Hotspots blieben menschenleer

Silvester in München: Über 600 Polizei-Einsätze im Stadtgebiet - Großeinsatz wegen Schlägerei

Silvester in München ist im Corona-Jahr wohl ruhiger vonstattengegangen als noch in den Jahren zuvor. Die Polizei rückte zu mehr als 600 Einsätzen aus.

  • Silvester wird es auch im Corona-Jahr 2020 geben.
  • Nur gelten für München besondere Regeln zum Jahreswechsel.
  • Böllerverbot, Ausgangssperre und Co. im Überblick.

Update vom 1. Januar, 17.09 Uhr: Marienplatz, Friedensengel, Gärtnerplatz: Die üblichen Feier-Hotspots sind menschenleer. An Taxi-Ständen warten gelangweilte Taxler, die Kundschaft bleibt aus. Wo man hinsieht: freie Straßen – nur Streifenwagen drehen ihre Runden. Eine gespenstische Szenerie mitten in der Silvesternacht. Ruhe statt Remmidemmi! Vor einem Jahr hätte sich das so niemand ausgemalt...

Um Mitternacht sind dann doch Böller zu hören, vereinzelt erhellen Raketen den Nachthimmel. Vor allem außerhalb des mittleren Rings, wo die Knallerei auf privatem Boden erlaubt ist: wenigstens ein Hauch von Silvester. Einige Münchner verabschieden sich offenbar besonders gern vom Pandemie-Jahr. Endlich Schluss damit und Hoffnung auf Besserung! Auf dem Olympiaturm steht in leuchtenden Buchstaben: „#Lichtblick 2021“ – was würde besser passen?

Silvester in München: 1400 Polizeibeamten in der Silvesternacht im Einsatz

Doch auch, wenn die meisten mit Zuversicht ins neue Jahr blicken, ist die Krise noch nicht überstanden. Deshalb hieß es an Silvester: Drinnen bleiben und Ruhe bewahren. Damit sich daran auch alle hielten, war die Polizei mit rund 1400 Beamten im Einsatz. Es war „eine weitestgehend ruhige Nacht“, sagt Sprecher Gordon Winkel. Trotzdem rückten die Beamten zu über 600 Einsätzen aus, im Vorjahr waren es gut 650. Um die Böllerei ging es heuer 43 Mal (Vorjahr: 78), wobei es in nur vier Fällen tatsächlich etwas zu beanstanden gab. Ansonsten war die Polizei 130 Mal wegen Ruhestörungen im Einsatz – und somit deutlich öfter als im Vorjahr (47).

Neben wenigen Sachbeschädigungen (3) und Verkehrsunfällen (8) war die Polizei ein Dutzend Mal wegen Körperverletzungen gefordert – halb so oft wie im Vorjahr. Das gab es 2019 noch nicht: In 225 Fällen wurden Verstöße gegen die Infektionsschutz-Regeln angezeigt. 160 davon betrafen die Ausgangssperre, 60 die Kontaktbeschränkungen. Schließlich galten auch an Silvester knallharte Lockdown-Regeln: Treffen durften sich höchstens fünf Erwachsene aus zwei Haushalten. Nach 21 Uhr durften die Münchner ihre Wohnungen nur in Ausnahmefällen verlassen. Große Partys waren so natürlich nicht möglich – und haben laut Polizei auch nicht stattgefunden.

Silvester 2020: 116 Brände in München

Für die Feuerwehr war dieses Silvester deshalb besonders entspannt. 271 Berufs-Brandbekämpfer waren im Dienst, die Freiwillige Feuerwehr wurde bei Bedarf zusätzlich alarmiert. Im Jahr zuvor verzeichnete die Feuerwehr noch 116 Klein- und Großbrände in der Stadt. Dieses Mal waren es hingegen 17 Kleinbrände, etwa brennende Mülltonnen. Zudem stand einmal ein Christbaum in Flammen und zweimal gab es einen Brand auf einem Balkon. Stille Nacht zum Jahreswechsel. Laura Felbinger

Update vom 1. Januar, 12.27 Uhr: In Hinblick auf die Polizeieinsätze in der bayerischen Landeshauptstadt hat die Polizei München ihre Einsatz-Bilanz noch einmal nach oben korrigiert. So sei es zu insgesamt über 600 Einsätzen gekommen, die im Zeitraum zwischen 19.00 Uhr (31.12) und 5.00 Uhr (1.1.) stattgefunden hätten.

Ruhiges Silvester in München: Über 600 Einsätze aber kaum Eskalation

Es handelte sich dabei unter anderem um Ruhestörungen (130), Einsätze im Zusammenhang mit pyrotechnischen Gegenständen (43), Körperverletzungen (12), Sachbeschädigungen (3) und Verkehrsunfällen (8). In 225 Fällen wurden Verstöße gegen die Infektionsschutzregelungen angezeigt. Dabei betraf es in 160 Fällen die Ausgangssperre und in 60 Fällen die Kontaktbeschränkung.

Für rund 15 bis 20 Minuten hätte man auf Privatgrundstücken oder Balkonen zum Jahreswechsel kleine Feuerwerke veranstaltet, die großen, sonst überfüllten Hotspots wie Marienplatz, Stachus oder Olympiapark blieben allerdings, auch begründet durch die herrschende Ausgangssperre, nahezu menschenleer.  

Silvester in München: Polizeieinsätze im Stadtgebiet - Mann schießt mit Waffe von Balkon

Zu einem größeren Einsatz führte der Streit zweier junger Männer am frühen Freitagmorgen gegen 1.45 Uhr in einer Gemeinschaftsunterkunft in Ramersdorf. Zehn Polizeistreifen kamen, nachdem der Sicherheitsdienst eine Schlägerei gemeldet hatte. Vor Ort konnten jedoch nur die beiden Kontrahenten (35, 25) vorgefunden werden, die aufgrund ihrer Verletzungen beide ins Krankenhaus gebracht werden musste. Der Auslöser für den vorangegangenen Streit ist derzeit unklar.

Ein 39-jähriger Münchner, der am Silvesterabend gegen 18.00 Uhr auf seinem Balkon im Stadtteil Am Hart mit einer Waffe um sich schoss, sorgte ebenfalls für Wirbel.

Update vom 1. Januar, 9.50 Uhr: Zu mehr als 500 Einsätzen musste die Polizei in München an Silvester 2020 ausrücken (siehe Update von 6.50 Uhr). Rund 300 Einsätze sind auf silvestertypische Anlässe zurückzuführen - also unter anderem auch Ruhestörungen, Körperverletzungsdelikte oder Feuerwerk. Interessant: Im vergangenen Jahr lag die Zahl dieser Einsätze noch bei 250, wie der BR berichtet. Damit hatte die Polizei trotz Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen an diesem Silvester mehr Arbeit. Und das, obwohl die geltenden Regeln zur Eindämmung der Pandemie sowie die nächtliche Ausgangssperre einen ruhigeren Verlauf vermuten lassen hätten.

Corona-Silvester in München: Polizei zieht erste Zwischenbilanz - zahlreiche Verstöße gegen Ausgangssperre

Update vom 1. Januar, 6.50 Uhr: Die Polizei München zieht nach Silvester eine erste Zwischenbilanz. In diesem Jahr lief der Jahreswechsel für viele Münchner sicherlich etwas ruhiger ab. Grund dafür waren die aktuellen Regelungen zum Infektionsschutz im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sowie die Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr.

Die Beamten der Polizei München rückten im Zeitraum vom 31. Dezember, 19 Uhr, bis zum 1. Januar, 5 Uhr, zu über 500 Einsätzen aus. Dabei handelte es sich unter anderem um 86 Ruhestörungen, neun Körperverletzungsdelikte und über 40 Einsätze im Zusammenhang mit Pyrotechnik. In 197 Fällen wurden Verstöße gegen die Infektionsschutzregelungen angezeigt - in 156 betraf es die geltende Ausgangssperre.

Das Verbot zum Abbrennen von Pyrotechnik mit ausschließlicher Knallwirkung innerhalb des Mittleren Rings gilt noch bis 24 Uhr.

Corona-Silvester in München: Die wichtigsten Regeln - Bußgelder von bis zu 5.000 Euro drohen

Update vom 31. Dezember, 12.23 Uhr: An Silvester gilt in München eine nächtliche Ausgangssperre und ein Böllerverbot an ausgewählten Plätzen und Straßen (Siehe Erstmeldung). Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) stellte klar: „Im öffentlichen Raum wird es kein Silvester geben“. Damit die Regeln auch eingehalten werden, werden verschärft Polizeikontrollen durchgeführt. Das kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch an. Die örtlichen Polizeiinspektionen in ganz Bayern würden von 800 Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei unterstützt. Das bedeutet, das auch in der Landeshauptstadt verstärkt kontrolliert wird.

Laut dem BR waren vor Beginn der Corona-Pandemie im Schnitt rund 1.000 Beamte täglich im Stadtgebiet und im Landkreis unterwegs. Zum Jahreswechsel sollen, im Vergleich zum Normal-Niveau, mindestens 300 zusätzliche Streifenpolizisten die Regeln kontrollieren.

Wer also nach 21 Uhr draußen erwischt wird, muss laut Bußgeldkatalog der Bayerischen Staatsregierung 500 Euro zahlen. Wenn man dann auch noch mit mehreren Personen zusammen ist und sogar böllert, muss man mit noch drastischeren Strafen rechnen. Wer eine Party mit mehr als der erlaubten Anzahl von zwei Haushalten feiert, dem drohen 5000 Euro Strafe, dasselbe gilt für Gastronomen, die trotzdem öffnen. Wer nicht Veranstalter, sondern nur Gast auf einer solchen Party ist muss 250 Euro zahlen.

Corona-Jahreswechsel in München: „Im öffentlichen Raum wird es kein Silvester geben“ - Das sind die wichtigsten Regeln

Erstmeldung vom 28. Dezember 2020:

München - Viele Münchner werden sich freuen, dass das Corona-Jahr 2020 endlich ein Ende hat. Es aber mit Feuerwerk und rauschenden Partys zum Teufel zu jagen, ist nicht erlaubt. Der Jahreswechsel wird wohl ruhiger und im kleineren Kreis über der Bühne gehen als sonst. Strenge Corona-Regeln bilden den Rahmen für ein beschauliches Silvester.

Corona-Regeln zu Silvester: Krankenhäuser und Rettungsdienste sollen entlastet werden

Mit dem Satz „im öffentlichen Raum wird es kein Silvester geben“ eröffnet das Kreisverwaltungsreferat (KVR) seinen Regeltext für den Jahreswechsel. Und dieser Satz ist bei den Corona-Regeln auch Programm. Wichtigstes Ziel ist es, Menschenansammlungen zu verhindern. Mit den Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung sollen zudem Rettungsdienste und Notaufnahmen in der Silvesternacht entlastet werden. Aber auch die Feuerwehr wird dadurch wahrscheinlich weniger zu tun bekommen.

Silvesterfeuerwerk und Pyrotechnik: Ein generelles Abbrennverbot von Pyrotechnik wird es im gesamten Stadtgebiet und auch im privaten Bereich nicht geben, betonte Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle noch einmal. Die bestehenden Regeln würden vollkommen ausreichen. „Was noch bleibt, ist ein Appell an Umsicht und Vernunft. Jede und jeder Einzelne muss hier für sich und andere Verantwortung übernehmen, wir alle müssen unseren Beitrag leisten, um gerade unsere besonders gefährdeten Mitbürgerinnen und Mitbürger zu schützen.“

Corona-Regeln zu Silvester: Verkauf von Feuerwerk ist verboten

Schon seit ein paar Wochen ist bekannt, dass es dieses Jahr keinen Feuerwerksverkauf geben wird. Sowohl im stationären Einzelhandel als auch im Onlinehandel ist der Verkauf verboten worden. Damit soll vor allem Verletzungen durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der Silvesternacht vorgebeugt werden. Zusätzlich erließ der Stadtrat ein Silvesterknaller- und Böllerverbot in der Umweltzone um den Mittleren Ring am 31. Dezember und 1. Januar. Das gilt auch für die dort befindlichen Privatgrundstücke. Damit verfolgt die Stadt vor allem das Ziel, Lärm- und Luftverschmutzung sowie Vermüllung zu verhindern.

Ausgangssperre: Auch an Silvester gelten die Corona-bedingten Ausgangsbeschränkungen. Man darf die Wohnung oder das Haus nur aus triftigen Gründen verlassen - „Sekt trinken und Raketen abfeuern gehören nicht dazu“, heißt es beim KVR. Zusätzlich gilt bayernweit die nächtliche Ausgangssperre. Zwischen 21 und 5 Uhr darf man das Haus unter anderem nur für die Arbeit oder zum Gassigehen verlassen.

Kontaktbeschränkungen: „Veranstaltungen, Ansammlungen, öffentliche Festivitäten und der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum sind flächendeckend landesweit untersagt“, schreibt das KVR in seiner Mitteilung zum Jahreswechsel. Lockerungen für Treffen im privaten Bereich - wie an Weihnachten - gibt es nicht. Maximal fünf Personen aus zwei Haushalten (Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen) dürfen sich an Silvester treffen. (tel)

Verfolgen Sie das Corona-Geschehen in München immer aktuell in unserem News-Ticker. Wie das Corona-Jahr 2020 ablief, können Sie noch einmal in unserem Jahresrückblick nachlesen.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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