20 Prozent der Mitarbeiter

In Münchens größter Klinik: 20 Prozent der Mitarbeiter stehen Corona-Impfung skeptisch gegenüber

Corona-Impfungen im Klinikum Großhadern.
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Auch im Klinikum Großhadern haben die Corona-Impfungen bereits begonnen. Einige Mitarbeiter verweigern die Spritze jedoch.

In vielen Kliniken ist die Corona-Lage angespannt - und die Hoffnung auf den Impfstoff groß. In Münchens größtem Klinikum wollen sich trotzdem viele Mitarbeiter nicht impfen lassen.

München* (Dieser Artikel stammt vom 30. Dezember 2021) - Vor wenigen Tagen starteten in ganz Bayern die Corona-Impfungen. Auch Ärzte und Klinikmitarbeiter soll die Behandlung künftig vor einer Virus-Ansteckung schützen. Im Münchner Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität wurden am Dienstag die ersten Impfdosen an das Personal gespritzt. Doch jetzt kommt heraus: Selbst in der größten Klinik der Landeshauptstadt sind wohl tausende Mitarbeiter gegen eine Corona*-Impfung.

Corona in München: Tausende Impfgegner unter Klinikmitarbeitern

Insgesamt 950 Impfdosen wurden laut Bild an das Krankenhaus geliefert. Von den insgesamt zirka 11.700 Mitarbeitern möchten sich jedoch Bild zufolge etwa 20 Prozent nicht gegen das Virus impfen lassen, zum Beispiel Reinigungskraft Antonela Turza. „Ich lasse mich nicht impfen. Ich lasse mich allgemein nicht impfen, ich bin kein Fan. Ich passe auf mich auf. Ich werde mich nicht anstecken“, zitiert Bild Turza. 80 Prozent stehen demnach einer Imfpung offen gegenüber.

Klinikum Großhadern: Mitarbeitern verweigern Corona-Impfung - „Fehlen noch zu viele Informationen“

Labor-Mitarbeiter Simon Gahr verweigert ebenfalls die Corona-Spritze. „Ich bin kein Impfgegner, aber Stand heute würde ich mich nicht impfen lassen. Bei Corona* fehlen noch viele Informationen: Wie viele werden wirklich krank? Ist die Impfung denn sinnvoll? In meinem Labor habe ich keinen Patientenkontakt, muss mir da keine Gedanken machen“, äußert sich der 40-Jährige gegenüber Bild.

Zu den vielen Impf-Ablehnern unter seinen Mitarbeitern hat sich das Klinikum bereits geäußert. „Es ist vom Gesetzgeber keine Impfpflicht für Covid-19 vorgesehen“, wird der Ärztliche Direktor Karl-Walter Jauch von Bild zitiert. Außerdem gebe es regelmäßig Corona*-Tests für die Angestellten.

München: Viele Corona-Impfdosen werden im Klinikum Großhadern nicht übrig bleiben

Er denkt jedoch nicht, dass durch die zahlreichen Impf-Ablehner viele Corona-Impfdosen übrigbleiben. Jauch: „Wir tauen nur so viele auf, wie wir Anmeldungen haben. Sollten welche übrig bleiben, werden sie im Haus gleich verabreicht.“ Zur Not auch an Personen, welche „nicht zur ersten Kategorie gehören.“

Gesundheitsminister Jens Spahn (CSU) steht von Beginn an hinter der Corona-Impfung. Er empfiehlt den Bürgern nicht nur die Behandlung, sondern spricht sogar von einem „Meilenstein in der Pandemiebekämpfung“. „Impfen ebnet uns den Weg aus der Krise. Und wir tun alles dafür, diesen Weg so schnell wie möglich zu gehen“, schrieb Spahn bereits im November auf Twitter.

Nach wie vor ist die Corona-Lage in Münchner Kliniken dramatisch. Ein Arzt warnt nun: „Situation steht auf Messers Schneide.“ Alle wichtigen Infos zur Corona-Pandemie in München gibt es in unserem News-Ticker. tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks. (kof)

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