Welche Patienten betroffen sind

Corona-Verschärfung: Münchner Uniklinikum sagt Operationen ab - jetzt gilt ein Krisenplan

In einem Operationssaal liegen die Instrumente für die Ärzte bereit.
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An einem Münchner Klinikum ist ein Corona-Krisenplan in Kraft getreten.

Im Kampf gegen Corona verschärft sich an Münchens Krankenhäusern die Lage. Jetzt hat das Uniklinikum rechts der Isar einen Krisenplan in Kraft gesetzt.

  • Am Münchner Uniklinikum rechts der Isar hat sich die personelle Situation zugespitzt.
  • Immer mehr Corona-Patienten müssen versorgt werden.
  • Gleichzeitig erschweren Infektionen von Mitarbeitern das Krisenmanagement.

München - „Ab sofort werden alle Operationen und Behandlungen verschoben, die auch in sechs Wochen noch durchführbar sind.“ Gemeint sind Eingriffe, die ohne ernste Folgen oder größere Risiken für den Patienten abgesagt werden können. Trotzdem operieren die Ärzte zahlreiche Patienten, darunter viele schwerkranke Menschen ohne Covid-19-Infektionen.

OP-Säle trotz Absage von geplanten Eingriffen voll

Das Coronavirus setzt den Kliniken immer mehr zu. Zwar müssen sich die Münchner nach Einschätzung von Experten derzeit keine Sorgen machen, dass die Intensivbetten knapp werden. Sowohl Covid-19-Patienten als auch andere Schwerkranke können professionell versorgt werden, ein Ausbau der Kapazitäten wäre auch sehr kurzfristig möglich. Aber es fehlt an Personal, vor allem auf den Intensivstationen. Um den organisatorischen Kraftakt zu stemmen, hat das Uniklinikum rechts der Isar jetzt alle verschiebbaren Operationen und Behandlungen abgesagt. Trotzdem sind die OP-Säle voll. Operiert werden beispielsweise Patienten mit Krebs oder anderen schweren Erkrankungen.

Mehr Patienten mit schweren Erkrankungen, aber ohne Covid-19

„Es gibt keinen OP-Stopp bei uns - im Gegenteil“, sagt ein erfahrener Arzt des Klinikums unserer Redaktion. „Die Zahl der schwerkranken Patienten ohne Covid-19, die wir versorgen, nimmt überproportional zu, weil sie in vielen anderen Kliniken nicht mehr unterkommen.“

Stufenplan: OPs werden verschoben - aber nur, wenn keine ernsten Folgen zu befürchten sind

Dazu erklärt das Klinikum rechts der Isar offiziell: „Wie schon während der ersten Corona-Welle im Frühjahr hat das Klinikum einen Stufenplan in Kraft gesetzt, der die Konzentration der Ressourcen auf die dringlichen Behandlungen ermöglicht. In allen Bereichen werden die Eingriffe in verschiedene Dringlichkeitsstufen kategorisiert. Ab sofort werden alle Operationen und sonstigen Behandlungen verschoben, die auch in sechs Wochen noch durchführbar sind. Dringende medizinische Maßnahmen finden weiterhin statt.“

68 Corona-Patienten im Klinikum, 17 auf den Intensivationen

Im Klinikum rechts der Isar werden derzeit 68 Covid-19-Patienten behandelt, 17 von ihnen auf Intensivstationen, die meisten müssen beatmet werden. Seit dem Frühjahr gehört das Universitätskrankenhaus zu den Zentren, die die meisten Corona-Patienten in München versorgen. Deshalb geht den Pandemie-Profis auf der Intensivstationen - wie in allen anderen Häusern auch - zunehmend die Kraft aus.

Klinik-Chef dankt den Mitarbeitern für ihr Durchhaltevermögen

„Ich danke unseren Mitarbeitenden, die seit Frühjahr unter permanenter Mehrbelastung arbeiten. Uns ist bewusst, dass der Betrieb im Klinikum nur durch das außerordentliche Engagement aller Mitarbeitenden aufrechterhalten werden kann“, so Prof. Markus Schwaiger, Ärztlicher Direktor des Klinikums rechts der Isar.

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