Wirten winkt besondere Hilfe

Wiesn-Absage wegen Corona-Krise: Jetzt droht den Schaustellern eine Pleitewelle

Opfer der Corona-Pandemie: Die Wiesn 2020 fällt aus.
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Opfer der Corona-Pandemie: Die Wiesn 2020 fällt aus.

Die Wiesn-Absage wegen der Corona-Krise trifft ganz München. Besonders darunter zu leiden haben die Schausteller. Nun könnten eine Pleitewelle drohen.

  • Wegen der Corona-Pandemie wird 2020 keine Wiesn stattfinden.
  • Die Absage des weltweit größten Volksfestes trifft besonders die Schausteller.
  • Doch wie kann denen unter die Arme gegriffen werden?

München - Der Schock über die Wiesn-Absage sitzt noch immer tief. Vor allem die Schausteller fragen sich, wie es weitergehen soll. Dass die Wiesn im kommenden Jahr verlängert werden könnte, ist zum einen unwahrscheinlich, zum anderen nutzt es den Schaustellern jetzt recht wenig. „Man muss schauen, dass sie das Jahr überleben“, sagte Ex-Wiesn-Chef und Landtagsabgeordneter Josef Schmid (CSU) am Mittwoch.

Die Idee einer Verlängerung wurde in Wirte-Kreisen zunächst positiv aufgenommen. „Wir begrüßen, dass das diskutiert wird“, so Wirtesprecher Peter Inselkammer. „Aber es ist noch zu früh, um sich damit zu befassen.“ Sich früh Gedanken machen, wie den Schaustellern zu helfen ist - das will der amtierende Wiesn-Chef, Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärnter (CSU). Er warnt davor, dass die Wiesn im kommenden Jahr nicht mehr dieselbe sein könnte. „Da drohen Pleitewellen.“ Damit der Charakter des Volksfestes erhalten bleibe, brauche es aber auch die Schausteller. Nun könne es passieren, dass lieb gewonnene Kleinstbetriebe verschwinden. „Dagegen wehre ich mich mit Händen und Füßen“, sagt Baumgärtner.

Wiesn-Absage wegen Corona-Krise: OB Reiter will über finanzielle Hilfen für Wirte sprechen

OB Dieter Reiter (SPD) hatte am Dienstag im tz-Interview zugesagt, sich mit Bund und Freistaat über finanzielle Hilfen für die Wirte zu unterhalten. Und CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl hatte unlängst beantragt, den Schaustellern etwa im Bereich der Fußgängerzone in der Altstadt sowie an anderen Stellen in der Stadt Standplätze zur Verfügung zu stellen. Dort könnten sie dann beispielsweise einen Imbiss betreiben.

Hilferufe werden auch von den Verbänden laut. Die finanzielle Situation sei dramatisch, sagte der Präsident des Deutschen Schaustellerbunds, Albert Ritter, dem BR. Wenn der Staat ein „Berufsausübungsverbot“ ausspreche, dann müsse der Staat auch helfen.

Weil im Internet Wiesn-Tische, die es nie geben wird, für Tausende Euro angeboten wurden, hagelt es nun heftige Kritik. Wie sich die Corona-Krise ansonsten auf das Leben in Bayern auswirkt, erfahren Sie in unserem News-Ticker. Bei tz.de* findet sich ein weiterer Überblick über abgesagte Events im Freistaat.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Sascha Karowski

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