankheit auskuriert und keine Langzeitfolgen davongetragen. Jetzt kehrt Alena jeden Tag freiwillig auf dieselbe Station zurück: um Leidensgenossen zu helfen! Sie ist einer der ehrenamtlichen Engel, die das stark belastete Pflegeteam unterstützen.

Erste Corona-Welle - 20-Jährige steckte sich beim Skiurlaub an

Während der ersten Welle hatte Corona* ihre ganze Familie erwischt. Im Skiurlaub in Südtirol steckten sich auch ihre beiden Geschwister und ihre Eltern an. „Wir hatten Gliederschmerzen, Fieber, konnten nichts mehr riechen und schmecken“, erinnert sich Alena. Damals wurde noch jeder positiv Getestete im Krankenhaus aufgenommen. „Wir bekamen einen Anruf vom Gesundheitsamt, dass wir ein paar Sachen packen sollen.“ 20 Minuten später stand schon der Sanka von der Tür.

Es dauerte drei Monate, bis sich Alenas Geruchs- und Geschmackssinn erholte, die restlichen Krankheitssymptome klangen bereits nach zwei Wochen wieder ab. Ihr 56-jähriger Vater kam leider nicht so schnell auf die Beine: „Ich habe meinen Papa noch nie so krank gesehen. Wir hatten Angst um ihn. Gott sei Dank musste er nicht beatmet werden und er ist wieder gesund geworden“, erzählt Alena. „Es war eine schwierige Zeit für uns alle.“ Dazu kam der Stress in der Schule, sie stand kurz vor den Abiturprüfungen.

Wahnsinn, was diese Menschen leisten!

Alena über Pflegekräfte und Ärzte auf der Corona-Station

Im April beginnt Alena eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. Doch derzeit hilft sie mit viel Herzblut auf der Corona-Station, montags bis freitags ab 7 Uhr. „Ich möchte den Menschen etwas zurückgeben, die für uns da waren. Zumal ich miterlebt habe, wie hart die Pflegekräfte und Ärzte arbeiten. Wahnsinn, was diese Menschen leisten!“

Mit Herzblut anderen helfen: Alena bei der Arbeit auf der Covid-Station.

Der Alltag auf der Corona-Station ist nicht einfach: „Man hört regelrecht, wie sehr die Patienten leiden. Das ist belastend. Aber die positiven Erfahrungen überwiegen. Und ich weiß, dass ich hier etwas Sinnvolles mache.“ *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Vor einem Jahr wurde der erste Corona-Patient eingeliefert: Das große Interview zum Jahrestag der Pandemie mit dem Chef der München Klinik Dr. Fischer. Weitere Nachrichten aus der Landeshauptstadt finden Sie auf unserer München-Ressortseite.

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