Insgesamt 21 Infizierte

Corona-Mutation in München? Ausbruchs-Verdacht in Stadtsparkasse - Gesundheitsreferat nennt Details

Corona in München: B.1.1.7-Mutante bei Münchner Stadtsparkasse entdeckt.
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Corona in München: In der Münchner Stadtsparkasse wurde die britische Mutante bei Mitarbeitern entdeckt.

In der Stadtsparkasse München ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. 21 Mitarbeiter haben sich infiziert, bei sechs von ihnen besteht der Verdacht auf eine Mutation.

  • In München gibt es einen neuen Corona-Ausbruch mit Verdacht auf die britische Mutation des Virus.
  • Infektionsherd war das Callcenter der Stadtsparkasse München.
  • 21 Mitarbeiter infizierten sich mit dem Corona-Virus, zahlreiche weitere in deren privaten Umfeld.

Update 17. Februar, 17.20: Auf tz.de-Anfrage an das Gesundheitsreferat (GSR) der Stadt München teilt eine Sprecherin mit: „Von insgesamt 39 Mitarbeitern im Callcenter wurden 15 Münchner Mitarbeiter positiv auf SARS-CoV-2 getestet, bei sechs von ihnen ergab die Screening-PCR den Verdacht auf die britische Virusvariante (B.1.1.7).“ Eine Bestätigung der Mutationen durch Genomsequenzierung stehe noch aus. Die verbleibenden sechs Mitarbeiter der insgesamt 21 Infizierten wohnen außerhalb Münchens - das GSR ist für diese also nicht zuständig.

Laut der Sprecherin ging „der erste Nachweis eines Verdachtsfalls der britischen Virusvariante“ am Dienstag, 9. Februar, beim Gesundheitsamt ein. „Das Callcenter wurde sofort am 10. Februar geschlossen, alle notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs wurden eingeleitet.“ Die Kontaktpersonen seien ermittelt und unter Quarantäne gestellt worden. „Weitere Testungen zur Bestimmung der Virusvariante wurden veranlasst“, schreibt die GSR-Sprecherin. Die Quarantäne würde entsprechend der Vorgaben bei Verdacht auf Virusvarianten überwacht. 

Corona-Mutationen in München: Rund 13 Prozent aller positiven Tests

Auf die Mutation gestoßen sei das GSR durch ein sogenanntes vPCR - ein Suchtest auf Mutanten, der seit 5. Februar bei allen positiven Testergebnissen durchgeführt werde. „Wenn sich hier der Nachweis auf eine Mutante ergibt, werden diese Proben zur Gen-Sequenzierung an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gegeben.“ Erst nach diesem Test sei der Fall gesichert.

Für die Betroffenen bedeutet eine Mutation eine Quarantänepflicht von 14 Tagen. Eine Freitestung ab dem 10. Tag ist - anders als bei einer Infektion mit dem ursprünglichen Virus - nicht möglich. „Zusätzlich muss am 14. Tag ein negativer Test vorliegen (PCR oder Schnelltest), ansonsten verlängert sich die Quarantäne, bis ein negatives Testergebnis vorliegt“, erklärt die Sprecherin.

Auf das Infektionslage in München und etwaige Lockerungen hat die Sparkassen-Infektion laut der GSR-Sprecherin keinen direkten Einfluss, „da es sich um einen lokalen Ausbruch in einem Callcenter handelt“. Im Zeitraum zwischen 5. und 16. Februar lag der Anteil der positiven Proben mit einem Verdacht auf eine Virusmutante laut der Sprecherin in München „bei gut 13 Prozent“. Diese Verdachtsfälle müssten allerdings durch eine Genomsequenzierung bestätigt werden, die in der Regel 10 bis 14 Tage dauert.

Update 17. Februar, 14.35 Uhr: Joachim Fröhler, Pressesprecher der Stadtsparkasse, schreibt auf tz.de-Nachfrage: „Zwischenzeitlich kehren die ersten Kollegen aus der Quarantäne wieder an den Arbeitsplatz zurück, um ihre Arbeit wieder aufzunehmen.“ Die erste Infektion in der Direktion Medialer Vertrieb - zu der auch das Callcenter gehört - sei bereits am Mittwoch, 3. Februar, durch eine Meldung der betroffenen Arbeitskraft bekannt geworden.

„Mitarbeiter sind dazu verpflichtet, ihren Arbeitgeber umgehend zu informieren, falls sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Auf diesem Weg haben wir dann auch von weiteren Infektionen in diesem Bereich in den Folgetagen erfahren“, schreibt Fröhler. Insgesamt arbeiten in der Direktion 210 Mitarbeiter. Die Stadtsparkasse habe Schnelltests für alle weiteren Arbeitskräfte der Abteilung „auf freiwilliger Basis“ angeboten und dafür die Kosten übernommen.

„Nahezu alle anwesenden Mitarbeiter haben von diesem Angebot gerne Gebrauch gemacht, um für sich und ihre Kollegen Sicherheit zu erhalten“, erklärt der Pressesprecher. Alle durchgeführten Schnelltests hätten ein negatives Ergebnis erbracht. Fröhler: „In drei weiteren Bereichen hatten wir seit Februar insgesamt vier Corona-Infektionen.“ Diese hätten jedoch nichts mit den Ansteckungen im Callcenter zu tun, da diese weiteren Bereiche räumlich und organisatorisch vom Callcenter getrennt seien.

Erstmeldung vom 17. Februar, 12.34 Uhr: München - Im Callcenter der Stadtsparkasse München ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen: In dem Großraumbüro an der Ungererstraße haben sich in der ersten Februarwoche 21 Mitarbeiter mit dem Virus infiziert. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung besteht nach einem Screening-PCR bei sechs der betroffenen Mitarbeiter der Verdacht auf die britische Corona-Mutation B.1.1.7*. Eine Bestätigung durch Genomsequenzierung stehe noch aus.

Joachim Fröhler, Pressesprecher der Stadtsparkasse München, erklärt auf tz.de-Nachfrage: „Die betroffenen Mitarbeiter waren ausschließlich in einem Bereich ohne persönlichen Kundenkontakt eingesetzt.“ Das Callcenter beschränke sich auf Telefon- und Videogespräche - die Infizierung von Kunden kann somit ausgeschlossen werden. „Zudem liegen die Infektionen schon mehrere Tage zurück“, sagt Fröhler. Die ersten Mitarbeiter hätten ihre Quarantäne bereits beenden dürfen - die verbliebenen Kollegen seien mit Schnelltests* auf Infektionen getestet worden. Dabei seien keine weiteren Fälle entdeckt worden.

Coronavirus: Ausbruch in Stadtsparkasse München - das ist bislang bekannt

Die infizierten Kollegen sind dem Pressesprecher zufolge größtenteils wohlauf und hätten mehrheitlich keine Symptome gezeigt. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung haben sich im privaten Umfeld der Betroffenen 18 weitere Personen mit dem Coronavirus infiziert - „13 davon mit Verdacht auf die britische Variante“. Weiter berichtet die Zeitung von sechs Infizierten in anderen Abteilungen der Sparkasse. Eine Stellungnahme der Sparkasse hierzu steht noch aus.

Generelles Homeoffice* für die Callcenter-Angestellten ist laut Fröhler nicht möglich. „Neben der Sicherheit des Datenschutz ist auch die im Büro befindliche IT nicht für das Arbeiten zu Hause ausgelegt.“ Während man einzelne Telefone auf Handys umleiten könne, sei das bei einem komplexen Callcenter nicht möglich. „Die Kunden werden zum nächsten freien Mitarbeiter durchgestellt - das funktioniert nur mit der Telefonanlage im Haus.“

Corona-Mutation bei Sparkasse München - Spahn spricht über Verbreitung in Deutschland

Aus Gründen des Infektionsschutzes sei bereits im vergangenen Jahr die Hälfte der 210 Mitarbeiter in der Direktion Medialer Vertrieb auf zwei weitere Standorte verteilt worden. Abstandsregeln, Masken, Desinfektion und Trennwände hätten ihr übriges tun sollen. Wie das Coronavirus und seine Mutation ins Haus gelangt ist, ist bislang unklar.

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird die britische Corona-Mutation* mittlerweile bei rund 22 Prozent der Corona-Tests in Deutschland festgestellt. Vor wenigen Wochen habe der Anteil noch bei rund sechs Prozent gelegen. Die Corona-Mutation aus Großbritannien gilt als wesentlich ansteckender als die bislang bekannte Corona-Ursprungsversion - und ist möglicherweise auch gefährlicher. (nap) *merkur.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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