Absage durch die Landesregierung

München wird kein Modell für Lockerungen in der Pandemie - manche Politiker können es verstehen

Zahllose Stühle stehen zusammengeschoben und aufeinandergestapelt herum
+
Eine Stuhlpyramide mitten in München: Wegen der geschlossenen Gastronomie werden die Sitzgelegenheiten nicht benötigt.

Zu gern hätte sich München als Modellstadt für ein Projekt zu Lockerungen in der Corona-Krise zur Verfügung gestellt. Doch daraus wird nun nichts.

München - München* ist raus! Die größten bayerischen Städte kommen nach Angaben der Staatsregierung nicht als Modellregionen für Corona-Lockerungen infrage. Die Auswahl werde unter Kommunen getroffen, die zwischen 11.000 und 100.000 Einwohner haben, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, CSU) am Dienstag. In den Modellregionen sollen Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen ermöglicht werden - unter Auflagen wie etwa Tests.

In München ist die Enttäuschung groß. OB Dieter Reiter* (62, SPD) sagte am Nachmittag: „Ich bedauere, dass wir nicht in die Reihe der Modellstädte aufgenommen wurden. Die Begrenzung der Einwohnerzahl als einziges Kriterium halte ich für schwer nachvollziehbar.“ CSU-Chef Manuel Pretzl war ebenfalls „enttäuscht“. Eine Großstadt wie München, die alle Facetten der Gesellschaft abbilde, sei als Modellregion prädestiniert.

München kein Modell für Lockerungen: Grünen-Chef zeigt Verständnis

Grünen-Chef Florian Roth sagte zur tz: „Die Entscheidung ist verständlich angesichts eines dynamischen Infektionsgeschehens. Bei wieder sinkenden Inzidenzwerten wären aber unter strengen Auflagen gerade im Bereich von Kultur und Außengastronomie Spielräume auch für München sinnvoll.“ Es sei richtig, derzeit keinen Modellversuch zu starten, sagte SPD-Chefin Anne Hübner. „Bei einer stabileren Lage ist es aber schade, dass München von Modellprojekten im Kulturbereich ausgeschlossen wird.“ (ska) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare