Sie lebt mit der Risikogruppe

Keine Lust auf Corona-Regeln? Münchner Ex-Bürgermeisterin wird in Beitrag mehr als deutlich: „Habe es satt“

Christine Strobl positioniert sich in einem Interview in München.
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Christine Strobl mahnt zu mehr Achtsamkeit während der Corona-Pandemie.

In Sachen Corona-Regeln kehrt bei einigen allmählich der Schlendrian ein. Der ehemaligen Bürgermeisterin von München stößt das sauer auf.

  • Markus Söder und seine Minister haben unisono vor Leichtsinn während der Corona-Krise gewarnt.
  • Nicht alle Bürger halten sich noch an die derzeit geltenden Regeln: die ehemalige Bürgermeisterin von München regt das gewaltig auf (Update 31. Juli, 9.53 Uhr).
  • Über weitere Entwicklungen halten wir Sie in unserem News-Ticker auf dem Laufenden.

Update 31. Juli, 9.53 Uhr: Wer es vergessen haben sollte: die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr gilt weiterhin. Bei einigen Pendlern scheint in den vergangenen Tagen und Wochen ein wenig der Schlendrian eingekehrt sein. Christine Strobl stört das gewaltig. Die ehemalige Bürgermeisterin von München (zwischen 2006 und 2020 zunächst als zweite dann als dritte) hat ein wütendes Facebook-Posting abgesetzt.

„Ich habe es satt, gefühlt 20 Prozent meiner MitfahrerInnen im ÖPNV freundlich darauf hinzuweisen, Maske zu tragen. Zumal viele anscheinend nicht wissen, wo ihre Nase sitzt“, wendet sich Strobl an die Verweigerer. Sie lebe in einem Haushalt samt Hochrisikogruppe, erklärt die Strobl. Die Betroffenen seien „dann die Gelackmeierten, wenn es wieder losgeht“.

Unter dem Facebook-Beitrag findet sich reichlich Zuspruch für die ehemalige Bürgermeisterin der Isar-Metropole. „Bei jeder Fahrt mit der U-Bahn das gleiche“, pflichtet eine Userin bei. Ein anderer bringt gar „unregelmäßige Kontrollen" in den Zügen der MVG ins Spiel.

Offiziell bestätigt: Corona-Neuerung für München kommt - „Trotzdem notwendig, sich vernünftig zu verhalten“

Update 29. Juli, 9.46 Uhr: Die Corona-Krise bringt den Münchner Tierpark in arge Existenznöte. Jetzt hat sich offenbar eine neue Entwicklung ergeben, auf die der Hellabrunn-Chef emotional reagiert.

Update 28. Juli, 14.01 Uhr: Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will durch Corona in Schwierigkeiten geratenen Unternehmen länger Zeit geben. Die aktuell noch bis September geltende Aussetzung der Pflicht zum Insolvenzantrag solle bis „in etwa März nächsten Jahres“ verlängert werden, sagte er am Dienstag in München nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts. Das wünsche er sich als Wirtschaftsminister.

Allerdings warnte Aiwanger auch: „Man wird das nicht ewig verlängern können, weil dann irgendwann zu viele nicht mehr zahlungsfähige Unternehmen auch gesunde Betriebe mit hinunterreißen.“

Insgesamt sehe er ein sehr gemischtes Bild der bayerischen Wirtschaft in der Coronakrise, sagte Aiwanger. Die Stimmung sei durchwachsen und sehr auf das „Prinzip Hoffnung“ ausgerichtet. Er hoffe, „dass wir gut aus dieser Nummer rauskommen“.

Corona-Neuerung für München kommt - „Trotzdem notwendig, sich vernünftig zu verhalten“

Update 28. Juli, 13.41 Uhr: Gesundheitsministerin Melanie Huml hat es soeben offiziell bestätigt: an den Hauptbahnhöfen in Nürnberg und München werden kostenlose Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer etabliert. Huml erklärt diesbezüglich: „Bei alledem, was wir an Testungen anbieten, bleibt es trotzdem notwendig, sich auch im Urlaub wirklich vernünftig zu verhalten“. Ab dem 7. August sollen die Stationen einsatzbereit sein.

Es ist kein gewöhnlicher Sommer in München. Während der Corona-Pandemie verlagern sich nächtliche Aktivitäten zumeist in den öffentlichen Raum. Eine junge Anwohnerin schlägt jetzt Alarm.

Update 28. Juli, 13.05 Uhr: Der bayerische Staatskanzleichef Florian Herrmann in München hat eindringlich vor Nachlässigkeit in der Corona-Krise gewarnt. „Das Virus ist nach wie vor mitten unter uns“, sagte der CSU-Politiker nach einer Kabinettssitzung am Dienstag in München.

Die Zahl der Gesamtinfizierten sei in den vergangenen Wochen wieder leicht gestiegen. Aktuell seien 0,009 Prozent der Gesamtbevölkerung infiziert, dies seien schon weniger gewesen. „Ein neuer Ausbruch ist jederzeit möglich.“ Deswegen sei es so wichtig, die Strategie der Vorsicht und Umsicht weiter zu verfolgen.

Szenen aus München ließen aufhorchen: Söder wird deutlich bei Corona-Ansage - „Letzter Appell an alle, die ...“

Update 28. Juli, 11.02 Uhr: Zum regulär letzten Mal vor der Sommerpause debattiert das Kabinett in Bayern am Dienstag über Anti-Corona-Maßnahmen. Auf der Agenda stehen Tests für Urlauber - und womöglich sind auch Reisebeschränkungen für einen bayerischen Landkreis Thema. Für 13 Uhr ist eine Pressekonferenz angekündigt.

Ursprungsmeldung vom 27. Juli:

München - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nach der Corona-Masseninfektion auf einem Bauernhof in Niederbayern ein strenges Einhalten der Regeln zur Bekämpfung der Pandemie angemahnt. „Corona verzeiht keinen Leichtsinn“, sagte Söder am Montag in München.

Corona München: Söder warnt vor Leichtsinn - „Kommt schleichend zurück“

Unvernunft, mangelnde Vorsicht und zum Teil bewusste Verstöße gegen Hygienekonzepte und Regeln seien das Problem. Daher sei das Tragen von Mund-Nase-Schutz ebenso wichtig wie ein Ausbau der Testkapazitäten und gegebenenfalls Quarantäne.

„Corona kommt schleichend zurück, leider aber mit aller Macht“, sagte Söder. Daher sei es wichtig darauf zu achten, dass aus wenigen Fällen nicht schleichend eine zweite Infektionswelle werde. „Vorsicht muss oberstes Gebot bleiben“, sagte der CSU-Chef.

München: Söder zu Corona-Partys - „Letzter Appell an alle, die gerne feiern“

Auf einem großen Gemüsebauernhof in Mamming (Landkreis Dingolfing-Landau) waren mehr als 170 Erntehelfer bei einer Reihenuntersuchung positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Fast 500 Menschen stehen dort nun unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen. Söder kündigt härtere Strafen im Falle von Verstößen an: Statt 5.000 Euro müssen Betriebe künftig 25.000 Euro blechen, wenn sie Hygienekonzepte missachten.

Söder sandte im Zuge seiner Pressekonferenz einen „letzten Appell an alle, die gerne feiern“ : Es sei nun nochmals an der Zeit, ausdrücklich um Vernunft zu bitten. In Bezug auf die Corona-Verordnungen sei allzu oft der Schlendrian eingekehrt. Zuletzt hatten „Feierbiester" erneut für einen Großeinsatz am Münchner Gärtnerplatz gesorgt.

Zu glauben, junge Menschen seien sicher, sei medizinisch naiv, erklärte Bayerns Ministerpräsident. Zudem könnten sie Langzeitschäden haben oder Ältere anstecken.

Hauptbahnhof München: Corona-Tests für Urlaubsrückkehrer

Söder erneuerte seine Bitte an den Bund, verpflichtende Tests für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten zu etablieren. Zugleich richtet Bayern an mehreren Grenzübergängen zu Österreich auf den Autobahnen freiwillige Teststationen ein - ebenso an den Hauptbahnhöfen in München und Nürnberg.

Nötig seien verpflichtende Tests für Rückkehrer an Flughäfen, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag in München. Der Bund müsse hierfür den rechtlichen Rahmen schaffen. Bayern bereite alles vor, um dann umgehend starten zu können, sagte er.

Die Nachfrage: hoch. Die freien Termine: rar gesät. Wer derzeit in München einen Behördengang plant, braucht starke Nerven und vor allem Geduld, das räumt sogar die Stadtverwaltung ein.

In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Corona-Patienten in München massiv zurückgegangen. Zur Hochphase Mitte April war das aber anders. Jetzt liegt eine Corona-Bilanz vor.

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