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Amt kommt nicht hinterher

Corona-Stau! KVR-Besucher gehen auf die Barrikaden - Betroffener entsetzt: „Nicht zu beschreiben“

Das Kreisverwaltungsreferat an der Rupperstraße in München.
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Das Kreisverwaltungsreferat an der Rupperstraße in München.

Die Nachfrage: hoch. Die freien Termine: rar gesät. Wer derzeit in München einen Behördengang plant, braucht starke Nerven und vor allem Geduld, das räumt sogar die Stadtverwaltung ein.

  • Wer derzeit in München* einen Behördengang plant, braucht starke Nerven und vor allem Geduld.
  • Das räumt sogar die Stadtverwaltung ein.
  • Schuld daran ist auch die Corona-Pandemie.

München* - Seit Tagen hängt Friedrich Urban am Telefon – ohne etwas zu erreichen. „Das ist nicht zu beschreiben“, sagt der 72-Jährige entnervt. Was ihn zum Verzweifeln bringt: Nachdem sein Geldbeutel gestohlen wurde, braucht Urban dringend einen neuen Führerschein und eine Meldebescheinigung vom Kreisverwaltungsreferat. Doch er schafft es nicht, Termine für die notwendigen Behördengänge auszumachen. Die Online-Kalender sind voll, am Telefon landet er in der Warteschleife.

Der Rentner ist kein Einzelfall: Wie das KVR auf Anfrage erklärt, kommt gerade einiges zusammen. Daran ist auch die Pandemie schuld. „Wir sind damit befasst, die Bugwelle, die durch die siebenwöchige Schließung aufgrund von Corona entstanden ist, abzuarbeiten“, erklärt KVR-Sprecherin Petra Weber. Hinzu komme, dass nun die Sommerferien begonnen haben und viele Münchner verreisen wollen. „Jedes Jahr steigt in diesen Wochen die Nachfrage nach Terminen.“

München: Corona-Stau trifft KVR-Besucher hart

Diese sind in der Krisenzeit auch zwingend notwendig, um mit einem Anliegen vorgelassen zu werden: Einfach im Bürgerbüro vorbeikommen, das geht nicht. Nur: Gerade bei der Terminvergabe ist von den Bürgern mehr als Geduld gefragt. „Da ist auf zwei Monate nichts frei“, erklärt Urban das Ergebnis seiner Online-Recherche. Nachdem er per Internet keinen Termin ergattern konnte, versucht er sein Glück seit fast einer Woche telefonisch. Ohne Erfolg.

Ganz ähnlich ist die Erfahrung, die Elisabeth Rieder gemacht hat. „Die Stadt bremst einen komplett aus“, sagt die Seniorin aus Trudering. Im November läuft ihr Personalausweis ab. „Darum wollte ich mich rechtzeitig kümmern.“ Aber auch ihre Versuche, am Telefon einen Termin im Bürgerbüro auszumachen, liefen tagelang ins Leere. Rieder ist über 70 Jahre alt und kann mit dem Computer umgehen. Mit der Internet-Terminvergabe des KVR kommt sie aber nicht klar. „Und nirgends steht eine Erklärung.“

KVR München: Service-Telefon ist täglich mit bis zu 20 Mitarbeitern besetzt

Dass die Bürger Geduld brauchen, weiß das KVR. „Das Service-Telefon ist täglich mit bis zu 20 Mitarbeitern besetzt“, erklärt Weber. Die führen bis zu 1000 Gespräche. Deshalb gelte: Kann ein Anruf nicht gleich durchgestellt werden, sei es sinnvoller, es zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu versuchen. Zu den weiteren Tipps des KVR gehört, die Seite www.buergerbuero-muenchen.de immer wieder zu öffnen. Denn: Die Behörde schaltete mehrmals am Tag Termine in den Online-Kalendern frei. „Auch schon, bevor wir öffnen.“ Davon, einfach in die Bürgerbüros zu fahren, wird dringend abgeraten. Nur im absoluten Notfall, wenn in einer „unvorhersehbaren Situation zwingend sofort ein Dokument benötigt wird“, würde vor Ort versucht, eine Lösung zu finden. *tz.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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