Warnschilder, Mindestabstand und Mundschutz

Corona in München: „Masken sind eine Zumutung“ - so lief der erste Einkaufstag nach dem Lockdown

Die meisten Läden durften am Montag wieder öffnen – sowohl Händler als auch Kunden mussten sich allerdings an strenge Corona-Regeln halten. So war die Lage in München. 

  • Fast sechs Wochen waren die Geschäfte in München wegen des Corona-Lockdowns geschlossen
  • Nun haben einige wieder geöffnet - allerdings herrschen strenge Auflagen und Maskenpflicht
  • Der große Ansturm in München blieb am Montag noch aus. Das Wichtigste zum Thema gibt es auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Corona News. Jetzt Fan werden.

München - Fast sechs Wochen lang stand der bayerische Einzelhandel still. Am Montag durften die meisten Läden wieder öffnen – jedenfalls die, deren Verkaufsfläche nicht größer als 800 Quadratmeter ist. Es sollte ein Schritt in Richtung Normalität sein. Begleitet von Warnschildern, Mindestabstand, Maskenpflicht – und zurückhaltenden Kunden.

Der große Ansturm blieb aus. Laut Handelsverband Bayern lag der Umsatz bei etwa 40 Prozent des Normalwerts. Und die Bilanz in München: „An einem normalen Montag liegt die Kundenfrequenz in der Neuhauser Straße zwischen 12 und 13 Uhr bei rund 7000 Passanten“, sagt Wolfgang Fischer von der Vereinigung der Innenstadt-Händler. „An diesem Montag waren es nur etwa 2000.“ Die Händler seien gut vorbereitet gewesen, was Kontrollen an den Eingängen angeht. „Und die Kunden haben sich an die Maskenpflicht gehalten.“

Corona in München: So lief‘s auf der Kaufinger - „Masken sind eine Zumutung“

Obwohl die Innenstadt nicht stark gefüllt war – vor einigen Läden bildeten sich morgens schon vor der Öffnung Warteschlangen, zum Beispiel vor dem Hugendubel am Stachus. „Das hat mich schon etwas überrascht“, sagte etwa Cordula Schuster-Wolff. Die 45-Jährige ist Filialleiterin im Hugendubel am Stachus, sie stand gestern selbst am Eingang und zählte mit dem Tablet alle Kunden beim Rein- und Rausgehen – um zu kontrollieren, dass nicht zu viele Menschen den Laden betreten. „Aber wir freuen uns natürlich, dass unsere Kunden wieder da sind.“

Der Gamestop gegenüber war am Montag ebenfalls gut besucht. „Es kommen mehr Kunden, als wir erwartet haben“, sagte Valerian Böhm (30). Auch er kontrollierte am Eingang, dass nicht mehr als vier Personen das Geschäft betreten. „Als wir aufgemacht haben, haben schon acht Leute vor dem Laden gewartet“, erzählte er, „alle mit Mindestabstand und Masken.“ Die Stimmung unter den Kunden sei entspannt gewesen. „Es ist echt viel los, das Telefon klingelt in einer Tour“, sagte Böhm. „Aber wir sind froh, endlich wieder etwas zu tun zu haben.“

Corona in München: Der erste Tag der Lockdown-Lockerungen - Aiwanger lobt

Das sehen allerdings nicht alle so – wenn es etwa nach Nils Naumann ginge, hätten die Geschäfte noch länger geschlossen haben können. Der 33-Jährige ist Manager bei Jack&Jones in der Kaufingerstraße. „Viele wollen in Gruppen in den Laden gehen, manche wollen eine Ausnahme von der Maskenpflicht“, erzählte er. „Die Masken sind ja auch eine Zumutung – darunter wird es heiß, man schwitzt und bekommt schlecht Luft.“

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) erkundigte sich bei einem Pressetermin in der Hugendubel-Filiale in den Fünf Höfen bei einigen Kunden, wie sie mit der Maske klarkommen – auch hier kam zurück: Unter der Maske sei es sehr warm, sie verrutsche beim Reden und die Brille beschlage. Aiwanger lobt die Disziplin der Bürger und zeigte sich zufrieden damit, wie die Kunden die Sicherheits- und Hygienevorschriften einhielten. Und: „Wenn die Disziplin in der Bevölkerung so bleibt, sehe ich kein Problem darin, weitere Läden zu öffnen“, sagte er.

Noch bestünde aber die Sorge, dass man mit Läden, die größer als 800 Quadratmeter sind, „Publikumsmagneten“ öffnen würde – und dadurch die Fußgängerzonen zu voll werden könnten. Aiwanger sei trotzdem zuversichtlich, dass es nicht mehr lange dauern werde, auch größere Geschäfte zu öffnen – weitere Schritte befänden sich bereits auf dem „Präsentierteller“.

Kathrin Braun

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