Unternehmer machen Vorschläge

Corona-Krise: Münchner Wirt schlägt Alarm - „Was auf dem Land zumacht, bleibt für immer zu“

Corona - München - Geschäftsschließungen
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Bisher gilt: Alle Läden, die keine Lebensmittel führen, müssen wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben.

„Es muss bald wieder weitergehen“, lautet die Forderung der Münchner Einzelhändler - wie, darüber machen sie sich schon viele Gedanken.

  • Der Münchner Einzelhandel steht vor dem Aus
  • Die Unternehmer feilen an Ideen, um Wiedereröffnung zu ermöglichen
  • Gastwirt befürchtet Gasthaussterben auf dem Land

München - Seit ziemlich genau vier Wochen sind die Münchner Läden wegen des Coronavirus geschlossen. Corona-Krise herrscht. Vor allem für den Einzelhandel. Die Münchner Unternehmen haben sich jetzt mit Vorschlägen zu Wort gemeldet, wie der Handel wieder geöffnet werden könnte.

Bei herrlichstem Frühlingswetter müssen sich die Menschen in München an die neuen Gegebenheiten gewöhnen - doch einige machen sich schon Gedanken über die Zeit danach.

Corona-Krise: Ein Kunde pro zehn Quadratmeter wie in den Supermärkten

Bernd Ohlmann, Sprecher des Einzelhandelsverbands, erklärte in einem Gespräch mit bild.de: „Ein Kunde pro zehn Quadratmeter wäre eine Möglichkeit.“ Supermärkte würden jetzt ja auch schon so verfahren. Münchner Händler gehen aber noch weiter. Schuhhändler Herbert Riepl junior würde in seinen 150 Quadratmeter großen Laden auch nur vier Kunden hineinlassen. Dina Dulic hat für Besucher ihrer Modeboutique schon Desinfektionsmittel und Schutzmasken besorgt.

Peter Büscher, der in der Augustenstraße ein Koffer-Geschäft betreibt, bietet an, sein Geschäft für gefährdete Personengruppen eine Stunde früher öffnen und Termine zu vereinbaren, um sicher beraten zu können. „In dieser Situation sind wir alle gefragt“, sagt er. „Unser Geschäft hat 80 Quadratmeter Fläche. Ich würde die Zahl der Kunden auf drei zur gleichen Zeit beschränken. Sie müssten sich ja in Ruhe umsehen können.“

Ein Infektiologe und Oberarzt am Klinikum rechts der Isar erklärt, welche Mittel im Kampf gegen Coroana im Rennen sind und wie sie wirken.

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Während es die Münchner laut Medienberichten nicht besonders genau nehmen mit der Ausgangssperre - also auch Lockerungen mit ihrem Verhalten nicht gerade wahrscheinlicher machen, stehen die Gastwirte vor einem besonders großen Dilemma. Bald werden wohl auch die Milliardenhilfen des Bundes keine Rettung mehr sein.

Der Chef des Augustiner Klosterwirts, Gregor Lemke, kann sich im Gespräch mit bild.de weder Kellner mit Mundschutz vorstellen noch, dass zwischen Gästen 1,50 Meter Abstand umsetzbar sind. Aber es müsse wieder losgehen, sagt er gegenüber bild.de: „Wenn das noch einmal sechs Wochen so bleibt, wird die Struktur der Wirtshäuser untergehen. Was auf dem Land zumacht, bleibt für immer zu.“ Eine ähnliche Einschätzung gibt ein Immobilienverband ab und erwartet eine gigantische Krise.

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Das Oktoberfest stehe auf der Kippe, sagte Ministerpräsident Markus Söder. Menschen aus München haben sich jetzt Aktionen ausgedacht, damit die Wiesn heuer doch stattfinden kann. Am Platzl in München kämpfen außerdem Schuhbeck & Co. ums Überleben - wegen Corona herrscht dort Flaute.

Ist die Mehrwertsteuersenkung in der Corona-Krise eine Hilfe für die Gastronomen in München? Das Echo fällt gemischt aus.

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