„Plus von 15 Prozent“

Zahlreiche „Corona-Babys“: Münchner Mütter verzichten bisher auf naheliegenden Scherz - Ärztin zieht Bilanz

Ein Schwangerschaftsbauch. Die Mutter formt mit ihren Händen ein Herz auf ihrem Bauch.
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Mutter und Kind (Symbolbild)

Das Jahr 2020 ist ein kinderreiches. Das zeigt sich auch in den Zahlen der Münchner Kliniken. Wegen Corona gibt es aber mehr Sorgen unter den werdenden Müttern.

  • 2020 ist ein kinderreiches Jahr - auch in München.
  • Die werdenden Mütter haben aber auch mit vielen Sorgen zu kämpfen - wegen Corona.
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München - Am Montag kam mit der kleinen Lea das 1000. Baby im Pasinger Helios Klinikum München* West zur Welt. Zu diesem Anlass gab es Glückwünsche von der Chefärztin Dr. Sabine Keim und einen 1000-Euro-Gutschein für einen Babyausstatter. Die kleine Lea ist in diesem Jahr in bester Gesellschaft – denn 2020 ist ein kinderreiches Jahr. „Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnten wir in diesem Jahr bereits 133 Geburten mehr verzeichnen. Das entspricht einem Plus von über 15 Prozent“, freut sich Chefärztin Keim.

Und die Kinderfreuden sind kein Einzelphänomen. Auch die Kliniken Rechts der Isar und Dritter Orden verzeichnen ein Plus gegenüber 2019. Die Frauenklinik Dr. Geisenhofer spricht sogar davon, dass 2020 sich als regelrechtes „Rekordjahr“ entpuppen könnte. Besonders der Sommer sei geburtenstark gewesen, auch für November seien vier Prozent mehr Anmeldungen für Entbindungen als im Vorjahr eingegangen. Und auch das Klinikum rechts der Isar verzeichnet für November und Dezember ein Plus. Könnten das die ersten „Corona-Babys“ sein?

Coronavirus München: Seit April melden sich immer mehr Schwangere

Am Hebammen-Zentrum merkt man bereits seit April, sprich wenige Wochen nach dem Beginn des ersten Lockdowns, dass sich immer mehr Schwangere melden. „Im Mai waren es schon 8,5 Prozent, im September bereits 12,7 Prozent mehr“, erzählt Leiterin Maryam Reinsch. Besonders die Nachfrage nach Betreuung während der Schwangerschaft nahm zu. Denn die Corona-Pandemie löste bei vielen werdenden Mamas auch verstärkt Ängste und Sorgen aus. „Viele gingen noch bewusster mit ihrer Schwangerschaft um“, so Reinsch. Auch Merkur-Redakteurin Daniela Pohl ist im Corona-Jahr Mama geworden. Ihr Sohn Otto ist inzwischen fast ein halbes Jahr alt, gesund und munter.

Darf ich mein Kind „Corona“ nennen?

Für die Zeit von Januar bis Juni 2021 rechnet das Team vom Hebammen-Zentrum in jedem Fall mit mehr Geburten – es stellt sich auf rund 10,5 Prozent mehr Entbindungen ein. Auch das Rotkreuzklinikum verzeichnet bereits 15 bis 20 Prozent mehr Anmeldungen für Januar und Februar 2021. Das wären dann echte „Corona-Babys“. Übrigens, auf die Idee, sein Neugeborenes Corona zu nennen, kam in München bislang noch niemand. Verboten wäre es aber nicht, denn bei Corona handelt es sich um einen weiblichen Vornamen, der von deutschen Standesämtern akzeptiert wird. - LISA BIRNBECK - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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