Corona-Krise erfordert Flexibilität

Kliniken sind in München am Anschlag! Jetzt sollen Kellner und Köche Pflegern und Ärzten unter die Arme greifen

Klinik-Personal in Schutzkleidung trotzt dem Coronavirus
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Pflegepersonal ist am Limit: In den Kliniken sollen nun Kellner und Köche für Entlastung sorgen.

Das Klinikpersonal arbeitet unter Hochdruck. Nun soll im Kampf gegen noch mehr Corona-Tote Hilfe aus dem Gastro-Gewerbe kommen. Arbeiten Kellner bald in Krankenhäusern?

München - Pfleger, Schwestern und Ärzte - das medizinische Personal ist am Rande der Belastbarkeit und mancherorts schon darüber hinaus. Nun soll Hilfe kommen - von Kellnern und Köchen! Wegen der Corona-Krise* haben Kliniken und Pflegeheime aus München und Umgebung die Gas­tronomie um Hilfe gebeten.

Wie der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mitteilt, richtete das Referat für Umwelt und Gesundheit der Stadt München (RGU) eine Anfrage an den Verband. Gesucht seien Mitarbeiter aus Hotels und Gaststätten, die bereit sind, in Kliniken und Pflegeeinrichtungen stundenweise als Servicekräfte auszuhelfen. Angesprochen seien insbesondere Mitarbeiter, die sich zurzeit in Kurzarbeit befinden.

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Corona-Krise in München: Dehoga lobt flexible Fachkräfte, die sich „zu Höchstleistungen motivieren“

„Die Pflegekräfte arbeiten seit Wochen am Limit und brauchen jede verfügbare Hilfe“, so der Dehoga Bayern in einem Schreiben an seine Mitglieder. Die Gastronomie-Mitarbeiter seien wiederum flexible Fachkräfte, die sich „auch im Hochbetrieb zu Höchstleistungen motivieren“. Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) sagte am Sonntag zur tz: „Wir hatten uns überlegt, dass Personal aus der Gastronomie beispielsweise Pflegeheime bei der Essensausgabe unterstützen könnte.“

Die ursprüngliche Idee stammt von den Ärzten Wolfgang Burgaß und Florian Vorderwülbecke. Beide arbeiten seit über 20 Jahren auf der Wiesn als Notfallmediziner. Aktuell kümmern sie sich um die Koordination von Hilfskräften in Krankenhäusern und Pflegeheimen. „Dort herrscht derzeit ein erheblicher Personalmangel“, sagt Burgaß.

Kann sich Gastronomie-Personal als Unterstützung bei der Essensausgabe vorstellen: Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek.

Corona-Krise in München: Immer mehr Pfleger und Ärzte sind in Quarantäne

Mit ein Grund: Immer mehr Pfleger und Ärzte befinden sich selbst in Quarantäne oder sind krank, gleichzeitig seien Corona-Patienten deutlich pflegeintensiver. „Deshalb haben wir uns gedacht, warum nicht Unterstützung aus der Gastronomie anfragen?“ So entstand letztlich der Kontakt zu Münchens Dehoga-Chef Christian Schottenhamel. Der sagt: „In den Pflegeheimen und Krankenhäusern ist Land unter, die können jede helfende Hand gebrauchen.“ (S. Karowski, S. Mercier) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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