Hoher Prozentsatz in der Landeshauptstadt

„Besorgniserregende Virusvarianten“ auf dem Vormarsch: Stadt München nennt maßgebliche Zahlen

Im Kampf gegen das Coronavirus rückt zunehmend die Gefahr durch Mutationen in den Fokus. Auch für München liegen eindeutige Erkenntnisse vor.

Update 23. Februar, 16.27 Uhr: Nach den eindringlichen Äußerungen von Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (siehe Ursprungsmeldung) hat die Stadt München jetzt die aktuelle Datenlage in Bezug auf Mutationen des Coronavirus präsentiert.

Von den seit 5. Februar insgesamt neu gemeldeten 1.365 Fällen liege bei 558 Fällen ein PCR-Test-Ergebnis vor (Stand: 22.2.). Dabei ergab sich laut Angaben der Stadt für 235 Fälle (42,1 Prozent) ein Verdacht auf eine „besorgniserregende Virusvariante“.

Davon seien 163 Fälle als britische Variante (B.1.1.7) bestätigt worden. „Zur Bestimmung der südafrikanischen (B.1.351) oder der brasilianischen Variante (P.1) muss eine Genomsequenzierung durchgeführt werden“, hieß es im offiziellen Update. Für den gestrigen Montag wurden 58 Neu-Infektionen registriert; damit ergibt sich eine 7-Tage-Inzidenz von 31,6.

Corona-Mutationen in München auf dem Vormarsch: Herrmann warnt vor Gefahren

Ursprungsmeldung:

München - „Nüchtern gesprochen haben wir es mit einer Epidemie innerhalb der Epidemie zu tun“: Bei einer Pressekonferenz am Dienstag (23. Februar) wählte Bayerns Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann deutliche Worte. Was den CSU-Politiker umtreibt: auch in München breiten sich Mutationen des Coronavirus rasant aus.

In der siebten Kalenderwoche seien bei 151 von 365 untersuchten Corona-Proben Veränderungen auf dem Spike-Protein festgestellt worden, erklärte Herrmann. Das entspreche einem Anteil von 41,4 Prozent. Die britische, brasilianische und südafrikanische Corona-Varianten verfügen über Mutationen auf diesem Protein. „Jede überstürzte Maßnahme wird zurückschlagen“, warnt der CSU-Politiker vor vorschnellen Lockerungen.

In Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen stellt der Münchner Infektiologe Christoph Spinner gleichwohl klar: „Glücklicherweise sind der Mutation auch Grenzen gesetzt“. Merkur.de* berichtet über Spinners aktuelle Analyse.

München: Corona-Inzidenz stabil - obwohl sich Mutationen ausbreiten

Für das konkrete Beispiel München ist festzustellen: Obwohl der Anteil der mit einer Corona-Mutation infizierten Personen steigt, bewegt sich der Inzidenzwert weiterhin auf stabilem Niveau - unterhalb der als Zielwert ausgerufenen Zahl 35. Am Dienstagmorgen belief er sich laut Angaben des Robert-Koch-Insituts (RKI) auf 31,6. Insgesamt befinde man sich in Bayern in einer „Seitwärtsbewegung“ ordnete auch Herrmann ein.

Nach der Kabinettssitzung am Dienstag waren bei einer Pressekonferenz weitere Öffnungen für Bayern präsentiert worden, eine Überraschung war dabei. Neben Blumenläden, Gärtnereien und „körpernahen Dienstleistern“ dürfen ab dem 1. März auch Baumärkte wieder Kunden empfangen. Herrmann selbst bezeichnete dies als „lebensnahe und pragmatische“ Entscheidung. (lks) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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