„Hätte man sich sparen können“

Kroatien-Rückkehr wird zum Horror-Trip: Münchnerinnen fallen komplett vom Glauben ab - „War das totale Chaos“

Bei ihrer Rückkehr aus dem Kroatien-Urlaub machten vier junge Münchnerinnen in Bayern einen Corona-Test. Doch rund um die Ergebnisse kam es zum Chaos.

  • Für vier Freundinnen aus München* lief der Kroatien-Urlaub zunächst richtig gut.
  • Als das Land teilweise zum Risiko-Gebiet erklärt wurde, wurde ihre Rückkehr zum Horror-Trip.
  • Probleme gab es aber nicht im Ausland, sondern bei einer Corona-Teststation in der bayerischen Heimat.

München - Sommer, Sonne und das türkisblaue Meer der Adria: Für die vier Freundinnen Laura, Sandra, Luise und Christina lief der Kroatien-Urlaub richtig gut. So lange, bis das Land teilweise zum Risiko-Gebiet erklärt wurde. Die Rückkehr sollte für die Studentinnen zum Horror-Trip werden. Aber nicht etwa unterwegs, sondern in der Heimat!

Denn nach den obligatorischen Corona-Tests für Reise-Rückkehrer waren die Daten der Freundinnen erst tagelang verschwunden, dann wurde den jungen Frauen zu einem zweiten Test geraten. Am Ende tauchten die Ergebnisse vom ersten Test plötzlich doch wieder auf. „Das war das totale Chaos, es gab eigentlich nur Fehlinformationen“, sagt Christina G. genervt. Von der Urlaubsstimmung ist nämlich nicht mehr viel übrig.

Corona München: Urlaubsgebiet wird zum Risikogebiet erklärt - Studentinnen reagieren sofort

Dabei wollten die vier jungen Frauen, die seit der gemeinsamen Schulzeit in München eng befreundet sind, alles richtig machen. Deshalb haben sie sich eine kleine Wohnung in Razanj gemietet. Ohne großen Trubel. „Dort, wo wir waren, gab es nicht viele Touristen.“ Dass man von der Corona-Pandemie* trotzdem keine Auszeit nehmen kann, war klar, als die Gespanschaft Šibenik-Knin, in der sich der Urlaubsort befindet, wegen der hohen Fallzahlen vom Auswärtigen Amt zum Risikogebiet erklärt wurde. „Wir haben dann gleich reagiert“, sagt die 23-Jährige, „und die Rückreise entsprechend organisiert“.

Schon um 9.30 Uhr standen die Freundinnen am 27. August in der Teststation Hochfelln-Nord an der A8 nahe des Chiemsee. Ihre Daten für den Corona-Test haben sie über einen QR-Code-Formular digital eingegeben. Doch: Nur in einem Fall kam nach 72 Stunden ein (negatives) Testergebnis zurück. „Die restlichen Daten waren alle verschwunden“, ärgert sich die Studentin. Was zusätzlich nervte: Jedes Mal, wenn sie die Hotline des Covid-Supports angerufen hat, um den Stand der Dinge nachzufragen, ging der Ärger von vorn los. „Ich musste meine Daten immer wieder neu angeben.“

Coronavirus München: Drei Datensätze komplett verloren gegangen

Jedes Mal hieß es, dass sie diesmal gespeichert werden sollten. Doch das hat wohl nicht geklappt. Schließlich soll es folgende Aussage des Covid-Supports gegeben haben: Die drei Datensätze seien komplett verloren gegangen. „Und anscheinend waren wir nicht die einzigen“, gibt die 23-Jährige die Aussagen wieder, die sie am Telefon bekommen hat. Den Betroffenen sei als Alternative zu zwei Wochen Quarantäne geraten worden, sich noch einmal testen zu lassen. Nur: Auf die Schnelle war es nicht einfach, einen Platz zu bekommen. Bei der Teststation auf der Theresienwiese sind zum Beispiel derzeit keine Termine frei.

Bei ihrer Rückkehr aus dem Urlaub machten Laura W. (l.), Sandra B. (M.) und Christina G. einen Coronatest. Allerdings bekam nur Sandra ein Testergebnis - bei den anderen gab es Probleme.

Nach zeitraubender Internet-Recherche zeigte sich, dass es in Neubiberg noch Möglichkeiten zum Testen gibt: Wenn man schnell ist und Zeit hat. Stundenlang warteten die Freundinnen so am Montagmorgen auf einen zweiten Abstrich. Am Dienstag lagen dann plötzlich und entgegen aller bisherigen Aussagen doch die fehlenden drei Ergebnisse der ersten Tests vor. „Wir sind alle negativ“, sagt Christina G. erleichtert. All der Stress, die Telefonate, die Wartestunden und Befürchtungen: „Das hätte man sich alles sparen können.“ Dem Landesamt für Gesundheit, das den Stationsbetrieb in Hochfelln an den Dienstleister Eurofins vergeben hat, sind „keine Verzögerungen größeren Ausmaßes“ bekannt. Allerdings habe es am 27. August Wartungsarbeiten an Servern gegeben, die wohl zu längeren Wartezeiten als die vereinbarten 48 Stunden geführt hätten.

In München wurden am Dienstag übrigens 70 neue Corona-Fälle bestätigt. Am Samstag ist trotz Corona-Pandemie ein Mega-Party-Event anberaumt: Für einen illegalen Rave gibt es bereits mehrere Hundert Zusagen. Die Polizei ist gewarnt.

Rubriklistenbild: © Achim Frank Schmidt

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