Startschuss am Dienstag

Impfstart in Münchner Kliniken: Wie viele Ärzte und Pflegekräfte jetzt das Serum bekommen

Ein Mitarbeiter auf der Intensivstation des Uniklinikums rechts der Isar überprüft die Medikamenten-Infusion eines Patienten.
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Dienst an Schwerkranken: Ein Mitarbeiter auf der Intensivstation des Uniklinikums rechts der Isar überprüft die Medikamenten-Infusion eines Patienten.

Am Dienstag sollen in den beiden Münchner Unikliniken die ersten Ärzte und Pflegekräfte gegen das Corona-Virus geimpft werden. Der Chef des LMU-Klinikums erklärt den Impfplan für die nächsten vier Tage.

  • Nach der überraschenden Absage kurz vor Weihnachten sollen nun ab Dienstag die ersten Ärzte und Pflegekräfte gegen Corona geimpft werden.
  • Im LMU-Klinikum und im Klinikum rechts werden heute ab 10 Uhr die ersten Dosen verabreicht.
  • Das LMU-Klinikum hat zum Auftakt einen Vier-Tages-Plan.

Zum Auftakt werden 950 LMU-Mitarbeiter geimpft

Zum Schutz des medizinischen Personals sollen auch die Impfungen beitragen, die am heutigen Dienstag im Klinikum rechts der Isar und im LMU-Klinikum starten. „Zu Beginn werden wir in den kommenden vier Tagen circa 950 Mitarbeiter mit engem Kontakt zu Covid-Patienten auf Intensiv- und Normalstationen oder den Notaufnahmen impfen“, berichtet der Ärztliche Direktor des LMU-Klinikums, Professor Karl-Walter Jauch.

Vorrang für Mitarbeiter der Covid-19-Stationen

Auch am Uniklinikum rechts der Isar laufen die Vorbereitungen bereits auf vollen Touren. Unter Leitung von Dr. Hedwig Roggendorf werden zunächst die Mitarbeitenden der Normal- und Intensivstationen, auf denen Covid-19-Erkrankte behandelt werden, sowie das Personal des Notfallzentrums geimpft. „Das Impfteam besteht aus fünfzehn Ärzt*innen und drei Medizinischen Fachangestellten des Klinikums sowie sechzehn Medizinstudierenden und weiteren Unterstützungskräften, die diese Aufgabe abwechselnd übernehmen werden“, teilt das Uniklinikum mit. Ab 4. Januar sollen täglich bis zu 100 Mitarbeiter geimpft werden, ab 11. Januar wird die tägliche Kapazität auf 250 erhöht.

Klinikchef: Brauchen die Impfung dringend

„Wir brauchen diese Impfung dringend, um die Versorgung unserer Patienten mit und ohne Covid-19 aufrechterhalten zu können. Gerade in den letzten Wochen hatten wir auch verstärkt Infektionen unter unseren Mitarbeitenden, die uns an unsere Grenzen gebracht haben“, sagt Prof. Markus Schwaiger, Ärztlicher Direktor des Klinikums rechts der Isar. „Wir sind sehr froh, dass der Impfstoff nun zugelassen und verfügbar ist.“

Impfstoff reichte für Kliniken nicht aus

Ursprünglich hätten die Impfungen an den beiden Münchner Unikliniken bereits am Sonntag beginnen sollen. Aber daraus wurde nichts: „Die Menge der Impfstoffe, die der Freistaat Bayern erhalten hat, reichte nicht, um alle Unikliniken gleichmäßig zu versorgen. Für die Versorgung der Patienten sind die Mitarbeiter*innen an allen Kliniken wichtig, daher gilt für uns der Blick nach vorne und die zügige Impfung aller Mitarbeiter*innen gemäß eines Stufenplans“, so LMU-Klinikchef Jauch zu Münchner Merkur und tz.

Erneut Unmut über Planung des Gesundheitsministeriums

Nach der überraschenden Absage des Termins kurz vor Weihnachten wird jetzt allerrdings erneut Unmut über die Planung des bayerischen Gesundheitsministeriums laut. Der Grund: Während die Münchner Mediziner überraschend vertröstet wurden, bekamen an der Uniklinik Erlangen am Sonntag bereits die ersten Mitarbeiter das Serum. Münchner Ärzte fragten sich, ob Erlangen den Vorzug bekommen habe, weil Ministerin Huml aus Franken stammt? Das Ministerium wies dies zurück und erklärte, über die Verteilung der Impfdosen entscheide die jeweilige Kreisverwaltungsbehörde. Dieser Einschätzung wiederum hatte die Stadtverwaltung bereits am Freitag gegenüber unserer Zeitung widersprochen: „Die Universitätskliniken entziehen sich der Zuständigkeit der Kreisverwaltungsbehörden.“

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