Pandemie in der Isar-Metropole

Stadt München kippt wichtige Corona-Regel - eine Einschränkung gilt jedoch weiterhin

In München sind die Corona-Fallzahlen weiter hoch. Die Stadt hat jetzt Teile der erst kürzlich verabschiedeten Allgemeinverfügung wieder rückgängig gemacht.

  • Der 7-Tage-Inzidenz-Wert stieg in München zeitweise über die kritische 50-Personen-Marke.
  • Die Stadt erließ daraufhin eine Allgemeinverfügung mit einer Maskenpflicht an belebten Plätzen. Diese gilt vorerst bis zum 1. Oktober.
  • Ab Freitag (2. Oktober) fallen Teile der Verordnung wieder weg.

Update 1. Oktober, 9.02 Uhr: An dieser Stelle beenden wir die Berichterstattung in diesem News-Ticker. Auf welche Corona-Bestimmungen die Münchner sich künftig einstellen müssen, fassen wir natürlich weiterhin für Sie zusammen.

Update, 15.41 Uhr: Die Stadt München hatte erst vergangenen Donnerstag (24. September) einschneidende Maßnahmen verabschiedet, um auf die rasant steigenden Corona-Zahlen zu reagieren. Seitdem waren die Zahlen wieder gesunken, besonders der entscheidende Inzidenz-Wert sank stetig. Jetzt reagiert die Stadt: Ab kommenden Freitag (2. Oktober) entfällt die Maskenpflicht in der Innenstadt.

München kippt Maskenpflicht: Maßnahme fällt ab kommendem Freitag

Dagegen bleibt die Begrenzung der Teilnehmerzahl bei privaten Feiern vorerst besehen. 25 Personen in Innenräumen, 50 Personen im Freien. Private Feiern waren in München eine der Hauptinfektionsquellen. Auch das nächtliche Alkoholverbot an Gärtnerplatz und Co. bleibt zunächst. In der Gastronomie dürfen sich ebenfalls ab Freitag statt wie bisher verordnet fünf Personen, zehn treffen.

Update, 14.24 Uhr: Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat die Differenz zwischen den Corona-Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin und des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) scharf kritisiert. In den vergangenen sechs Monaten sei es nicht gelungen, die Meldung der Zahlen durch das LGL an das RKI so zu organisieren, dass es keinen Verzug gebe, sagte Reiter am Mittwoch im Münchner Stadtrat. Dafür fehle ihm angesichts der technischen Möglichkeiten jedes Verständnis. „Ich habe nicht gewusst, dass wir mit der reitenden Post nach Berlin reiten.“

Corona in München: Dieter Reiter mit scharfer Kritik an RKI und LGL

In der vergangenen Woche lagen die von RKI und LGL gemeldeten Corona-Zahlen zum Teil weit auseinander. Begründet wurde dies vor allem mit Verzögerungen bei der Datenübermittlung. Laut LGL war in München der kritische Wert von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mehrere Male überschritten. Das RKI dagegen meldete Werte unterhalb dieser Schwelle.

Für den gestrigen Dienstag wurden in der Landeshauptstadt 86 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Der für weitere Beschränkungen maßgebliche Inzidenzwert wird von der Stadt inzwischen auf 36,97 beziffert. Bei ihren offiziellen Verlautbarungen greift die Landeshauptstadt auf die Angaben des LGL zurück.

Coronavirus in München: Fällt die Allgemeinverfügung? Dehoga mit klaren Worten

Update vom 30. September 2020, 10.09 Uhr: Seit Donnerstag (24. September) gilt in München eine Allgemeinverfügung, nachdem die Zahl der Neuinfektionen rasant gestiegen war. Die Folge sind Maskenpflicht in der Innenstadt, weniger Personen bei privaten Treffen und Alkoholverbote. Die Dehoga, der Hotel- und Gaststättenverband hat jetzt Oberbürgermeister Dieter Reiter in einem offenen Brief dazu aufgefordert, die Allgemeinverfügung noch vor den 1. Oktober aufzuheben.

Corona in München: Beschränkungen zu großer Schaden für die Stadt? Drastische Forderung an Reiter

Für München sei der Image-Verlust als Corona-Hotspot enorm, es werde viele Monate dauern, so die Dehoga, bis Touristen und Geschäftsreisende wieder beruhigt anreisen. Die Verfügung schrecke Gäste vom Besuch in Lokalen ab, auch Hotels hätten schon viele Stornierungen hinnehmen müssen.

Update, 18.26 Uhr: Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen wollen Bund und Länder die Teilnehmerzahl von Privatfeiern begrenzen: Wenn in einem Landkreis binnen sieben Tagen mehr als 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner auftreten, soll die Teilnehmerzahl auf 50 bei Feierlichkeiten in öffentlichen Räumen und auf 25 bei Feiern in Privaträumen begrenzt werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Zudem soll künftig ein Mindestbußgeld von 50 Euro für falsche Personenangaben auf Kontaktlisten von Gaststätten gelten. Markus Söder (CSU) sprach im Zusammenhang mit steigenden Coronazahlen von einem Dreiklang aus „mehr Maske, weniger Alkohol und kleinere Feiern“

Corona München: Lage spitzt sich wieder zu - Stadt verkündet traurige Neuigkeit

Update, 14.33 Uhr: In München wurden für Montag, 28. September, 106 neue Corona-Fälle gemeldet. Zuletzt waren 42 Infektionen gemeldet worden, womit die heutige Zahl mehr als eine Verdopplung des Tageswerts darstellt. Insgesamt sind in der Landeshauptstadt bislang 11.391 Infektionen bestätigt. In dieser Zahl enthalten sind 9.769 Personen, die bereits genesen sind, sowie 224 Todesfälle. Damit verzeichnet die Stadt den ersten Todesfall an den Folgen von Covid-19 seit dem 10. August.

Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt 37,92.  Die Reproduktionszahl liegt bei 0,91.

Update vom 29. September, 8.40 Uhr: Markus Söder sprach sich erneut für eine bundesweit verbindliche Ampelregel für Corona-Maßnahmen aus, diesmal gegenüber dem Radiosender Bayern 2. Diese Forderung hatte er schon in den vergangenen Tagen geäußert.

Söder machte auch mehrmals private Feiern für das steigende Infektionsgeschehen verantwortlich. Für neue Corona-Fälle am Wochenende in München soll das zutreffen. Demnach seien die Fälle auf eine Hochzeit, eine Beerdigung und auf einen Geburtstag zurückzuführen.

Update vom 28. September, 15.30 Uhr: Das Supercup-Spiel des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund am Mittwoch dieser Woche in der Allianz Arena wird ohne Zuschauer stattfinden. Das hat der städtische Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) unter Leitung von Oberbürgermeister Dieter Reiter heute beschlossen und sich auf ein generelles Vorgehen verständigt, wann Sportveranstaltungen ohne Zuschauer beziehungsweise mit reduzierter Zuschauerzahl stattfinden.

Um das möglichst aktuelle Infektionsgeschehen zu berücksichtigen, wird dieser Entscheidung der zwei Tage vor der Sportveranstaltung festgestellte 7-Tage-Inzidenzwert des Robert Koch-Instituts für die Stadt München zugrunde gelegt. Liegt dieser unter 35, findet die Veranstaltung mit reduzierter Zuschauerzahl, nämlich bis zu 20 Prozent der Stadien- oder Hallenkapazität, statt. Liegt der Wert bei 35 oder darüber, sind keine Zuschauer erlaubt.

Corona München: Bedeutender Wert sinkt weiter - warum es dennoch keinen Grund zur Entwarnung gibt

Update vom 28. September, 14.31 Uhr: Am gestrigen Sonntag wurden in München 42 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Die 7-Tage-Inzidenz liegt mit 37,58 (Vortag 37,99) zwar weiter deutlich entfernt vom Grenzwert 50, jedoch auch nach wie vor über dem „Frühwarnwert“, der bei 35 festgesetzt wurde.

Möglich, dass die am 1. Oktober (Donnerstag) auslaufende Allgemeinverfügung mit Blick auf die Entwicklung der letzten Tage nicht verlängert wird; Grund zur Entwarnung gibt es jedoch weiterhin nicht.

Update vom 27. September, 17.10 Uhr: Die Corona-Lage in München scheint sich langsam zu entspannen. Doch jetzt ist es in einem Münchner Seniorenheim zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Bewohner einer geschlossenen Station mussten ins Krankenhaus verlegt werden.

Corona in München: Stadt veröffentlicht neue Fallzahlen

Update vom 27. September, 16.10 Uhr: Die Stadt München hat die neuen Corona-Fallzahlen veröffentlicht: In München wurden 75 neue Coronafälle für Samstag (26. September) bestätigt, teilt die Landeshauptstadt via Twitter am Sonntag mit. Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt 37,99 (Stand 26.9.). Die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner liegt damit unter 50. Allerdings liegt die 7-Tage-Inzidenz noch über dem Signalwert von 35.

Corona in München: Polizei stoppt Party mit 130 Feiernden

Update vom 27. September, 12.59 Uhr: Coronabedingt gelten in München einige Auflagen. Trotzdem hatte die Polizei am Wochenende viele Einsätze. In Freimann trafen sich über 130 Leute zu einer Veranstaltung.

Update vom 26. September: 16.12 Uhr: Die große Corona-Welle in den vergangen Tagen in München scheint ein wenig abzuflachen. Nach zuletzt 135 Neuinfektionen am Donnerstag sank die Zahl am Freitag (25. September) auf 70. Damit gibt es jetzt 11.171 bestätigte Corona-Infektionen in der Landeshauptstadt. 9564 Menschen haben die Krankheit bereits überstanden. An Covid-19 sind in München 223 Personen gestorben.

Corona in München: Inzidenz-Wert mit klarem Trend - Maßnahmen bald wieder Geschichte?

Auch der entscheidende 7-Tage-Inzidenz-Wert sinkt bereits seit mehreren Tagen und ist auf einem neuen Tiefstand angekommen. Nachdem er am Anfang der Woche noch über die kritische Marke von 50 gerutscht ist und deshalb eine Allgemeinverfügung erlassen wurde, ist er inzwischen bei 37,99 Fälle pro 100.000 Einwohner angekommen. Sollte er weiterhin so niedrig bleiben, könnte die Stadt im Laufe der Woche die Maßnahmen, wie das Tragen einer Maske in der Fußgängerzone, wieder aufheben.

Corona in München: Seit dieser Woche gelten strenge Regeln in der Innenstadt

München - Die bayerische Landeshauptstadt gilt inzwischen als Corona-Hotspot. Diesen unrühmlichen Ruf hat sie sich deshalb eingefangen, weil der 7-Tage-Inzidenz-Wert die entscheidende Marke von 50 Infizierten auf 100.000 Einwohner überschritten hat. Deshalb erließ die Stadt München eine Allgemeinverfügung mit weitreichenden Einschränkungen für die Bürger. Die neuen Maßnahmen sollen vorerst bis zum 1. Oktober gelten. Dann soll neu entschieden werden. Eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen.

Corona in München: Statt Wiesn - Alkoholverbot an „Hotspots“

Am vergangenen Samstag (20. September) hätte eigentlich das weltweit größte Volksfest, die Wiesn, starten sollen. Und auch der Ersatz - die Wirtshaus-Wiesn - läuft nicht so an, wie es die Wirte gerne hätten. Stattdessen bleibt in München weiterhin das Alkoholverkaufs- und -konsumverbot an sogenannten „Hotspots“ bestehen. „Zusätzlich gibt es wie an den vergangenen Wochenenden wieder von Freitagabend bis Sonntagfrüh ein Alkoholverbot zum Außer-Haus-Verkauf ab 21 Uhr und zum Konsum im öffentlichen Raum ab 23 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages an den bekannten Hotspots Baldeplatz, Gärtnerplatz, Gerner Brücke, Wedekindplatz sowie an den Isarauen zwischen Reichenbachbrücke und Wittelsbacherbrücke“, gab die Stadt bekannt.

Außerdem gilt in München seit Donnerstag (24. September) Maskenpflicht an viel besuchten Plätzen. Dazu zählen die Altstadt-Fußgängerzone, einschließlich Schützenstraße, Stachus und Marienplatz, die Sendlinger Straße, einschließlich Sendlinger-Tor-Platz, der Viktualienmarkt und die Gehwege im Tal. Einen Mund-Nasen-Schutz muss man also an den genannten Orten zwischen 9 und 23 Uhr immer tragen, sonst wird es teuer. Es drohen Bußgelder von bis zu 250 Euro.

Corona in München: Fallzahlen steigen - Inzidenz sinkt

Seit zwei Tagen ist der entscheidende Inzidenz-Wert - der ausschlaggebend für die Allgemeinverfügung war - wieder unter die Marke von 50 gesunken. Zuletzt (Donnerstag, 24. September) lag er bei 42,47. Er sank damit schon den zweiten Tag in Folge. Ist die Pandemie also auf dem Rückgang in der bayerischen Landeshauptstadt? Wohl eher nicht. Denn die Zahl der Infizierten ist im Vergleich zu Mittwoch um das Doppelte angewachsen. Sie stieg von 62 Fällen auf 135 am Donnerstag. Insgesamt gab es bislang 11.101 bestätigte Infektionen, wovon 9489 Personen wieder genesen sind. 223 Menschen starben in der Folge der Corona-Infektion. (tel)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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