Der Crown’s Club zieht in den Osten

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Künftig feiern die Gäste des Crown’s Club nicht mehr am Kosttor, sondern hinter dem Ostbahnhof.

München - Der Volksgarten musste vor über einem Jahr Insolvenz anmelden. Jetzt gibt es ein Comeback für das IVG-Gelände an der Rosenheimerstraße. Der Crown´s Club zieht vom Kosttor in den Münchner Osten.

Seit der Volksgarten hinter dem Ostbahnhof vor über einem Jahr Insolvenz anmelden musste, herrschte tote Hose auf dem IVG-Gelände an der Rosenheimerstraße 145 h. Clubtechnisch gesehen. Fast zehn Jahre, nachdem hier Deutschlands erstes Pacha-Franchise entstand, wird der Club mit angrenzendem Restaurant Ende Juli wiederbelebt. An die Vorgänger wird allerdings nur die Adresse erinnern. Oliver Reif hat in den vergangenen drei Monaten den Laden komplett entkernt und komplett neu aufgebaut. Das Vorbild: Sein Crown’s Club am Kosttor, mit dem er nun raus aus der Innenstadt in den Osten zieht. Reif ist damit der erste, der der Zentralisierung der letzten Jahre entgegenwirkt. Weil er in der Konzentration der Diskotheken um den Altstadtring längst eine Schwäche ausmachte: „Ich finde, dass die Stadt an Exklusivität verloren hat, indem jeder reingezogen ist.“ Ein kleiner Seitenhieb auf Milchbar, Harry Klein, Pacha? „Nein“, sagt Reif, „aber wir wollten einen Kontrast setzen, unsere Gäste kommen wegen dem Ambiente, der Stimmung, unserer Musik, den DJs und unserem Personal, nicht wegen der Adresse.“

Nur die lässt er zurück, alles andere nimmt er mit in den Osten. Reif, der eigentlich Bauunternehmer ist, kam durch Zufall ins Nachtgeschäft. Weil die Crown’s-Club-Gründer damals die Rechnungen beim Neubau am Kosttor nicht zahlen konnten, ließ er sich Anteile überschreiben, die er in den letzten Jahren bis zum Alleinbesitz aufstockte. Reif fand Geschmack an der Gastronomie, beteiligte sich am Harper’s & Queens und half bei der Sanierung des Sugar Clubs.

Von beiden Unternehmungen hat er sich in den letzten Monaten getrennt: „Ich bin eigentlich kein Gastronom, aber der Crown’s Club ist mein Baby, auf ihn will ich mich jetzt allein konzentrieren.“

Die neue Heimat ist ihm bereits seit Langem vertraut, er hatte mit seiner Firma seinerzeit auch das Ur-Pacha mit eingerichtet. „Ich sagte schon damals, dass das das beste Areal Münchens ist für einen Club.“ Weil dazu auch ein knapp 500 Quadratmeter großer Garten mit Wasserlauf gehört, der derzeit ebenfalls komplett neu angelegt und mit einer Gabionen-Mauer samt LED-Installationen eingefriedet wird. Ins Allerheiligste, die Baustelle des neuen Crown’s Club, lässt er hingegen noch niemanden. Seine Arbeiter hat er angewiesen, strikt darauf zu achten, dass keiner „spioniert“.

Der tz indes gewährten Reif und sein Geschäftsführer Payam Bayatpour einen exklusiven Einblick. Von dem langen Schlauch der Vorgänger-Nachtclubs ist nichts mehr zu sehen, dem eigentlichen Club ist eine „Ruhezone“ vorgelagert, hinter deren Wand sich die mittig, tief angeordnete Tanzfläche im Atrium-Stil mit rundum laufenden Sitzbereichen befindet. Alles in den bisherigen Crown’s-Club-Materialien und -Farben. Dunkle, erdige Töne, mit eigens in der Türkei angefertigten Sandsteinfliesen an den Wänden, dunkle Tische und einem handgeschmiedeten Geländer mit dem Kronen-Symbol um die VIP-Bereiche. Prominent erhöht die DJ-Kanzel, an der – ebenfalls wie bisher – nur Donnerstag bei der Black Music-Party Misery und am Samstag die Discjockeys ihr Werk versehen.

Das darüberliegende Restaurant wird derzeit ebenfalls komplett entkernt und ab Mitte Juli als Crown’s Restaurant an den Start gehen. „Dort wollen wir Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr und Mittwoch bis Sonntag ab 18.30 Uhr die verschiedenen Nationalitäten, die wir auch im Club zusammenbringen, auf der Speisekarte umsetzen“ sagt Restaurant-Chef Robert Trustaedt.

Das neue Crown’s eröffnet mit Club, Garden und Restaurant am 23. Juli.

Mehr zum Münchner Nachtleben finden Sie auf partygaenger.de

Thomas Oßwald

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