Costner in der Tonhalle: Der sich den Wolf klampft

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Kevin Costner beim Soundcheck in der Tonhalle. Ein paar Stunden später rockte er die Hütte

München - Oscar-Preisträger Kevin Costner hat merklich Spaß daran, Musik zu machen. Das merkte man in der Tonhalle. Nur über seinen Bart sollte er nachdenken. Die tz-Konzertkritik:

Es gibt sie zuhauf: Filmstars, die immer behaupten, sie wären in Wahrheit Musiker, die nur durch eine Laune des Schicksals im Körper eines Schauspielers gefangen seien. Kevin Costner gehört nicht dazu. Der 56-Jährige weiß, dass die Tonhalle gut gefüllt ist, weil er Oscar-Preisträger (für Der mit dem Wolf tanzt) ist und nicht ein brillanter Musiker. Er kokettiert damit und hat ansonsten sichtbar Spaß daran, Musik zu machen. Knappe zwei Stunden ist er der Mann, der sich den Wolf klampft. Sympathisch!

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Die Musik: geradliniger, solider Rock. Gelegentlich wird Costners Band The Modern West der Countrymusik zugerechnet, aber in Wahrheit ist es eher das, was man so „Americana“ nennt. Alle Einflüsse der populären Musik fließen ein. Der Star plaudert fröhlich mit den Fans und erzählt Geschichten zu den Liedern über ­große Lieben und kleine Dramen des Alltags und bietet ein bisserl Schmäh: super Oktoberfest, fesche Madln im Dirndl, tolle deutsche Autos – diese Dinge.

Die Lieder sind überraschend gut. Einige haben Hitpotenzial, falls ein Profi rangehen würde. Costner ist ein guter Entertainer, aber als Sänger eher knapp passabel. Zu unauffällig, um den Songs Tiefe zu verleihen. Spaß macht das Konzert trotzdem. Keineswegs nur die Damen sind begeistert, auch die Männer wippen wohlwollend zur süffigen Musik. Übrigens: Die Vorband The Alternate Rutes war eine echte Entdeckung – und Costner sollte über seinen Bart nachdenken …

Zoran Gojic

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