Stimmen zur Allgemeinverfügung

Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und private Feiern - diese Corona-Regeln gelten jetzt in München

Mehrere Passanten tragen in der Fußgängerzone einen Mund-Nasen-Schutz.
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In München gelten ab Donnerstag an bestimmten öffentlichen Plätzen Maskenpflicht.

In München steigen die Corona-Zahlen rasant an. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat einschneidende Maßnahmen für die bayerische Landeshauptstadt verkündet.

  • In München steigen die Coronavirus-Zahlen weiter rasant an.
  • Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat einschneidende Regeln für die bayerische Landeshauptstadt verkündet.
  • Die drastischen Maßnahmen gelten jeweils ab kommenden Donnerstag (24. September).
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Update vom 24. September, 18.34 Uhr: Heute hat die Stadt ihren Schilderwald aufgeforstet – in der Fußgängerzone und drumherum stehen jetzt rund 150 neue Hinweistafeln. Sie machen auf die Maskenpflicht aufmerksam, die hier wegen der hohen Münchner Infektionszahlen jetzt auch unter freiem Himmel gilt. Von 9 bis 23 Uhr muss man Mund und Nase bedecken: So steht es auf den Schildern, die per orangefarbenem Lastwagen angeliefert wurden.

Trotzdem haben noch nicht alle Passanten die neuen Regeln verinnerlicht, wie sich zeigt. Pflegedienstleiter Serafim P. aus München hat zum Beispiel die Maske nicht auf, als wir ihn in der Fußgängerzone treffen. Er sagt: „Ich habe zwar eigentlich von der Maskenpflicht gewusst – sie dann aber einfach vergessen.“ Wäre er erwischt worden, wären theoretisch 250 Euro Bußgeld fällig – wobei es die Polizei am ersten Tag der neuen Regel, teilweise bei einer netten Ermahnung beließ. „Wir kontrollieren die Einhaltung mit Augenmaß und Verstand“, teilt die Pressestelle mit.

In den meisten Fällen gab’s ohnehin keine Probleme: Die meisten Passanten haben schon aus den Medien von der Maskenpflicht erfahren und halten sich klaglos daran. In der Kaufinger-, Neuhauser-, Sendlinger- und Schützenstraße, im Tal – und auch am Viktualienmarkt. Constanze Rohlke und Leonie Schneider, die dort das Standl Resi am Markt betreiben, sagen: „Für uns und viele unserer Kunden ändert sich nichts. Wir tragen eh immer eine Maske, die meisten unserer Kunden auch.“ Trotzdem zweifeln sie am Sinn der Regeln.

Auch Mabrouk Yahyaoui von Chicos Saftbar beschwert sich: „Am letzten Wochenende wäre das sinnvoll gewesen, da war es hier am Markt echt voll. Jetzt unter der Woche aber nicht.“ Trotzdem findet er: Lieber Maskenpflicht auch an der frischen Luft als ein kompletter Lockdown.

Die Innenstadt-Maskenpflicht gilt zunächst bis zum 1. Oktober. Abhängig von den Corona-Zahlen entscheiden die Behörden dann, ob sich der Schilderwald wieder ein bisschen lichtet.

Diese Corona-Regeln gelten jetzt in München

Update 23. September, 17.57 Uhr: Nun ist es offiziell. Die Stadt München hat für Donnerstag (24. September) eine Allgemeinverfügung erlassen. Es gilt ab Donnerstag eine Maskenpflicht in den Fußgängerzonen, am Viktualienmarkt und auf den Fußgängerwegen des Tals. Außerdem dürfen nur noch fünf Personen oder zwei Haushalte öffentlich zusammenkommen oder am Wirtshaustisch Platz nehmen. Feiern werden nur noch mit bis zu 25 Gästen in Räumen sowie 50 Gästen im Freien erlaubt sein. Die Regeln gelten eine Woche. Dann wird die Verwaltung die Lage neu bewerten.

Hier gilt ab Donnerstag (24. September) in München die Maskenpflicht.

Update 22. September, 14.25 Uhr: Auf einer Pressekonferenz in München hat Ministerpräsident Markus Söder eine weitere einschneidende Maßnahme bekannt gegeben. In Städte, in den die 7-Tage-Inzidenz den Grenzwert 50 überschreitet, gilt auch für Grundschüler eine Maskenpflicht. Aktuell wäre davon auch München betroffen. Am Mittwoch will die Stadt ihre neue Allgemeinverfügung präsentieren.

Corona in München: Drastische Maßnahmen verordnet - das sind die neuen Regeln

Ursprungsmeldung vom 21. September:

München - Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) war nicht zu Späßen aufgelegt. Normalerweise ginge es zu dieser Jahreszeit um erfreulichere Themen, wie etwa der Frage "wie viel Hendl und Bier auf dem Oktoberfest konsumiert wurden". Das heutige Thema ist dagegen alles andere als angenehm. Für München gelten ab diesem Donnerstag (24. September) drei drastische Maßnahmen, um der weiteren Verbreitung von Covid-19 entgegenzusteuern.

Ab Donnerstag (24. September) dürfen sich in der bayerischen Landeshauptstadt nur noch fünf Personen oder zwei Haushalte treffen, so Oberbürgermeister Dieter Reiter. Ausgenommen davon sind Haushalte wie etwa zwei Familien, die samt Kindern die Anzahl von fünf Personen übertreffen.  Dies gelte ab Donnerstag im privaten Raum und in der Gastronomie. Diese Entscheidung sei auch mit Hinblick auf die „Bilder vom vergangenen Wochenende“ getroffen worden.

Coronavirus in München: Maskenpflicht kommt - weitere Maßnahmen beschlossen

Eine weitere Maßnahme für München: „Bei anlassbezogenen privaten Feiern dürfen nur noch 25 Menschen Indoor und 50 an der frischen Luft zugegen sein“. Reiter meint damit etwa Hochzeiten und Beerdigungen. Veranstaltungen bleiben zunächst unberührt. Dritte neue Regelung ist eine weitreichende Maskenpflicht für die Stadt. „Es wird eine Maskenpflicht geben. Wir haben uns entschlossen, dies zunächst punktuell zu tun“. Gemeint sind der Viktualienmarkt, der Marienplatz und die Sendlinger Straße, „egal, ob ich sitze, gehe“. Geltungsdauer der drei Regeln wird jeweils sieben Tage sein.

Neue Corona-Maßnahmen für München: OB Dieter Reiter erklärt weiteres Vorgehen

Dieter Reiter betonte, dass diese Maßnahmen stets gekoppelt an die 7-Tage-Inzidenz liegen würden. Man werde in Zukunft stets die Zahlen im Blick behalten, um die neuen Regelungen zu verlängern, oder gegebenenfalls zu kippen. Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz für München bei 55,59.

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