Beamten ziehen Einsatzbilanz

Unverbesserlich: Jugendliche randalieren trotz Corona in Freinacht - Polizei fasst Klo-Umwerfer

Über einen Mangel an Einsätzen kann die Münchner Polizei während der „Freinacht“ zumeist nicht klagen (Symbolbild).
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Über einen Mangel an Einsätzen kann die Münchner Polizei während der „Freinacht“ zumeist nicht klagen (Symbolbild).

Die Münchner Polizei sorgte im Vorfeld der Freinacht für einen Lacher. Und hatte dann einige Einsätze wegen unverbesserlicher Randalierer.

  • Vor der anstehenden „Freinacht“ warnte die Polizei München vor unüberlegten Aktionen.
  • Tatsächlich mussten die Beamten mehrfach eingreifen.
  • In unserem Corona-News-Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen in München auf dem Laufenden.

Update vom 1. Mai: Insgesamt wurde die Münchner Polizei zu 39 Einsätzen gerufen, die im Zusammenhang mit der Freinacht 2020 stehen (Vergleich: Freinacht 2019: 40 Einsätze). 

In Untermenzing beschädigten drei Jugendlichen gemeinschaftlich ein Toilettenhäuschen, indem sie es umwarfen. Hierbei wurde die Bodenplatte beschädigt. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 500 Euro. Durch polizeiliche Einsatzkräfte konnten die drei Schüler in Tatortnähe vorläufig festgenommen werden. Gegen sie wurde eine Anzeige wegen Sachbeschädigung gefertigt. 

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Ausgerechnet gegen Corona-geschädigte Gastro: Jugendliche verwüsten zur Freinacht Biergarten in München

Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurden die drei Jugendlichen ihren Erziehungsberechtigten übergeben. Am Mollsee im Westpark randalierten zwei 19-Jährige im Außenbereich/Ausschankfläche eines Restaurants. Hierbei schlugen sie zunächst ein Fenster ein, rissen einen Feuerlöscher aus der Verankerung und versprühten den Inhalt auf der gesamten Freifläche, warfen ein Holzfass um und beschädigten zudem eine Beleuchtung im Außenbereich. Der Besitzer des Restaurants wurde gegen 00:30 Uhr auf das Treiben aufmerksam und verständigte umgehend per Notruf die Polizei. Die beiden 19-Jährigen konnten vor Ort durch die Polizei festgenommen werden. Gegen sie wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Insgesamt entstand ein Sachschaden von ca. 530 Euro.

Update 30. April: Bei all dem Stress, den die Freinacht mit sich bringen dürfte: Ihren Humor hat die Münchner Polizei nicht verloren. „Ihr dachtet, wir durchschauen euren Plan nicht? Wir wissen, warum ihr so viel Klopapier gekauft hat“, schreiben die Beamten auf Twitter

Autos mit Klopapier einzuwickeln gehört zu den beliebtesten Scherzen während der Freinacht. Im Rahmen der Corona-Krise war es durch „Hamsterkäufe“ vieler Bürger zu kurzfristigen Klopapier-Engpässen bei den Supermärkten gekommen.

Zweckentfremdetes „Wertpapier“ werde in der Nacht auf den 1. Mai gnadenlos sichergestellt. Die Polizei stellt in der Folge noch einmal klar: „Für die Freinacht heißt es dieses Jahr: Stay at home. Kein Klopapier, keine Scherze“.

Umstrittene „Tradition“ sorgt immer wieder für Ärger: Münchner Polizei warnt wegen Corona besonders deutlich

Ursprungsmeldung:

München - In der Nacht von Donnerstag (30. April) auf Freitag (1. Mai) dürften auch in diesem Jahr einige Bürger (vor allem jüngeren Semesters) die sogenannte „Freinacht“ feiern. Nicht selten wird der ursprünglich rund um das Maibaumaufstellen entstandene Brauch als Freifahrtschein zum Vandalismus missverstanden. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Polizeipräsidium München in diesem Zusammenhang 40 Einsätze.

München: Polizei warnt vor Freinacht - „Corona-Regeln gelten uneingeschränkt“

Zu Zeiten der Corona-Krise stehen die Beamten im Jahr 2020 vor einer besonders großen Herausforderung. Bezüglich der umstrittenen „Tradition“ stellte die Münchner Polizei bereits am Mittwoch (29. April) klar: „Bedenken Sie, dass unabhängig von dieser Freinacht uneingeschränkt die Regelungen der Ausgangsbeschränkung gelten. Die Teilnahme an Freinachtaktivitäten ist definitiv kein triftiger Grund, um die eigene Wohnung zu verlassen“.

Brennende Müllcontainer, besprühte Verkehrsschilder oder beschmierte Hauswände seien keine Kavaliersdelikte, sondern könnten vielmehr Eigentum und „sogar Leib und Leben“ gefährden, teilte das Polizeipräsidium in einer Presseaussendung mit. In der Freinacht 2019 waren die Beamten unter anderem mit fünf Schülern beschäftigt, die sich auf der Motorhaube eines Autos ausgetobt hatten.

Corona München: Maskenpflicht und Ausgangsbeschränkung - Polizei im Dauerstress

Reichlich zu tun haben die Beamten in der Landeshauptstadt gerade auch aufgrund der seit Montag (27. April) geltenden Maskenpflicht. Alleine von Dienstag (28. April) 6.00 Uhr, bis Mittwoch (29. April), 6.00 Uhr wurden 7.600 Kontrollen durchgeführt. Dabei wurden 81 Verstöße angezeigt, von denen 70 die Ausgangsbeschränkung und acht die Maskentragepflicht betrafen.

lks

Noch dürfen sie keine Gäste empfangen: Manche Wirte in München feilen allerdings schon an konkreten Plänen für die Zeit nach dem Corona-Lockdown

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