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„Schlimmer als jetzt kann es nicht mehr werden“

Faschingsferien gestrichen - „Unterricht light“: Schüler begehren auf

Drei Schüler(innen) stehen mit kleinen Plakaten vor dem Eingang der Schule.
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Fühlen sich unfair behandelt: Die Schüler Maja Hellmiss, Ben Habermaier und Ajla Dugum (v. li.) streiken.

Das normale Schulleben soll wieder einkehren. Das bedeutet für die Jugendlichen aber besonderen Stress. Denn Ferien sollen wegfallen, Klausuren nachgeholt werden. Nun greifen einige zum Äußersten.

München - Sie haben genug. Mögliche Konsequenzen fürchten sie nicht. „Schlimmer als jetzt kann es nicht mehr werden“, sagt Ajla Dugum. Ihre Stimme - entschlossen! Seit Montag bestreiken die 17-Jährige und ihre Mitschüler der Abschlussklassen der Rainer-Werner-Fassbinder-FOS in Giesing den Unterricht.

Damit wollen die Fachoberschüler endlich Aufmerksamkeit bekommen. Ihre Forderung: Gleiche Bedingungen für alle Abschlussklassen - egal ob an Gymnasien oder Fachoberschulen. „Während bei anderen in den Nebenfächern die Klausuren gestrichen wurden, müssen wir sie machen“, erklärt Ajla Dugum. „Das ist unfair.“

Schüler treten in Streik: Piazolo lässt sich bei Streichung der Faschingsferien nicht erweichen

Auch das Ausfallen der Faschingsferien (in Bayern vom 15. bis zum 19. Februar) kritisieren die Schüler scharf. Die wären „aus psychischen und physischen Gründen für Schüler als auch Lehrer sehr wichtig“ gewesen, heißt es in ihrem Forderungskatalog. Mit dieser Kritik sind sie nicht allein. Mit einer Online-Petition forderte die Lehrergewerkschaft GEW: „Herr Minister Piazolo, nehmen Sie die Streichung der Faschingsferien zurück!“ Über 36.000 Unterschriften hatten sie beisammen, gebracht hat es nichts.

Und der Ton wird schärfer: Jetzt könnten Schulen, die einen reduzierten Unterricht in dieser Woche durchführen wollen, Ärger mit der Schulaufsicht bekommen. Laut der SPD-Landtagsfraktion sollen Schulleitungen von offizieller Seite aufgefordert worden sein, festgestellten „Unterricht light“ an anderen Schulen in der Faschingswoche zu melden. Die GEW übt scharfe Kritik. Schulämter zum Petzen aufzufordern sei nicht nur bevormundend, sondern „schlicht würdelos“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Florian Kohl.

Video: Schulöffnung und Ausgangssperre - das gilt jetzt in Bayern

Schüler treten in Streik: Grundschule plötzlich mit regulärem statt gemäßigtem Unterricht

Auf die Schulen scheint Druck ausgeübt zu werden. In der Grundschule an der Farinellistraße beispielsweise war nach Informationen der tz auch ein gemäßigter Unterricht angesetzt. Am Dienstag plötzlich die Kehrtwende: Ab diesem Mittwoch gibt es wieder regulären Unterricht.

Die Schüler der Rainer-Werner-Fassbinder-FOS fühlen sich mit ihren Sorgen allein gelassen. Etliche Petitionen hätten sie ins Leben gerufen mit Tausenden von Unterschriften. Auch das Kultus- und Gesundheitsministerium kontaktierten die Schüler, jedoch ohne Erfolg. „Oft haben wir einfach gar keine Antwort bekommen“, erklärt die 20-jährige Maja Hellmiss. Dabei werden ihre Anliegen von Tag zu Tag dringlicher.

Schüler treten in Streik: Abschlussklasse schreibt an Piazolo

16 Abschlussklassen gibt es bei ihnen, jede Klasse wurde von den Organisatoren der Aktion aufgerufen, mindestens zwei bis drei Tage komplett zu streiken. So wollen sie erreichen, dass die Anzahl der schriftlichen Leistungserhebungen reduziert wird. Auch eigene Räume zum Lernen im Schulgebäude würden sie sich wünschen. Und ihr Schulstreik soll nicht der einzige sein. „Weitere Schulen werden unserem Vorbild folgen“, sagt Maja Hellmiss.

Die 13. Klasse der Romano-Guardini-FOS hat am Dienstag einen Brief mit ähnlichen Forderungen an Kultusminister Michael Piazolo geschickt. Es ist ein Hilferuf. (LMB)

Die maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist in München erneut gesunken. Ministerpräsident Markus Söder wird ob seiner Maßnahmen heftig gescholten.

Die Sorgen der Viertklässler-Eltern

Sie sind mit den Nerven und Kräften am Ende und sorgen sich vor allem um eins: den Übertritt ihrer Kinder. Eine Gruppe Eltern von bayerischen Viertklässlern hat sich an unsere Zeitung gewandt, wollen aber zum Schutz der Kinder nicht namentlich auftreten.

Dabei haben sie große Sorgen: Sie fürchten, dass ihre Kinder durch den monatelangen Corona*-Unterricht einen schwierigeren Übergang zur nächsten Schulform haben. Denn beim Übertritt soll wie üblich der Notenschnitt entscheiden, ob die Kinder auf ein Gymnasium (2,33) oder auf die Realschule (2,66) gehen können.

Die Proben für Grundschüler seien zwar weniger geworden, dadurch lassen sich aber schlechte Noten nur schwer ausgleichen, sagen sie. Die Eltern wünschen sich, dass der Notenschnitt um mindestens eine Note angehoben wird oder die Lehrer zusammen mit den Eltern über den künftigen Schulweg entscheiden. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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