Unsicherheit am Schwabinger Klinikum 

Coronavirus: Patienten geht es gut, doch Münchner sind beunruhigt

Dietmar Henkel hat keine Angst vor dem Virus.
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Dietmar Henkel hat keine Angst vor dem Virus.

Die gute Nachricht zuerst: Den vier Coronavirus-Patienten, die im Schwabinger Krankenhaus behandelt werden, geht es nicht schlechter. Doch machen sich die Münchner dort Sorgen?

  • Vier Coronavirus-Patienten werden im Schwabinger Klinikum behandelt
  • Alle sind in klinisch gutem Zustand
  • Bei einigen Münchnern wächst die Sorge vor dem Erreger

München - „Coronavirus“ – bei diesem Wort reagieren die Menschen ganz unterschiedlich. Die einen haben Angst, die anderen sind entspannt, wieder andere wissen gar nicht genau, was sich hinter dem Namen verbirgt. Seit Dienstag befinden sich vier mit dem Virus infizierte Menschen im Schwabinger Klinikum. Um eine Ausbreitung der Erreger zu verhindern, sind die drei Männer und eine Frau dort isoliert. Sie befinden sich nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums in klinisch gutem Zustand. Testergebnisse zweier weiterer Personen waren negativ. Weitere Untersuchungen laufen. Was heißt das nun für München? Sind die Menschen in Angst? Wir haben uns vor Ort beim Klinikum umgehört.

Coronavirus in München: „Ich mache mir keine Sorgen“

„Heute sind deutlich mehr Leute da als sonst“, sagt Rentner Dietmar Henkel. Wegen einer Erkrankung muss sich der 80-Jährige regelmäßig im Klinikum untersuchen lassen. „Ich mache mir keine Sorgen“, sagt er. „Ich denke, als gesunder Mensch verkraftet man das Virus.“

Dietmar Henkel hat keine Angst vor dem Virus.

Tatsächlich herrscht an diesem Tag reger Betrieb – von einem Ansturm lässt sich aber nicht sprechen. Ungewohnt sind die neugierigen Journalisten drinnen und die Film-Teams draußen. Schließlich werden im Klinikum die ersten Corona-Fälle in Deutschland behandelt. Manche würden sich daher lieber vom Gebäude fernhalten – wie Dorote Miler. „Ich fühle mich nicht wohl hier“, sagt die 41-Jährige. Als Mutter mache sie sich vor allem um ihr Kind Sorgen. „Wichtig ist, dass sich alle die Hände desinfizieren“, betont sie. Auch die beiden Studentinnen Yasmin A. (22) und Feriel F. (22) lassen lieber Vorsicht walten. „Ich war bei mehreren Apotheken, um Mundschutzmasken zu besorgen, aber überall waren sie ausverkauft“, erzählt A. Letztlich habe sie sich ihre blaue Maske bei einem Nagelstudio geben lassen. Ivonna Fuchs (45) aus Wolfratshausen ist hingegen entspannt: „Ich denke, die Ärzte haben das Virus hier gut im Griff.“

In München werden derzeit vier Coronavirus-Patienten behandelt. Atemschutzmasken sind in der ganzen Stadt vergriffen.

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