Events vom 4. bis 12. Juli

CSD in Corona-Zeiten: Wieder mehr homophobe Übergriffe - auch wegen der Politik?

In München werden vermehrt homophobe Übergriffe registriert. Umso wichtiger ist der CSD, der wegen der Corona-Krise in abgespeckter Form stattfinden wird.

  • In der Corona-Krise fällt auch Christopher-Street-Day in München deutlich kleiner aus.
  • Dennoch hat die „Pride-Week“ jede Menge zu bieten - auch eine virtuelle Politparade mit Forderungen aus aller Welt.
  • Gerade aktuell ist es wichtig, auf die Diskriminierungen der Homosexuellen aufmerksam zu machen.

München - Hier schlägt seit 40 Jahren das Herz der Münchner Homosexuellen-Szene. Doch die Zeiten für das Glockenbachviertel und seine Lebensader, die Müllerstraße, haben sich geändert. Immer mehr junges Publikum kommt von außerhalb, um nachts zu feiern. Immer öfter gibt es dabei auch homophobe Übergriffe: „Die Gewalt gegen Homosexuelle hat wieder zugenommen“, sagt Conrad Breyer, Sprecher des Christopher Street Day München.

Gerade jetzt „müssen wir sichtbar sein“, sagt Breyer. Zumal auch die verbale Gewalt zunehme. Da Politik am rechten Rand zunehmend erfolgreich sei, sei auch deren Sprech salonfähig geworden. „Was sich manche vor 20 Jahren noch nicht offen zu sagen trauten, sagen sie jetzt in aller Öffentlichkeit“, meint Kai Kundrath. Er ist Geschäftsführer des Sub, des Münchner Schwulenzentrums. Deshalb sei es heuer wichtiger denn je, den CSD auf die Beine zu stellen.

CSD in Corona-Zeiten: „Pride-Week“ mit Zooführungen und virtueller Politparade

Doch das Coronavirus* macht’s unmöglich. Schließlich kommen jährlich rund 155.000 Besucher. Die bunte Szene darf dennoch aufatmen: Die „Pride-Week“ findet statt. Wenn auch anders als gewohnt. Zwischen dem 4. und 12. Juli finden unter anderem klassische Lesungen und Zooführungen über das queere Leben in der Tierwelt statt.

Der Höhepunkt ist am Samstag, 11. Juli. Die Politparade mit 14 Forderungen ist dann online zu sehen. Homosexuelle Menschen aus aller Welt haben dafür kurze Filme eingeschickt. In denen reden sie unter anderem offen über ihre Erfahrungen mit homophoben Angriffen.

Am gleichen Tag dürfen die Homosexuellen dennoch auf die Straße: Bei einem Regenbogen-Flashmob spazieren sie in Gruppen mit bis zu sechs Personen durch die Münchner Innenstadt - zwar ohne Musik, Aufführungen oder Kundgebungen. Dafür mit einer Botschaft: Liebe. (Josef Hornsteiner) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Nach der Missachtung der Corona-Regeln deutet Markus Söder ein Umschwenken der Entscheidungsträger an.

Rubriklistenbild: © Schlaf

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Unbekannter zieht Münchnerin in ein Maisfeld und vergewaltigt sie - Polizei schnappt ihn mitten in der Nacht
Unbekannter zieht Münchnerin in ein Maisfeld und vergewaltigt sie - Polizei schnappt ihn mitten in der Nacht
München: Corona-Drohung, Hitlergruß und eine Keksrolle als Waffe - Sendlinger Streit eskaliert ins Groteske
München: Corona-Drohung, Hitlergruß und eine Keksrolle als Waffe - Sendlinger Streit eskaliert ins Groteske
Streit im Münchner Glockenbachviertel: Beliebtes charakteristisches Bauwerk ist weg - seit über einem Jahrzehnt stand es da
Streit im Münchner Glockenbachviertel: Beliebtes charakteristisches Bauwerk ist weg - seit über einem Jahrzehnt stand es da
Oben ohne in der Tram: Warum Eisbachschwimmer in Corona-Krise gegen diese drei Regeln verstoßen
Oben ohne in der Tram: Warum Eisbachschwimmer in Corona-Krise gegen diese drei Regeln verstoßen

Kommentare