Planschen in der Landeshauptstadt

Wende für den Sommerspaß in München: Kinder unter 12 Jahren dürfen nun doch kostenlos ins Freibad

Vor dem Start der Freibadsaison - München: Die Worte „Eingang“ und „Ausgang“ stehen am Rand eines noch nicht gereinigten Schwimmbeckens im Westbad geschrieben.
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Gereinigt wird das Becken im Westbad sicherlich noch: Wie es im Corona-Sommer 2021 genutzt werden kann, ist jedoch noch unklar.

Der Stadtrat hat sich nun doch entschieden, dass zumindest Kinder unter 12 Jahren freien Eintritt in die Münchner Sommerbäder erhalten sollen.

Update vom 5. Mai 2021, 16.20 Uhr: Kinder unter zwölf Jahren erhalten nun doch freien Eintritt in die Sommerbäder der Stadtwerke München. Das hat der Stadtrat gestern auf Initiative von Grünen und SPD beschlossen. Zusätzlich wird Inhabern des München Passes der Eintritt erlassen. Zuvor hatte die Verwaltung vorgeschlagen, das 2019 initiierte Projekt „Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren“ erneut auszusetzen (wir berichteten). Zum einen war es vor zwei Jahren zu einigen Vorfällen wie Massenschlägereien gekommen. Zum anderen ist noch unklar, ob die Bäder öffnen und wie. Vorstellbar bleibt, dass auch heuer wieder, wie schon 2020, die Bäder nur für eine begrenzte Anzahl Besucher geöffnet werden, die zudem einen Termin vereinbaren müssen.

Ursprünglicher Artikel vom 4. Mai: Am Wochenende beginnt der Sommer! 19 Grad am Samstag, satte 26 am Sonntag – Freibadwetter. Doch: Wann Münchens Bäder öffnen dürfen, ist nach wie vor offen. Außerdem will die Stadt München* auch heuer den kostenlosen Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren streichen. Grün-Rot ist noch uneins, ob sie dem zustimmen werden.

Freibäder in München: Kein freier Eintritt für Kinder und Jugendliche? Projekt nach Schlägereien vor dem Aus

2019 hatten CSU und SPD das Pilotprojekt mit dem freien Eintritt ins Leben gerufen. 1,8 Millionen Euro ließ sich die Stadt das kosten. Doch es gab Ärger: 30 schwerwiegende Vorfälle ereigneten sich 2019 – Schlägereien zwischen großen Jugendgruppen, rücksichtsloses Verhalten, Bedrohungen und Belästigungen, Schaukämpfe und körperliche Übergriffe. Vorfälle, die zum Teil nur mit einem großen Aufgebot an Polizeikräften aufzulösen waren. Polizei* und Stadt kamen zu dem Schluss, dass mit dem freien Eintritt „ein neuer öffentlicher, sozialer Raum und Treffpunkt“ für Jugendliche entstanden war. 2020 strich die Stadt den freien Eintritt, auch wegen der Pandemie. Ausgenommen waren damals Besitzer des München-Passes sowie Ferienpass-Inhaber. Die sollen auch heuer mindestens in den Pfingst- und Sommerferien weiter kostenlos baden.

Coronavirus: Münchner Freibäder müssen wohl auf „Schicht-Betrieb“ umstellen

Hinsichtlich der Corona*-Pandemie ist jedoch völlig unklar, wann die Bäder öffnen dürfen – und vor allem wie. Bäderchefin Clara Kronberger sagte unserer Zeitung: „Wann wir öffnen dürfen und unter welchen Bedingungen, hängt von den Vorgaben der Staatsregierung ab. Wir haben dafür aktuell keine zeitliche Prognose.“ Derzeit gehe man aber davon aus, falls geöffnet wird, dass auch in diesem Jahr nur eine begrenzte Anzahl an Menschen pro Badetag eingelassen wird und zudem zuvor Termine gebucht werden müssten. Schwimmen in Schichten sozusagen.

München-Pass: Grüne und SPD fordern freien Eintritt - „Wie wollen, dass sie teilhaben können“

Grüne und SPD sind sich schon mal einig, dass Besitzer des München-Passes auch über die Ferien hinaus kostenlos in die Freibäder gehen dürfen. „Der freie Eintritt für Menschen mit München-Pass ist uns besonders wichtig“, sagt SPD-Stadträtin Simone Burger. „Für diese Menschen sind die Kosten für den Eintritt eine große Hürde. Wir wollen, dass sie teilhaben können. Und wir unterstützen damit Familien – aber auch Senioren.“ Dafür werden die Fraktionen heute einen gemeinsamen Änderungsantrag einbringen. Ob darüber hinaus noch Angebote für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geschaffen werden sollen, war bis Dienstag noch unklar. „Darüber wird noch diskutiert“, sagt Grünen-Stadtrat Sebastian Weisenburger. „Uns ist es wichtig, Familien in dieser Pandemie-Situation zu unterstützen, wir diskutieren noch wie“, sagt SPD-Stadträtin Simone Burger. Das gilt auch für 2022. Der Stadtrat wird sich zuvor noch einmal mit dem Thema befassen. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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