Stellen oft überlaufen

Mit neuem „Wiesn-Zelt“: München wappnet sich für den Corona-Winter - Mega-Ansturm auf weitere Test-Praxis

Hauch von Oktoberfest: Die Corona-Teststation auf der Theresienwiese in München hat ein Zeltdach bekommen
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Hauch von Oktoberfest: Die Corona-Teststation auf der Theresienwiese in München hat ein Zeltdach bekommen.

Ein großes Zeltdach macht Corona-Teststation auf der Theresienwiese in München winterfest. Die private Stelle zum Prüfen auf das Sars-CoV-2-Virus ist noch immer überlaufen.

  • Große Zelte auf der Theresienwiese in München* bedeuten in der Regel Oktoberfest-Spaß mit Bier und Musik.
  • In diesem Jahr ist das jedoch anders: Die Corona-Infektionszahlen wirken sich auch auf das Stadtbild aus.
  • Die Test-Station wurde von der Stadt winterfest gemacht, denn eine neue „Welle“ hat die Stadt erfasst.
  • Bei der Test-Station am Isartor strapazierte am Montag unterdessen die Warteschlange das Nervenkostüm.

München - Der Anblick ist fast schon vertraut – aber dann auch wieder verstörend. Denn: Mit großen Zelten auf der Theresienwiese verbindet der Münchner ja eigentlich eine Mass Bier, Musik und Gaudi. Das neue, große Zelt mit dem weißen Dach, das jetzt zu Füßen der Bavaria steht, hat mit solchen Wiesn-Freuden allerdings nichts zu tun. Die Halle, die in etwa an der Position des Schützenzelts steht, erweitert nämlich künftig die Corona-Teststation auf der Theresienwiese.

Corona-Tests in München: Andrang aufgrund steigender Infektionszahlen riesig

Auf unsere Nachfrage bestätigt das städtische Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU), dass der Zeltbau die Teststation winterfest machen soll. Sowohl Mitarbeiter als auch die Testpersonen sollen so in Wartezeiten vor niedrigen Temperaturen und Niederschlag geschützt werden. Die eigentlichen Tests sollen weiterhin in den bereits bekannten kleineren Zelten stattfinden.

Dass Ideen dieser Art nötig sind, bestätigen die Zahlen. Es gibt immer mehr Infektionen in München*, die Winter-Welle rollt an. Für Sonntag wurden 283 neue Fälle gemeldet, der 7-Tage-Inzidenzwert klettert auf 114,5. In München sind mittlerweile 15.377 Infektionen bestätigt – darin enthalten sind 12.337 Genesene sowie 240 Todesfälle.

Mit den Zahlen scheint auch die die Nachfrage nach Corona-Tests zu steigen. Teilweise bilden sich sogar lange Schlangen an privaten Teststellen wie an der Zweibrückenstraße (siehe unten). Und auch bei der Teststation auf der Theresienwiese sind für die aktuelle Woche nur vereinzelt Termine übrig. Dabei hat das RGU die Kapazitäten bereits ausgeweitetet: von erst 1000 auf 1300 Tests, seit dem 19. Oktober sind 1500 Tests pro Werktag möglich, die meist auch voll ausgeschöpft werden! Und das eben bei Wind und Wetter – und künftig etwas geschützer.

Corona in München: Mega-Ansturm auf Test-Praxis am Isartor

Neue Woche, alte Probleme… Bereits am vergangenen Donnerstag hatte die lange Schlange vor der privaten Teststelle in der Zweibrückenstraße am Isartor für Unmut gesorgt. Denn in direkter Nähe befinden sich die Isar-Schulen. Am Montag zog sich die Warteschlange erneut bis zum Europäischen Patentamt – und auch am Dienstag kann es wieder zu einem ähnlichen Bild kommen. „Danach wird es sich normalisieren“, sagt Dr. Harald Krebs, Arzt an der Teststation, die zum Sonnen-Gesundheitszentrum gehört.

Grund für die langen Schlangen sei ein Fehler im Buchungssystem gewesen: Es wurden zu viele Termine zur selben Zeit vergeben. „Der Fehler ist behoben“, so Krebs. Ab Mittwoch müsste demnach alles nach Plan laufen. Denn eigentlich soll die Schlange der Wartenden nur in der Teststelle selbst verlaufen. Diese ist laut Krebs rund 800 Quadratmeter groß und bietet Platz für bis zu 100 Wartende – Abstandsregeln eingehalten.

Der Platz ist auch nötig, denn hier soll es künftig bis zu 2000 Testungen pro Tag geben. Wichtig: Terminvereinbarung unter www.corona-teststelle.de. Doch auch die Homepage kommt an ihre Grenzen, war gestern immer wieder nicht erreichbar. „Wir haben schon einen größeren Server bestellt“, sagt Krebs. „Mit diesem Ansturm haben wir nicht gerechnet.“

Auf einer Münchner Intensivstation sind unterdessen sechs Patienten an Corona erkrankt - drei von ihnen steckten sich vor Ort an. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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