Demo für Schüler musste abgesagt werden

Schulabschluss in Corona-Zeiten: Oscar-Gewinnerin setzt sich für Präsenzunterricht ein - Angst vor „Corona-Abi“

Regisseurin und Oscar-Preisträgerin Caroline Link (56) setzt sich für ihre Tochter Pauline (18) ein.
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Regisseurin und Oscar-Preisträgerin Caroline Link (56) setzt sich für ihre Tochter Pauline (18) ein.

Abitur oder Mittlere Reife in Corona-Zeiten – das ist eine extreme Herausforderung! Schüler befinden sich seit März 2020 im Ausnahmezustand.

  • In München* findet seit Anfang Januar nur Distanzunterricht an den Schulen statt.
  • Schüler haben jetzt Angst, dass sie wegen Corona* einen schlechteren Abschluss machen.
  • Unterstützt werden die Jugendlichen von einer Oscar-Preisträgerin.

München - Stand jetzt sollen die Abiturprüfungen am 12. Mai beginnen – doch wie es bis dahin weitergeht, ist für die Betroffenen ein Rätsel. Die Schüler und ihre Eltern fordern einen verbindlichen Fahrplan – und bekommen prominente Unterstützung: Die Münchner Star-Regisseurin und Oscar-Gewinnerin Caroline Link („Nirgendwo in Afrika“) setzt sich für ihre Tochter Pauline ein, die heuer ihr Abitur schreibt. „Sie ist eigentlich top motiviert, weiß aber zurzeit nicht, ob und wann Klausuren überhaupt stattfinden und wie sie sich vorbereiten soll“, sagt Caroline Link im Gespräch mit der tz. Sie ist sich sicher: „Was die Abschlussklassen jetzt brauchen, ist zumindest teilweise Präsenzunterricht in kleineren Gruppen für intensive Fragestunden und der Möglichkeit, Klausuren zu schreiben. Die Schulhäuser stehen leer. Mit FFP2-Masken sollte das möglich sein.“

Schule in Corona-Zeiten: Demo musste wegen zu vielen Anmeldungen abgesagt werden

Auch die Mütter Anita Gentzke und Isabel Gocke kämpfen für ihre Kinder – sie hatten am Samstag eine Demo für die Schüler von Abschlussklassen am Odeonsplatz geplant. Diese mussten sie aber dann absagen, weil sich zu viele Teilnehmer angemeldet hatten – von mehr als 50 Gymnasien aus ganz Bayern kam Zuspruch. „Es muss sich einiges ändern. In anderen Bundesländern dürfen Schüler wieder in die Schule, hier in Bayern nicht“, ärgern sich die Demo-Organisatorinnen. „Dabei sollte es eigentlich kein Problem sein, ein sicheres Unterrichtskonzept wenigstens für die Abschlussklassen zu entwickeln.“ Der Distanzunterricht sei zwar besser geworden – aber er sei längst kein gleichwertiger Ersatz für effizientes Lernen im Klassenzimmer.

Dr. Isabel Gocke (52, li.) und Anita B. Gentzke (50) hatten die geplante Demo organisiert.

Dabei geht es den Schülern und ihren Eltern vor allem um eines: eine faire Beurteilung ihrer Schullaufbahn. „Ich fordere keinen Bonus, sondern nur ein faires Abi“, sagt Vitus Neumaier (17), Abiturient am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium in Icking. Er wünscht sich, dass die Zeugnisse seines Jahrgangs eine Aussagekraft haben – und nicht von Unis und Arbeitgebern als „Corona-Abi“ abgestempelt werden. Dafür macht er sich auch bei Instagram mit einem eigenen Kanal stark.

Verfolgen Sie die Corona-Lage in München in unserem aktuellen News-Ticker*.

Schule in Corona-Zeiten: „Im Onlineunterricht lernt man viel weniger“

Dabei ist auch unter den Schülern die Begeisterung über den Onlineunterricht eher gering. „Wir hatten drei Halbjahre unter Corona-Bedingungen“, sagt Bene Gromes (18). Das Fazit des Fachabiturienten: „Im Onlineunterricht lernt man viel weniger und uneinheitlicher. Die Lerninhalte mussten außerdem viel schneller durchgepaukt werden.“ Gromes plädiert deshalb dafür, dass solche Probleme bei der Bewertung der Abschlüsse mitberücksichtigt werden müssten. (Peter Schlingensief) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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