Pro Tag ist ein 30-köpfiges Team nötig

10 Monate Corona: München-Klinik zieht Bilanz - Daten und Fakten zum Kampf gegen das Virus

Das Krankenhaus in Schwabing behandelte bereits mehr als 600 Covid-19-Erkrankte - die Zahlen der Klinik zeigen, was für eine massive Herausforderung die Pandemie ist.

  • Die „Akte Corona“ des Schwabinger Krankenhauses ist umfangreich.
  • Die Klinik in München* hat zahlreiche Covid-19-Patienten behandelt.
  • In der zweiten Welle der Pandemie* präsentiert sie nun eine Zwischenbilanz.

München - Der Trend ist alarmierend, die Zahlen steigen! 494 neue Corona-Infektionen* hat die Stadt für Dienstag vermeldet – vergangene Woche waren es noch 412. Die 7-Tage-Inzidenz* beträgt 205,4 – letzte Woche lag dieser Wert noch bei 178,4… Knapp 170 Covid-19*-Patienten werden derzeit in der München Klinik behandelt – dort zieht man jetzt nach zehn Monaten Bilanz. Das ist die Akte Corona:

Patienten: Am 27. Januar wurde der erste Corona-Patient ins Schwabinger Krankenhaus eingeliefert – bis heute wurden dort über 600 Covid-19-Patienten behandelt. Mehr als 1300 sind es insgesamt in den Häusern der München Klinik. Konkret: 370 in Harlaching, 230 in Bogenhausen sowie 160 am Krankenhaus in Neuperlach.

Intensivstation: Rund 270 der Corona-Erkrankten – also rund jeder Fünfte – mussten auf die Intensivstation, die anderen blieben in den Normalstationen. 110 Intensivpatienten lagen allein in Schwabing.

Vor der Sonderisolierstation im Klinikum Schwabing: Das Krankenhaus nahm im Januar 2020 den ersten Corona-Patienten in München auf.

München-Klinik mit Corona-Zwischenbilanz: 28 Prozent der Covid-19-Patienten starben

Tödliche Gefahr: Neun Prozent der Covid-Patienten starben, in ganz Deutschland hat im Schnitt jeder Fünfte die Lungenkrankheit nicht überlebt. Bei den Intensivpatienten schafften es in der München Klinik 28 Prozent nicht, deutschlandweit stirbt jeder vierte Covid-Intensivpatient.

Wer ist betroffen? Mehr Männer (knapp 800) als Frauen (knapp 600) wurden versorgt. Die meisten (460) sind zwischen 45 und 64 Jahre alt. Danach folgen die 75- bis 84-Jährigen (370). 250 Patienten waren zwischen 15 und 44 Jahre, es gab 50 kranke Kinder (bis 14 Jahren).

Behandlung: Ein Covid-19-Erkrankter bleibt im Schnitt zehn Tage in der München Klinik, auf der Intensivstation sind es 15,5 Tage – wobei Schwerstkranke bis zu 60 Tage oder länger versorgt werden müssen. Von den 270 Intensivpatienten wurden 170 beatmet, Beatmungszeit insgesamt: über 50.000 Stunden. Jeder vierte Intensivpatient braucht zudem eine Dialyse. 2,2 Millionen Schutzmasken wurden verbraucht, darunter 430.000 FFP3- und FFP2-Masken. Kosten: drei Millionen ­Euro.

Die Mitarbeiter der München-Klinik in Schwabing arbeiten in der Pandemie am Limit.

Corona in München: Klinik-Chef sieht Zukunft mit „großer Sorge“

Tests: 147.000 Tests* an Personal und Patienten wurden gezählt, nun gibt’s noch bis zu 8000 Antigen-Schnelltests pro Woche.

Personal: Die Pflegekräfte der München Klinik haben 26.700 Überstunden im Vergleich zum Vorjahr angesammelt. Pro Schicht kümmern sich zum Beispiel in Schwabing sechs Pflegekräfte und zwei bis drei Ärzte um acht Covid-Intensivpatienten. Pro Tag ist ein 30-köpfiges Team nötig. Schwerstkranke können über Wochen im Schnitt 100 Mitarbeiter verschiedenster Berufsgruppen brauchen.

Das Fazit des München-Klinik-Chefs Dr. Axel Fischer: „Es macht mich stolz, was wir seit zehn Monaten für München leisten – und stimmt mich mit Blick in die Zukunft auch mit großer Sorge.“ *tz.de und Merkur.de gehören zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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