Nun regiert der CSD die Stadt

München - Der "Christopher Street Day" am Wochenende wirft seine Schatten voraus . München rüstet sich für den Ansturm - auch der Morizz-Beach von Dominik ­Linneweber.

Mit seinem Morizz-Beach hat Dominik ­Linneweber ein gutes Näschen gehabt. Zwar fiel die Eröffnung letzte Woche buchstäblich ins Wasser, seitdem ist der Strand an der Reichenbachbrücke aber einer der Freiluft-Hangouts der Stadt. Ursprünglich hatte Linneweber den mit 80 Tonnen Sand aufgeschütteten Garten als „Gay–Beach“ ausgerufen, tatsächlich hängen aber mehr Hetero-Pärchen in den Liegestühlen unter Palmen und Kastanien ab und schlürfen bunte Cocktails. „Schon super, wie das innerhalb weniger Tage angenommen wurde“, freut sich Linneweber, der auch das Morizz-Restaurant in der Klenzestraße betreibt. Und weil sich die gastronomische Nachfrage nicht nur auf Flüssiges beschränkt, gibt’s nun auch leichtes BBQ bis ein Uhr morgens.

Linneweber selbst dürfte in den nächsten Tagen nur sporadisch am Strand vertreten sein, immerhin ist am Wochenende Christopher Street Day (CSD) in München, der höchste Feier-Tag des Jahres für die Gay Community. „Dann kommen tausende Lesben und Gays in die Stadt und feiern ihre Freiheit“, weiß Linneweber. Ihm wäre es am liebsten, wenn sie das bei ihm täten. Weshalb er für den Samstag den Löwenbräukeller angemietet hat. La Terrazza nennt der Veranstalter das Projekt, wegen der XXL-Terrasse mit Blick auf den Stiglmaierplatz. Sie ist jedoch nur eine von drei Areas, auf denen Travestie-Künstler, Percussionisten sowie die DJs James, DjCK und Mister Teng die Crowd unter der Regenbogenfahne unterhalten wollen.

Am CSD öffnet traditionell auch OB Ude seinen Amtssitz für das Rathaus-Clubbing. Das Fest ist nicht nur wegen der amtlichen Location so etwas wie die offizielle CSD-Party mit sechs Dancefloors, darunter dem Prunkhof und dem großen Sitzungssaal, sondern auch, weil hier Münchens Nightlife-Szene bestens vertreten ist. Unter anderem mit dem schwulen Ableger Garry Klein des Techno-Clubs Harry Klein und dem Candy Club von Thomas ­Lechner.

Stolze 25 Euro kostet die Teilnahme am Rathaus Clubbing, Linneweber nimmt für seine La Terrazza – je nach Uhrzeit – zwischen 10 und 15 Euro. Bereits am Freitag begeht der umtriebige Gastronom im 8 Below (Schützenstraße 8) seine Pink Jimmy Club-Nacht unter dem Titel „CSD-Orgie“. Es dürfte eine lange Nacht werden, denn erst für 5 Uhr morgens wurde DJ Cambis avisiert.

Thomas Oßwald

Rubriklistenbild: © Oßwald

Auch interessant

Meistgelesen

Sperrung auf S4- und S6-Strecke – Schienenersatzverkehr eingerichtet
Sperrung auf S4- und S6-Strecke – Schienenersatzverkehr eingerichtet
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare