Es zeigt den zweiten Weltkrieg

Keine Rechte an Bild: Junge Union München Nord muss rund 10 000 Euro zahlen

Parteitag der CSU
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Fahnen der CSU wehen beim CSU-Parteitag vor dem Veranstaltungsgebäude.

Die JU München Nord wird rund 10 000 Euro zahlen. Darauf haben sich Vertreter der CSU-Jugendorganisation mit den Inhabern der Rechte des Bildes „Sprung in die Freiheit“ verständigt.

München - Die Junge Union München* Nord gilt als umtriebig in den sozialen Medien und mitunter als Provokateur – sie bekennt sich dazu, den „nationalkonservativen“ Rand der CSU ansprechen zu wollen. Vonseiten etwa der Grünen erntet sie dafür regelmäßig den Vorwurf, das Geschäft der AfD zu erledigen. Oft sucht sie plakative Bilder: Um beispielsweise gegen rot-rot-grüne Koalitions-Gedanken zu wettern, veröffentlichte der CSU-Nachwuchs einst eine Grafik mit einem historischen Foto, auf dem ein Soldat der Roten Armee die Sowjet-Flagge auf dem Reichstagsgebäude hisst**. Die JU schrieb damals dazu: „Der deutsche Sozialismus formiert sich im Bund“ – dazu die Logos von SPD, Linkspartei und Grünen. Nun hat der CSU-Nachwuchs aber juristischen Ärger.

CSU: Junge Union München Nord soll Honorar für Foto zahlen

Die JU hatte im Vorjahr zum Tag des Mauerbaus eine Grafik veröffentlicht und erneut ein historisches Bild verwendet, das den DDR-Grenzsoldaten Conrad Schumann zeigt, der kurz vor Beginn des Mauerbaus über einen Stacheldrahtzaun springt. Allerdings besitzt die JU nicht die Rechte an dem Bild und war deshalb von der Enkelin des 2008 verstorbenen Fotografen verklagt worden. Es ging um eine Honorarforderung von rund 8000 Euro.

Nun hat man sich geeinigt. Mit dem Resultat vor Gericht sei man nicht zufrieden, teilte die JU am Freitag auf den Sozialen Medien mit. Aber man habe mit dem Vergleich einen Schlussstrich ziehen wollen, vor allem in Anbetracht der ausufernden Kosten für Folgeinstanzen, Zinsen und „unserer allgemein schlechten Position haben wir entschieden, es hier zu beenden“.

JU-Nord-Chef: „Halte das Urheberrecht in dieser Auslegung für überzogen“

Der Gesamtschaden setzt sich aus den Forderungen sowie Gerichtskosten zusammen. Die Summe war durch einen Spendenaufruf vom November vollständig gedeckt.

JU-Nord-Chef Alexander Rulitschka schrieb: „Ich persönlich halte das Urheberrecht in dieser Auslegung für überzogen. Die aufgerufenen Beträge stehen für mich in keiner Relation mehr und stellen insgesamt eine große Gefahr für ehrenamtliche Arbeit dar. Denn Fehler können jedem passieren.“ - *tz.de/muenchen und **Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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